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„Wario Ware: Get It Together“: Temporausch auf der Switch

Lesedauer: 4 Minuten
Eine von 222 Mikrospiel-Aufgaben: Hier muss mit dem richtigen Timing eine Windmühle gedreht werden.

Eine von 222 Mikrospiel-Aufgaben: Hier muss mit dem richtigen Timing eine Windmühle gedreht werden.

Foto: Nintendo

Essen.  Der neueste Party-Spaß für die Nintendo Switch dreht sich um Marios ewigen Widersacher: Wir haben „Wario Ware: Get It Together! getestet.

Endlich ist er am Ziel seiner Träume: Nach vielen Jahren verbringt Wario seine Zeit nicht mehr damit, dem wohl berühmtesten Klempner der Welt auf die Nerven zu gehen. Stattdessen ist der ewig geldgierige Fiesling mit der Vorliebe für Knoblauch jetzt Chef des prosperierenden Videospielentwicklerstudios „Wario Ware Inc.“.

So lädt der muskulöse Antiheld zu Beginn von „Wario Ware: Get It Together!“ seine Mitarbeiter, Freunde und Gäste zur Präsentation des neuesten Gaming-Streichs. Plötzlich wird jedoch die gesamte Crew in das Spiel gesaugt – um in diesem feststellen zu müssen, dass die Produktion von Viren befallen und damit unspielbar gemacht wurde. Den Übeltätern muss also das Handwerk gelegt werden.

222 Mikrospiele müssen gewonnen werden

Das gelingt im Story-Modus der „Wario Ware“-Reihe, wie es Nintendo-Fans gewohnt sind, indem man sich durch zahlreiche Mikrospiele kämpft. Dabei handelt es sich um schnell aufeinanderfolgende kleine Herausforderungen. Es gibt so verschiedene Dinge zu tun wie Badewannenstöpsel ziehen, Hypnose, Roboterbau, Apfelernte oder Achselhaarentfernung – an Kreativität mangelte es dem Entwicklerteam bei der Gestaltung der 222 Mikrospiele wahrlich nicht. Für diese benötigt man stets nur den Analog-Stick sowie den A-Knopf, sie erstrahlen in quietschbunter wie detailverliebter Optik.

Wer „Wario Ware: Get It Together!” wegen der Level-Gestaltung nun vorschnell in die „Kinderspiel-Ecke“ legen will, irrt. Einsteiger jeden Alters werden des Öfteren von der Schlagzahl überrascht sein und Probleme bekommen. Für jede Aufgabe stehen den Spielerinnen und Spielern nur wenige Sekunden zu Verfügung. Bedeutet: Bis man überhaupt verstanden hat, was von einem verlangt wird, ist manchmal schon ein Leben verloren. Da für zehn bis 19 Aufgaben pro Level allerdings stets vier Leben zur Verfügung stehen, bleibt der Schwierigkeitsgrad fair.

Figurenwechsel erhöht den Schwierigkeitsgrad

Im Vergleich zum Vorgänger „Wario Ware Gold“, der vor drei Jahren für den Nintendo 3DS erschien, gibt es eine große Änderung. Denn die Mikrospiele werden diesmal nicht nur vom schnauzbärtigen Titelhelden bestritten, sondern auch von anderen Figuren aus dem „Wario Ware Inc.“-Entwicklerstudio. Deren Steuerung weicht je nach Charakter mal mehr, mal weniger von der Warios ab, was den Schwierigkeitsgrad der einzelnen Level beeinflusst.

Nicht alle Figuren sind für alle Level geeignet. So bewältigt zum Beispiel Werksstudentin Mona ihre Aufgaben mithilfe eines Bumerangs, der genauestes Zielen mit dem Analog-Stick erfordert. Spieletester 9-Volt rast hingegen unaufhaltsam mit seinem Skateboard von links nach rechts – wer ihn steuert, muss den A-Knopf im richtigen Moment drücken, um die Mikrospiele zu gewinnen. Das kann je nach Gusto entweder frustrieren oder für Langzeitmotivation sorgen, denn sonderlich intuitiv gestaltet sich die Kontrolle mancher Figuren nicht.

Neuer Online-Modus, leider kein Vierspieler-Modus

Wer sich im einige Stunden umfassenden Story-Modus durchkämpft, schaltet nach und nach alle Charaktere und Mikrospiele frei, die dann im Multiplayer-Bereich zur Verfügung stehen. Hier hat Nintendo leider bei der technischen Umsetzung gespart: So können gleichzeitig immer nur zwei Spielerinnen und Spieler aktiv sein – aufregende Schlachten zu viert wie bei „Mario Kart“ oder „Mario Party“ fallen damit flach. Eine vertane Chance.

Stattdessen bieten die Entwickler einen wöchentlichen Online-Wettbewerb an. Im „Wario Cup“ sind Charakterwahl und die Auswahl der Mikrospiele vorab festgelegt. Wer einen „Nintendo Online“-Account hat, kann dabei sein und durch die Bewältigung der alle sieben Tage wechselnden Aufgaben Münzen verdienen. So können Wario und die anderen Figuren dann unter anderem mit neuen Klamotten ausgestattet werden. Dass sich Nintendo bei „Wario Ware: Get It Together!“ mit der Konzentration auf Solo-Spielmodi einen Gefallen getan hat, darf aber bezweifelt werden – denn eigentlich ist das Spielprinzip doch perfekt für Zocker-Abende mit Freunden geeignet.

>>> INFO: „Wario Ware: Get It Together!“

„Wario Ware: Get It Together!“ ist exklusiv für Nintendo Switch erschienen. Das Spiel ist zum Preis von ca. 50 € erhältlich und von der USK ab sechs Jahren freigegeben.

Wer „Wario Ware: Get It Together!“ antesten will: Im Nintendo eShop finden Interessierte eine Demo mit 15 Mikrospielen, die zum kostenlosen Download bereitsteht.

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