Kriminalität

Trickbetrüger: Das sind die Maschen und so schützen Sie sich

Trickbetrüger: Das Ziel der Täter ist oft die Geldbörse.

Trickbetrüger: Das Ziel der Täter ist oft die Geldbörse.

Foto: www.polizei-beratung.de

Essen.  Sie geben sich als Enkel oder Polizist aus: Trickbetrüger. Gefahr lauert etwa an der Haustür oder am Telefon. Eine Übersicht der Betrugsmaschen.

Am Telefon, im Internet oder vor der Haustüre versuchen Trickbetrüger mit perfiden Strategien, das Vertrauen der Opfer zu gewinnen. Mal als Enkelkind oder falscher Polizist getarnt, haben sie nur ein Ziel: Diebesgut. Allein 2017 erbeuteten Trickbetrüger so in NRW rund 15 Millionen Euro. Dazu komme eine hohe Dunkelziffer, wie das Landeskriminalamt (LKA) informiert. Die Übersicht zeigt gängige Betrugsmaschen und gibt Verhaltenstipps:

Gefahr an der Haustür

Einige Täter geben vor, in die Wohnung zu müssen. Sie geben sich beispielsweise als falsche Handwerker aus oder bitten lediglich um ein Glas Wasser. Bekannte Täuschungsmanöver und Tricks der Betrüger:

Betrüger in Uniform: Achtung vor falschen Polizisten

Sie weisen sich als Freund und Helfer aus: Die Rede ist von falschen Polizisten. Doch statt für Recht und Ordnung zu sorgen, haben die Betrüger nur eines im Blick – Geld und andere Wertgegenstände der Opfer.

Die Masche beginnt am Telefon: Die falschen Beamten nennen verdeckte Ermittlungen als Grund des Anrufes. Es stehe beispielsweise ein Einbruch in die Wohnung unmittelbar bevor. Damit alle Wertgegenstände im Haus in Sicherheit sind, kündigen die Betrüger das Eintreffen eines Polizisten an, der Bargeld und Schmuck entgegennehmen würde.

Die Angerufenen fordern sie auf, über das Telefonat Stillschweigen zu bewahren, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. An der Haustür schrecken die Betrüger nicht davor zurück, gefälschte Dienstausweise vorzuzeigen.

Bei den Anrufen nutzen die Täter eine spezielle Technik, die auf der Telefonanzeige der Angerufenen die Polizei-Notrufnummer 110 oder eine andere örtliche Telefonnummer erscheinen lässt.

Das rät die Polizei:

  • Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in die Wohnung und lassen Sie sich den Polizeidienstausweis zeigen. Besondere Merkmale eines echten Ausweises erfahren Sie hier.
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Polizei an. Wählen Sie dafür die Notrufnummer 110.
  • Die Polizei wird niemals um Geldbeträge bitten. Übergeben Sie Geld nicht an unbekannte Personen.

Die gleiche Masche – andere Berufe

Bei Täuschungsfällen an der Haustüre versuchen es Kriminelle nicht nur als falsche Polizisten. Die Liste der Berufe ist lang, so die Polizei, und umfasst Mitarbeiter der Elektrizitäts- oder Wasserwerke, Handwerker, Heizkostenableser oder Postzusteller.

Bei unbekannten Personen vor der Haustür gilt: "Lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung. Sie sind grundsätzlich nicht verpflichtet, jemanden unangemeldet in die Wohnung zu lassen", informiert die Polizei.

Diese Ratschläge gibt die Polizei:

  • Schauen Sie sich Besucher vor dem Öffnen der Tür genau an – so etwa durch den Spion oder das Fenster.
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde oder dem Dienstleister an, von der die Person vorgibt zu kommen. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus. Lassen Sie den Fremden währenddessen vor der abgesperrten Tür warten.
  • Lassen Sie nur Handwerker ein, die Sie selbst bestellt haben. Mitarbeiter der Hausverwaltung werden vorab angekündigt. Bei Zweifeln – telefonisch nachfragen.

