Grillsaison

Selber marinieren, richtig anzünden: Tipps zum Angrillen

Die 7 größten Grill-Irtümer

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München/Stuttgart  Es wird warm am Wochenende. Für viele heißt das: Raus an die frische Luft und endlich den Grill anschmeißen! Die wichtigsten Tipps.

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Bei Temperaturen um die 20 Grad am Wochenende holen viele Menschen das erste Mal in diesem Jahr den Grill aus dem Keller. Tipps fürs erste Angrillen – ein Überblick:

Fast alles Grillen:

Rostbratwürste und Steaks sind zwei Klassiker auf dem Rost. Doch die Vielfalt ist groß. „Der Trend geht zum Fleischarmen, bei vielen zum Fleischlosen“, sagt Heidrun Schubert von der Verbraucherzentrale Bayern. Spargel etwa biete sich im Frühjahr zum Grillen an. Spieße aus Champignons, Zwiebeln, Paprika und Zucchini sind stets ein Dauerbrenner. „Generell kann man nahezu jedes Gemüse auf die Spieße drücken“, sagt die Ernährungsexpertin.

Lecker seien auch Süßkartoffeln, die im Gegensatz zu normalen Kartoffeln problemlos roh oder halbroh gegessen werden könnten, weil die Gefahr der Solaninbildung bei ihnen nicht besteht. Das Gemüse würzt sie mit Chili, Salz, Pfeffer und Thymian. Eine weitere fleischlose Alternative ist Grillkäse, etwa der Halloumi. Er ist würzig und schmilzt in der Hitze der Glut nicht.

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Nichts Gepökeltes:

Gepökelte Produkte wie Kasseler sowie Geräuchertes gehören nicht auf den Rost. Es besteht die Gefahr von Nitrosamin-Bildung. Diese Stoffe gelten als krebserregend, warnt Schubert. Tropft Fett oder Flüssigkeit auf die heiße Kohle, können polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen, die über den Rauch an das Grillgut gelangen, wie das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) erläutert.

Die Fachleute raten, Grillgut in Aluminium- oder besser noch in Edelstahlschalen zu grillen. Oder man gart es indirekt auf dem Rost – mit seitlich liegendem Glutbett. PAK gelten als gesundheitsschädlich.

Richtig anzünden:

Jedem dürfte klar sein, dass Brennspiritus oder Benzin keine geeigneten Grillanzünder sind. Das macht auch das BZfE deutlich. Dessen empfohlene Technik: Holzkohle oder Briketts pyramidenförmig stapeln und darin Grillanzünder verteilen. Sobald die Kohlen ordentlich brennen, wird das Glutbett auseinandergezogen und mit Wedeln oder Pusten das Durchglühen beschleunigt. Eine dünne weiße Ascheschicht ist das Anzeichen, dass der Brennstoff heiß genug ist.

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Gasgrill auf Lecks untersuchen:

Vor dem ersten Einsatz eines Gasgrills gilt es, die Dichtungen, Schläuche und Ventile zu überprüfen. Gibt es Lecks, sitzen sie lose oder sind verschlissen? Nach Angaben der Prüforganisation Dekra gehen viele Unfälle auf Wartungsmängel und Fehler beim Anschließen der Gasflasche zurück.

Wichtig ist, dass das Ventil vor dem Anschließen geschlossen wird und die Gummidichtung am Druckregler intakt ist. Der Druckregler ist ein Linksgewinde, das folglich gegen den Uhrzeigersinn geschlossen werden muss. Neue Flaschen mit Propan- und Butangas dürfen nicht in Räumen unterhalb des Erdniveaus wie einem Keller gelagert werden, weil die Gase schwerer als Luft sind. Treten sie unbemerkt aus, sammeln sie sich am Boden. Wichtig ist auch, dass der Lagerraum gut belüftet ist und es keine Zündquellen gibt.

Geduld haben:

Erst wenn die Kohle glüht, sollte es losgehen mit dem Grillvergnügen. „Grillen ist ein Ritual“, sagt Schubert. Grillfreunde sollten der Holzkohle Zeit lassen und nicht schon das Fleisch auf das Rost packen, wenn noch Flammen hochschlagen. Schwarze, verbrannte Stellen können PAK und weitere schädliche Stoffe enthalten. Sie sollten immer abgeschnitten werden, empfiehlt die Expertin.

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Selber marinieren:

Von vorgewürzten Fleischprodukten rät die Verbraucherschützerin ab. Die Qualität des Grillgutes sei nicht erkennbar, wenn es dick mit Paprika und anderem Würzmittel bestreut ist. Außerdem entfalle die Kennzeichnungspflicht für das Fleisch, da es bearbeitet wurde, erklärt Schubert. Damit könnten Verbraucher etwa nicht nachvollziehen, woher das Fleisch kommt.

Eine einfache und schmackhafte Marinade lässt sich aus Knoblauch, Salz, Pfeffer, Senf sowie Oliven- und Rapsöl in gleichen Anteilen zubereiten. Darin zieht das Fleisch im Kühlschrank einige Stunden durch. Bevor es auf den Rost kommt, lässt man es gut abtropfen. Nach dem Grillen bekommt das Fleisch auf dem Teller durch Rosmarin und Thymian den letzten Pfiff. Statt Nass- können Verbraucher auch eine Trockenmarinade („Dry Rub“) testen. Sie wird in das Fleisch massiert, dann kommen die Stücke in Frischhaltefolie verpackt für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank, wie das BZfE beschreibt.

Am Ende würzen:

Gewürze und frische Kräuter sollten generell erst kurz vor Ende der Garzeit auf das Grillgut. Durch die Hitze könnten sie verbrennen. Fleisch sollte nicht auf dem Rost, sondern danach mit Salz bestreut werden, weil es austrocknen könnte, erklärt das BZfE.

Melonen mitbraten:

Obst lässt sich prima grillen. Verbraucherschützerin Schubert schwärmt von Wassermelonen, die danach mit etwas Chili gewürzt werden. „Ganz fein“ sei das, sagt sie. (dpa)

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