Stiftung Warentest

Fahrradanhänger für Kinder: Darum fällt jeder zweite durch

Stiftung Warentest hat Fahrradanhänger für Kinder unter die Lupe genommen – und viele Probleme entdeckt. (Symbolbild)

Stiftung Warentest hat Fahrradanhänger für Kinder unter die Lupe genommen – und viele Probleme entdeckt. (Symbolbild)

Foto: Jérôme Gorin / imago/PhotoAlto

Berlin  Die Stiftung Warentest hat zwölf Fahrradanhänger für Kinder untersucht. Fast die Hälfte bekam die Note „mangelhaft“ – auch zwei teure.

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Die Stiftung Warentest hat bei fast jedem zweitem Fahrradanhänger für Kinder Mängel festgestellt. Die Anhänger sind für viele Eltern ein Möglichkeit, auch weitere Strecken mit ihrem Nachwuchs hinter sich zu bringen, ohne, dass dieser gleich völlig erschöpft ist – oder im Kindersitz das Fahren für die Eltern erschwert.

In einer Stichprobe von Stiftung Warentest waren fünf von zwölf Modellen „mangelhaft“ („test“-Ausgabe 07/2019). Dafür waren Schadstoffe, Platz- und Sicherheitsmängel verantwortlich.

Vor dem Modell Froggy Kinderfahrradanhänger BTC 07 für 96 Euro hat die Stiftung wegen reißender Gurte bereits im Mai gewarnt. Das sei ein „Einzelfall“, zitiert „test“ den Anbieter, der den Verkauf stoppte. Rückgaben seien aber nur 30 Tage nach Kauf möglich, danach nur bei Mängeln.

Fahrradanhänger: Was man wissen muss:

  • Der Preis sagt nicht viel über die Qualität – auch teure fielen durch
  • Die günstigsten Angebote sind allerdings nicht sonderlich hochwertig
  • Gute Modelle sind einige Jahre passend, Kinder wachsen schnell
  • Ein Helm ist dringend empfehlenswert

Stiftung Warentest: Auch teure Fahrradanhänger fallen durch

Der Preis war bei den Anhängern zwischen 96 und 925 Euro nicht immer ein Gradmesser für Qualität: Zu den fünf durchgefallenen Modellen gehören zwei für rund 500 Euro. Auf der anderen Seite waren auch die drei billigsten im Test zwischen 96 und 294 Euro „mangelhaft“. Nur ein Viertel der Anhänger erhielt die Note „gut“.

Bei den Modellen für zwei Kinder liegt der Thule Chariot Cross 2 für 900 Euro vorn: Er bekam die Note „gut“ (2,2). Mit 2,4 knapp dahinter folgt der gleich teure Hamax Outback. Der Leggero Vento R Sail Familiy kostet 700 Euro und war im Test „befriedigend“ (2,7).

Diese drei Kandidaten seien „praktisch und gut zu fahren“, urteilen die Tester. Das gilt bei den Einsitzern auch für den Thule Chariot Cross 1 für 815 Euro. Er schneidet dort als Einziger „gut“ ab (2,1). Auch Autofahrer sollten beim Equipment fürs Kind Acht geben: Kindersitze fürs Auto: Ein Modell ist sogar lebensgefährlich.

Kinder sollten im Fahrradanhänger Helm tragen

Insgesamt sind drei Anhänger um die 900 Euro lediglich „ausreichend“. Aus ihnen würden Kinder zu schnell herauswachsen, während sie in den empfehlenswerten Modellen „einige Jahre lang“ fahren. In den Kapiteln Fahren, Handhabung, kindgerechte Gestaltung, Sicherheit, Haltbarkeit und Schadstoffe mussten sich die Anhänger beweisen.

Vor dem ersten Geburtstag sollten Kinder allerdings nicht im Anhänger mitfahren. Zwar könnten sie schon meist vorher alleine sitzen, doch dem Gerüttel im Anhänger könnten sie bis dahin nur „wenig entgegensetzen“, berichtet „test“.

Eltern sollten Kindern einen Helm aufsetzen und sie stets anschnallen. Sie selbst üben das Fahren mit dem Radgespann am besten zuvor zum Beispiel mit Getränkekisten als Ballast. Wichtig: Einige Fahrräder sind nicht zum Ziehen von Anhängern geeignet. Darüber klärt zum Beispiel die Bedienungsanleitung auf.

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(dpa/cho)

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