Vorgetäuschte Notlagen an der Haustüre

Überbringer lieber Nachrichten: Der Grußbestell-Trick

Sogenannte "Grußbestellschwindler" klingeln an der Tür und überbringen angebliche Grüße von entfernten Verwandten, ehemaligen Kollegen oder Nachbarn. Das einzige Ziel der Betrüger: Sie wollen eingelassen werden, damit sie mit dem Opfer alleine sind. Mit geschickten Ablenkungsmanövern gelingt es den Trickbetrügern, die Wohnung zu durchstöbern und Wertgegenstände zu entwenden.

Verkaufstricks an der Haustür: Vom Stromtarif bis zum Staubsauger

Manche Täter suchen Personen auf, um sie an der Haustür dazu zu überreden, einen Vertrag zu unterschreiben. Etwa für einen günstigen Strom- oder Telefontarif, eine Versicherung oder einen Staubsauger. Dabei setzen Betrüger, so die Polizei, unseriöse oder kriminelle Methoden ein.

Aus Gutgläubigkeit, Angst oder um den aufdringlichen Verkäufer schnell wieder loszuwerden, unterschreiben manche einen solchen Vertrag. Dabei gilt: Verträge, die bei solchen Haustürgeschäften abgeschlossen werden, können innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen werden.

Der Trick mit falschen Namensschildern auf Briefkästen

Auch der Onlinehandel schafft Lücken für kriminelle Machenschaften. Betrüger kleben in großen Mehrfamilienhäusern falsche Namensschilder an Briefkästen und Klingeln. Die Täter bestellen im Internet auf Rechnung Waren an die Adresse mit den falschen Personendaten, verfolgen das Paket über die Sendungsnummer und fangen den Boten vor der Haustür ab, um das Bestellte direkt entgegenzunehmen.

Das empfiehlt die Polizei:

  • Betroffene sollten auffällige Türschilder der Polizei melden, aber die Schilder nicht sofort abreißen.
  • Die Schilder können Hinweise zu den Tätern geben. Zum anderen hat die Polizei die Möglichkeit, das Haus zu observieren – und den Täter zu fassen.

Gefahr am Telefon

Nicht nur an der Haustür lauern Trickbetrüger. Kriminelle nutzen häufig auch die Anonymität eines Telefonanrufes, um beispielsweise eine falsche Identität vorzutäuschen – etwa die eines Verwandten.

Der Enkeltrick: Vorsicht vor falschen Verwandten

„Hallo Oma, erkennst du mich? Rate mal, wer hier spricht“ – mit solch einer Formulierung beginnt der Enkeltrick. Betrüger melden sich per Telefon, geben sich als Verwandte aus und bitten um finanzielle Hilfen. Als Grund wird ein Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht – beispielsweise ein Unfall. Sobald Opfer sich bereit erklären zu helfen, kündigen die Täter einen Boten an, der das Geld abholen wird.

Diese Tipps gibt die Polizei:

  • Seien Sie misstrauisch. Bitten Sie Anrufer, ihren Namen selbst zu nennen. Raten Sie nicht, wer anruft.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
  • Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen.

Das Spiel mit den falschen Gewinnversprechen

Betrugsversuche durch Gewinnversprechen gibt es in mehreren Varianten, informiert die Polizei. Bei einer Masche meldet sich ein vermeintlicher Rechtsanwalt oder Notar per Telefon und behauptet, man habe einen hohen Geldbetrag gewonnen.

Doch ganz so einfach und schnell kann die Prämie nicht übergeben werden: Vor der Übergabe sei eine "Verwaltungsgebühr" fällig. Doch der zugesagte Gewinn bleibt aus – das Geld ist weg.

Das rät die Polizei:

  • Geben Sie niemals Geld aus, um einen vermeintlichen Gewinn zu erhalten. Zahlen Sie keine Gebühren.
  • Geben Sie keine persönliche Informationen weiter: keine Telefonnummern und Adressen, Kontodaten oder Kreditkartennummern.

Tatort Computer: Der falsche Microsoft-Mitarbeiter

Das Telefon klingelt. Am Apparat: Ein vermeintlicher Mitarbeiter von Microsoft. Er behauptet, Ihr Computer sei von Viren befallen. In solchen Fällen gilt: "Legen Sie am besten gleich wieder den Hörer auf", informiert die Polizei.

