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Samsungs neue Galaxy S20-Reihe: Das können die Modelle

Die neuen Samsung-Galaxy-Smartphones S20, S20+ und S20 Ultra sind enthüllt. Sie fallen mit 6,2 Zoll, 6,7 Zoll und 6,9 Zoll deutlich größer aus im Vergleich zur S10-Reihe.

Die neuen Samsung-Galaxy-Smartphones S20, S20+ und S20 Ultra sind enthüllt. Sie fallen mit 6,2 Zoll, 6,7 Zoll und 6,9 Zoll deutlich größer aus im Vergleich zur S10-Reihe.

Foto: foto: Maik Henschke / FMG

Berlin.  S20, S20+ und S20 Ultra: Samsung hat drei neue Smartphones enthüllt. Wir durften die Modelle vorab ausprobieren. Für wen lohnt sich der Kauf?

Top-Ausstattung, bewährtes Design, neuer Name: Samsung hat am Dienstagabend in San Francisco die Katze aus dem Sack gelassen und drei neue Samsung Galaxy-Modelle enthüllt. Mit dem S20, dem S20+ und dem Flaggschiff Galaxy S20 Ultra hievt der Konzern aus Südkorea seine beliebte S-Reihe nicht nur namentlich ins neue Jahrzehnt.

Es gibt kein abgespecktes e-Modell mehr. Dafür steckt im teuren Ultra fast alles, was die Technik derzeit hergibt. Wir verraten, was die Galaxy-S20-Modelle unterscheidet und wie sich die Geräte in der Hand anfühlen.

Was steckt in den neuen Galaxy S20-Smartphones?

Samsung hat in seine Premium-Modelle wieder alles gepackt, was es 2020 für ein Smartphone-Flaggschiff braucht: Im Inneren werkelt der Achtkern-Prozessor Exynos 990, das Topmodell der hauseigenen Reihe. Kunden in den USA erhalten wieder den leicht besseren Snapdragon 865.

Beim Arbeitsspeicher können Käufer des S20 und S20+ zwischen 8 und 12 Gigabyte wählen, das Ultra trumpft sogar mit 12 oder 16 Gigabyte auf. Alle drei Modelle bieten mit mindestens 128 Gigabyte ausreichend Speicherplatz. Das S20+ und das Ultra kann man auch mit 512 Gigabyte kaufen. Über den Speicherkartenslot lässt sich jedes Modell um 1 Terabyte Speicherplatz aufstocken.

Die Akkuleistung hat Samsung im Vergleich zum Vorjahr erhöht auf 4000 (S20), 4500 (S20+) sowie 5000 Milliamperestunden (Ultra). Die Akkus lassen sich laut Samsung noch schneller laden, per Kabel oder induktiver Ladestation.

Höchste Auflösung und 120 Hertz: Galaxy-Modelle erneut mit Spitzen-Display

Der Bildschirm gehört Samsung-typisch auch in der neuen Generation zu den Highlights. Die drei Geräte kommen mit einem ultrascharfen Amoled-Display mit „Quad HD+“-Auflösung. Dank HDR10+ soll die Bild- und Videodarstellung noch dynamischer werden, Schwarzwert und Spitzenhelligkeit sind nochmal verbessert. Die Bildwiederholungsrate steigt auf beachtliche 120 Hertz. Wie sich das anfühlt, beschreiben wir weiter unten.

Herausragende Kamera mit verbessertem Zoom

Wer mit dem Smartphone anspruchsvolle Fotos und Videos erstellen möchte, wird mit den Galaxy S20-Modellen erneut bestens bedient. Das S20+ und das Ultra verfügen auf der Rückseite über eine Vierfach-Kamera: Neben Telefoto-, Weitwinkel- und Ultra-Weitwinkel-Kamera haben beide einen „Depth Vision”-Sensor, der Gesichter und Gegenstände schön vom unscharfen Hintergrund abhebt. Das S20 hat diesen Sensor nicht.

Beim Ultra wurde die Weitwinkelkamera auf bemerkenswerte 108 Megapixel vergrößert – das gelang bisher nur Konkurrent Huawei. Erreicht wird dies durch den 10-fach optischen Zoom beim Ultra, kombiniert mit digitalem Zoom. Motive lassen sich bei allen drei Geräten dank “Space Zoom” jetzt noch näher heranholen, mit weniger Qualitätsverlust. Den Nachtmodus will Samsung ebenfalls verbessert haben.

