Videospiel

„Two Point Campus“: Hier lernt man fürs Leben

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Eine ganz schön verrückte Truppe: Die Studenten der Uni sind vielfältig.

Eine ganz schön verrückte Truppe: Die Studenten der Uni sind vielfältig.

Foto: Nintendo

Essen.  Im Videospiel „Two Point Campus“ bauen Spielerinnen und Spieler ihre eigene Uni. Die angebotenen Fächer sind urkomisch.

Im Normalfall lebt eine Uni vom wuseligen Treiben auf den Gängen, in den Hörsälen und der Bibliothek. Viel zu lange war die Hochschullandschaft in der Corona-Zeit von gähnender Leere geprägt. Nicht nur in der realen Welt dürfen sich die Unis wieder über regen Zulauf freuen, sondern auch im Videospiel „Two Point Campus“. Die freischaltbaren Studiengänge des Aufbauspiels, in dem wir unsere eigene Hochschule betreiben, haben allerdings deutlich mehr Pep als die heimischen Angebote.

Lernwillige Mittelalterfans können zum Beispiel Ritterkurse belegen und ihr Können beim Bogenschießen und Schwertschwingen beweisen. Auch die nächste Generation von Agenten wird in unserer Uni ausgebildet. Die Spione bauen Drohnen und schießen – in bester Bond-Manier – mit ihren Regenschirmen auf Zielscheiben. All das natürlich nicht ohne den obligatorischen Trenchcoat am Leib.

Eine magische Uni

Auf dem Spiffinmoore College können Spielerinnen und Spieler zudem noch einen ganz besonderen Kurs freischalten. Manchen wird sofort aufgefallen sein, dass Spiffinmoore doch sehr verdächtig nach Gryffindor klingt, dem Haus, in das es Harry Potter auf Hogwarts verschlägt. Und auch das College selbst ähnelt sehr der Zauberschule aus J.K. Rowlings berühmten Büchern. Hier können Studis die „Dunkle Kunst“ erlernen, Tränke in Kesseln brauen und mit Zauberstäben fuchteln.

Es dürfte klar sein, dass Spielerinnen und Spieler in „Two Point Campus“ keine normale und stinklangweilige Uni bauen, sondern etwas, bei dem sich der Zoom in den Hörsaal und die anderen Räume lohnt. Zu sehen sind, wie es bereits beim Vorgänger „Two Point Hospital“ der Fall war, urkomische Szenen. Die putzigen Charaktere in Comic-Optik stellen allerlei Spannendes an. So manch ein Studi sprengt sich im Forschungslabor in die Luft oder fällt gar kopfüber in den Zauberkessel.

Wünsche der Studis erfüllen

Es sind diese liebevollen Details, die „Two Point Campus“ so spielenswert machen. Man hat wirklich das Gefühl, dass die selbstgebaute Uni ein eigenes Leben führt. Die Studierenden gehen nicht in einer grauen Masse unter. Jeder und jede hat einen Namen und eigene Bedürfnisse.

Die Wünsche der Studis landen im Postkasten der Spielenden und sollten rasch erfüllt werden. Mal ist es eine neue Bank für den Park, mal sind es Lernutensilien. Egal was, sie alle tragen zum Prestige des Campus bei.

Kudosh sind rar gesät

Gekauft werden diese Dinge mit sogenannten Kudosh. Allerdings ist es ziemlich mühsam, teils zu mühsam, die goldenen Münzen zu bekommen. Nach dem erfolgreichen Abschließen von Karrierezielen wie der optischen Verschönerung des Campus oder der Einstellung neuer Dozenten landen nur wenige Kudosh auf dem Konto. Wünscht sich ein Studi für 50 Kudosh neues Material für die Bibliothek, dauert es gut und gerne ein Semester oder länger, um die Taler zusammen zu kratzen. Die Kasse füllt sich so langsam, dass Spielerinnen und Spieler im Netz schon nach Cheats für die Münzen fragen, um Studis schneller glücklich machen zu können.

Abgesehen vom Kudosh-Frust spielt sich „Two Point Campus“ butterweich. Die Bedienoberfläche, mit der wir neue Uni-Räume bauen können, ist selbsterklärend. Die Mindestraumgröße wird vorgegeben, sodass die benötigten Ausstattungen von Hörsaal, Studentenbude & Co. perfekt passen und nicht mühsam reingefummelt werden müssen. Sollte doch mal was geändert werden, wenn die Wände schon hochgezogen sind, ist es ebenfalls nur ein Klick.

Stinkige Dozenten

Kinderleicht ist auch der Management-Aspekt. Angehende Campus-Chefs müssen nicht stundenlang kryptische Tabellen entschlüsseln, um zu Wissen, ob die Uni Gewinne abwirft oder den Bach runtergeht. Die Auswertungen trudeln übersichtlich ebenfalls im Postfach der Spielenden ein. Allzu einfach ist es jedoch nicht, eine gut laufende Uni in der Stadt zu etablieren.

Auch weil so eine Uni ohne ihre Dozenten natürlich nichts wäre. Und gutes Personal ist selbst virtuell schwer zu finden. Manch einer hat es nicht so mit der Körperhygiene, eine andere Bewerberin lässt ganz gerne Müll fallen und der dritte im Bunde gibt gar einen Bonus für schnelleres Lernen.

Ein Klick – und eingestellt. Etwas stressig hingegen wird es, die Bedürfnisse von Dozenten, Hausmeistern und Bibliothekarinnen im Auge zu behalten. Denn die Energieleisten sinken schneller als einem lieb ist. Schicken Spielende den Dozenten oder die Dozentin in die Pause, während die Vorlesung noch läuft, sitzen die Studis plötzlich allein da und sind sauer.

Sauer muss hingegen niemand sei, der sich „Two Point Campus“ angeschafft hat. Das Spiel ist ein würdiger Nachfolger von „Two Point Hospital“ und überzeugt mit einem witzigen und dennoch herausfordernden Spielprinzip.

Die Infos zum Spiel

„Two Point Campus“ wurde von dem Indie-Computerspieleentwickler Two Point Studios entwickelt.

Das Spiel ist für PC, Playstation 4+5, Xbox One+Xbox Series X/S sowie die Nintendo Switch erschienen. Erhältlich ist es für ca. 40 €. USK: ab 0 Jahren.

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