Um den Virus zu beheben werden die Opfer aufgefordert, eine Fernwartungssoftware auf ihrem Computer oder Laptop zu installieren. Mit einem solchen Programm haben die Betrüger aus der Ferne Zugriff auf den Rechner und können sensible persönliche Daten, wie etwa Passwörter für das Online-Banking, ausspähen.

Diese Tipps gibt die Polizei:

  • Seriöse Unternehmen wie Microsoft nehmen nicht unaufgefordert Kontakt zu Kunden auf. Deshalb gilt: Legen Sie einfach den Hörer auf.
  • Geben Sie keine private Daten (z.B. Kreditkartendaten) heraus.
  • Gewähren Sie Unbekannten keinen Zugriff auf Ihren Rechner oder Laptop.

Gefahren unterwegs: Trickdiebstahl auf der Straße

An öffentlichen Orten, an denen sich viele Menschen aufhalten und es Gedränge gibt, sind häufig auch Trickbetrüger am Werk – so etwa an Bahngleisen, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Supermärkten.

Die Diebe, so die Polizei, gehen in Gruppen vor und nutzen das Gedränge aus. Einer aus der Gruppe lenkt das Opfer ab, z.B. durch einen Rempler, bittet um eine Auskunft oder Hilfe. Diesen Moment nutzen andere Mitglieder der organisierten Gruppe aus, um den Opfern blitzschnell die Geldbörse zu entwenden. Die Täter sind häufig auch Kinder und Jugendliche, informiert die Polizei.

Die Spendensammler mit dem Klemmbrett

In der Fußgängerzone, am Parkplatz oder in der Bahn sieht man sie häufiger: Spendensammler, bewaffnet mit einem Klemmbrett samt "offizieller" Spenderliste. Diese wird Spendewilligen direkt vors Gesicht gehalten.

Unter dieser Abdeckung versuchen die Trickbetrüger Scheine aus der geöffneten Geldbörse zu entwenden. Aus Dankbarkeit kommt es zum Schluss zu einer Umarmung – dabei wird versucht, das Handy oder die Geldbörse zu stehlen.

Der Trick mit dem Fleck

"Sie haben da einen Fleck" – schnell ist das Taschentuch gezückt und die freundlichen Passanten entfernt den hässlichen Spritzer an der Jacke.

Doch nicht nur der vermeintliche Fleck ist weg, sondern mit Pech auch die Geldbörse. Die Täter lenken das Opfer so geschickt ab, dass sie am Ende das Bargeld aus der Innentasche stehlen können.

Andere Maschen – dasselbe Ziel

Doch nicht nur der vermeintliche Fleck am Revers der Jacke nutzen Trickbetrüger für ein Täuschungsmanöver. Die Polizei warnt, dass bereits die freudige Umarmung eines Fremden eine Gefahr darstellt.

Es sind Fälle bekannt bei denen Trickbetrüger Opfern eine Rose anstecken. Und dies alles, um das Opfer abzulenken. Das Ziel: Die Geldbörse stehlen.

Einkäufe nach Hause tragen

Taschendiebe nutzen auch nachlassende Kräfte von Senioren aus. Sie bieten an, die schweren Wocheneinkäufe nach Hause zu tragen. In einem unachtsamen Moment versuchen die Täter ungestört, die Geldbörse zu durchsuchen.

Der Wechseltrick

"Können Sie mir zehn Euro wechseln?" – Hilfsbereit wie Sie sind, öffnen Sie Ihren Geldbeutel. Beim Aussortieren des Münzgeldes geht der Passant fleißig zur Hand. Dabei entwendet der Trickbetrüger unbemerkt die Scheine aus dem Portmonee.

Tipps der Polizei:

  • Halten Sie Abstand zu Unbekannten und verhindern Sie jeglichen Körperkontakt.
  • Nehmen Sie nach Möglichkeit keine größeren Bargeldbeträge mit.
  • Tragen Sie Geld und Kreditkarten dicht am Körper und in verschlossenen Innentaschen ihrer Oberbekleidung.
  • Handtaschen sollten immer geschlossen sein.
  • Wird Ihre Geldbörse gestohlen, sollten Opfer sofort ihre Bankkarten sperren lassen (Sperr-Notruf 116 116) und den Diebstahl der Polizei melden.
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