Video lassen sich jetzt mit bis zu 8K-Auflösung aufnehmen und wenn vorhanden direkt auf einen 8K-Fernseher übertragen. Wer gerne Menschen oder Autos in Aktion filmt, wird sich über die nochmal verbesserte Bildstabilisierung der Videokamera freuen.

Ausstattung: Fingerabdruck bequemer – Klinkenstecker verbannt

Dem beliebten Klinkenstecker sagt Samsung Lebwohl Damit folgt man dem Weg vieler Hersteller, die nur noch auf einen USB-C-Anschluss setzen. Somit muss man auf Kopfhörer und Boxen mit Bluetooth ausweichen oder einen Adapter anschließen.

Von jedem Modell gibt es eine 5G-Variante für den schnellen Mobilfunkstandard, beim S20 und S20+ aber nur gegen Aufpreis. In Deutschland lohnt sich 5G noch nicht wirklich. Das Entsperren per Fingerabdrucksensor will Samsung komfortabler gelöst haben. Der Sensor soll besser erreichbar sein und schneller sowie sicherer entsperren. Alle Geräte sind dank IP68-Zertifizierung gegen Wasser und Staub geschützt.

Samsung Galaxy S20 im Hands on: So fühlt sich die neue Generation an

Wir durften schon vor der weltweiten Samsung-Präsentation in San Francisco höchstpersönlich einen Blick auf die neuen Geräte werfen und die drei Modelle kurz ausprobieren. Wir verraten, an welchen Stellen Samsung die Galaxy S20-Reihe nachgebessert hat und wo weiter Nachholbedarf besteht.

In puncto Optik bleibt sich die Galaxy-Reihe treu. Wer ein Samsung Galaxy besitzt und sich damit wohlfühlt, muss sich nicht umgewöhnen. Die Designer haben das Bewährte belassen und nur behutsam an Details gefeilt.

Drei Neuerungen fallen dennoch ins Auge: Zunächst die jetzt rechteckige Kamera-Einheit auf der Rückseite. Hier sind je nach Modell die drei oder vier Kameralinsen untergebracht. Das Kamera-Rechteck steht wie bei anderen Herstellern leicht heraus, was aber beim Liegen auf der Rückseite nicht stört und dem kratzfesten Glas nichts anhaben sollte. Die Frontkamera sitzt jetzt in der Mitte.

Zum zweiten sind bei allen drei Geräten die Bedienknöpfe nach rechts gewandert. Beim S10 saßen links noch der Bixby-Button und die Lautstärketasten. Vorteil: Der Power-Button liegt rechts tiefer und ist somit besser als beim S10 zu erreichen. Als drittes hat Samsung die Displaybiegung an den Seiten etwas flacher gestaltet, was sehr gut gefällt, aber letztlich Geschmackssache bleibt.

Für Enttäuschung könnten die neuen Größen: Samsung folgt dem allgemeinen Trend hin zu größeren Formaten. Das handliche 5,8-Zoll-Modell S10e fällt weg. Dafür hält mit dem Galaxy S20 Ultra das bisher größte Modell der S-Reihe Einzug: das Galaxy S20 Ultra misst stattliche 6,9 Zoll. Wer kleine Hände hat, kann noch zum Basismodell des S20 mit 6,2-Zoll greifen. Andernfalls muss man sich in der Mittelklasse der A-Serie umsehen und mit weniger Leistung vorlieb nehmen.

Erster Eindruck vom Topmodell S20 Ultra

Besonders spannend ist natürlich der Blick auf das Galaxy S20 Ultra, das teuerste und bislang stärkste S-Modell, das Samsung je gebaut hat. Zugegeben: Das 6,9 Zoll große Ultra wirkt anfangs selbst in größeren Händen mächtig. In den meisten Fällen braucht es beide Hände zur Bedienung. Nach kurzer Zeit gewöhnt man sich aber dran. Bei der glatten Rückseite ist Vorsicht geboten, da das Phablet leichter aus der Hand rutschen könnte.

