Technologie

Neue Technologie bei Velberter Unternehmen Witte

Thomas Angerer (l.), und Jens Klar, arbeiten an der neuen „Flinkey“-Technologie  im Unternehmen Witte

Thomas Angerer (l.), und Jens Klar, arbeiten an der neuen „Flinkey“-Technologie im Unternehmen Witte

Foto: Uwe Möller

Das Velberter Unternehmen Witte hat „Flinkey“ entwickelt. Das System ist vor allem dann nützlich, wenn mehrere Personen ein Kfz nutzen sollen

Ein ganz neues Schlüsselerlebnis will der Velberter Kfz-Zulieferer Witte für Privatkunden bieten: So hat das Unternehmen eine Technologie mit dem Namen „Flinkey“ entwickelt, mit der Fahrzeugbesitzer per Smartphone andere Menschen berechtigen können, ihren Wagen zu nutzen. Mit diesem „digitalen Autoschlüssel“ in Form einer App lässt sich das Fahrzeug entriegeln, in einer Box im Wageninneren ist dann der Zündschlüssel deponiert.

Entriegelung per Smartphone

Damit könnten ganz kurzfristig beispielsweise Freunde oder Familienangehörige das Fahrzeug nutzen, ohne dass eine physische Schlüsselübergabe erfolgen müsse, erläutert Paul Meier, Direktor von Witte Digital. „Mit dem Smartphone wird dabei ein Link mit der Nutzungsberechtigung an eine andere Person geschickt. Über eine App lässt sich dann das Fahrzeug öffnen.“ Einzige Voraussetzung sei, dass ein Funkschlüssel in der Box hinterlegt sei – also ein Schlüssel, der per Fernbedienung das Auto entriegelt, was selbst bei älteren Wagen zumeist der Fall sei.

Beim Öffnen der Autotür springt dann ebenfalls die kleine Box mit dem Zündschlüssel im Wageninnere auf. Der Einbau sei auch unkompliziert: „Die Box hat ein Klettband und lässt sich innerhalb einer Minute etwa im Kofferraum oder im Fußraum installieren“, erklärt Meier. Die Vorrichtung sei über eine 12-Volt-Buchse im Auto aufladbar. Zu orten sei der Standort des Wagens über ein GPS-Signal.

Vermeidung von Missbrauch

Zudem sei die Anzahl der Nutzer im Prinzip unbegrenzt – was praktisch sei, da es in der Regel nur zwei Zündschlüssel pro Wagen gebe. Missbrauch könne aber auch problemlos verhindert werden, denn: „Die Nutzungsberechtigung kann jederzeit wieder entzogen werden“, so Meier. Und: Der Besitzer werde immer informiert, wer jeweils zu welcher Zeit das Auto geöffnet habe.

Bereits zum Einsatz kommt die Witte-Technologie des digitalen Autoschlüssels unter dem Namen „Wave“ bei gewerblichen Kunden wie Autovermietungen, Kurierdiensten oder auch bei Fahrzeugflotten von Unternehmen, wenn mehrere Mitarbeiter ein Firmenauto nutzten. „Da haben wir schon rund 300 Kunden“, so Paul Meier.

Praktisch beim Werkstattbesuch

Sowohl gewerbliche als auch private Nutzer könnten mit dieser Technologie aber auch auf weitere Dienste zurückgreifen. „Sie können zum Beispiel einem mobilen Waschdienst mit einer temporären Berechtigung den Auftrag erteilen, das Auto zu reinigen“, erläutert der Direktor von Witte Digital. Ähnlich funktioniere es beispielsweise beim Reifenwechsel oder bei Werkstätten. Nach der Reparatur könne das Auto wieder an den vorherigen Standort gebracht werden und sei durch GPS leicht zu finden.

Vermietung wird erleichtert

Dazu gebe es – quasi irgendwann als nächsten Schritt – sogar die Möglichkeit, den eigenen Wagen zwischenzeitlich zu vermieten. Dazu Meier: „Wenn man etwa für zwei Wochen in den Urlaub fährt, kann man das Auto am Flughafen abstellen und andere können es in dieser Zeit nutzen. Dann verdient das Fahrzeug sogar Geld.“

<<< DAS SYSTEM IST MADE IN VELBERT

Gefertigt wird die „Flinkey“-Box in Velbert an dem Witte-Standort an der Stahlstraße. Um die Technologie nutzen zu können, müssen Autobesitzer ihr Fahrzeug bei Witte registrieren lassen und ihr Kennzeichen eingeben, dann wird die notwendige App freigeschaltet.

Für Flinkey gibt es verschiedene Kostenmodelle. Beispielsweise bei einer Jahresgebühr von 99 Euro wird noch eine monatliche Gebühr von 7,49 Euro fällig. Infos: www.witte.digital.

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