Abgesehen davon macht das Galaxy Ultra einen absolut wertigen Eindruck. Die Verarbeitung lässt nichts zu wünschen übrig. Der Übergang zwischen Rahmen und den nun leichter gebogenen Displayrändern ist nahtlos. Das Ultra ist, wie die beiden anderen Modelle, ein echter Handschmeichler. Das Topmopdell gibt es nur in Grau und Schwarz, die günstigeren auch in Pink und Hellblau. Die Glasrückseite ist erneut recht anfällig für Fingerabdrücke, soll aber sehr kratzfest sein.

Das Tempo ist beim Ausprobieren auf den Geräten rasend schnell. Kein Wunder bei wahlweise üppigen 12 oder 16 Gigabyte RAM Arbeitsspeicher. Doch selbst mit den 8 Gigabyte RAM bei den etwas günstigeren Modellen müssen sich Nutzer keine Sorgen über die Schnelligkeit machen.

Neu ist auch die höhere Bildwiederholungsrate. Diese lässt sich jetzt von 60 auf Dadurch fühlt sich das Scrollen durch die Menüs und Internetseiten für das Auge angenehm weich an. Vor allem aber sollen aufwendige Spiele noch flüssiger aussehen. Nachteil: Der Akkulaufzeit verringert sich etwas.

Samsung Galaxy S20-Geräte: Gesamteindruck und Fazit

Leistungsdaten, Ausstattung und Kamera sowie das erste Ausprobieren der neuen Geräte deuten darauf hin: Auch 2020 wird Samsungs Galaxy S-Reihe wieder zur Top-Riege der Smartphones gehören. OLED-Display, Kamera und Verarbeitung gehören wieder zur Champions League auf dem Markt. Besonders das starke Galaxy Ultra legt die Latte für andere Hersteller in diesem Jahr hoch.

Die Akkuleistung, ein leiser Kritikpunkt beim S10, wurde bei allen Modellen zumindest auf dem Papier erhöht. Wie sich die Modelle bei längerer Nutzung bei 120 Hertz und aufwendigeren Aufgaben schlagen, kann nur ein ausführlicher Test zeigen.

Dass man bei den Gerätegrößen weiter in Richtung Phablet gehen, dürfte dagegen nicht jedem gefallen. Auf große Design-Experimente hat Samsung bei der Galaxy-Reihe verzichtet. Andererseits gehörten die Vorgänger-Modelle schon 2019 zu den besten Smartphone-Modellen weltweit. Warum also die Galaxy-Flaggschiffe neu erfinden? Die erhoffte Revolution haben sich die Südkoreaner offenbar für das Klapp-Smartphone Samsung Galaxy Z Flip aufgehoben, das am Dienstag ebenfalls angekündigt wurde.

Preise und Verkaufsstart in Deutschland

Mit der S-Reihe muss sich Samsung wieder an höchsten Ansprüchen messen lassen. Denn die Preise zum Marktstart liegen hoch: Für das Einstiegsmodell S20 mit 128 Gigabyte Speicherplatz verlangt Samsung 899 Euro. Die Basismodelle des S20+ (999 Euro) und des S20 Ultra (1.349 Euro) haben es preislich ebenfalls in sich.

Das Topmodell des Ultra mit 5G und 512 Gigabyte Speicher listet mit 1549 Euro. Wer ein S+ oder Ultra bis 8. März vorbestellt und bis zum 14. April registriert, erhält laut Samsung die neuen In-Ear-Kopfhörer Galaxy Buds+ als Zugabe.

In Deutschland sollen die Galaxy S20-Modelle am 13. März in den Handel kommen. Für Interessenten lohnt es sich wieder zwei bis drei Monate abzuwarten. Der Preis dürfte bis dahin Samsung-typisch wie in den Vorjahren um 20 bis 30 Prozent gefallen sein.

Drei günstigere Alternativen zum Samsung Galaxy S20

Wem die neue Galaxy-S20-Reihe zu teuer ist, der findet unter anderem bei Samsung selbst günstigere Alternativen:

Die Galaxy S10-Modelle als direkter Vorgänger sind noch kein Jahr alt und müssen sich in Sachen Leistung und Kamera kaum verstecken. Das S10-Einstiegsmodell ist schon für unter 600 Euro zu haben.

Beim Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen auch das Huawei P30 Pro und das Oneplus 7T ab je rund 560 Euro.

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