Fotografie

Urlaubsfotos mit dem Smartphone – 7 Tipps für gute Bilder

Für atemberaubende Fotos braucht man längst keine schwere Fotoausrüstung mehr.

Für atemberaubende Fotos braucht man längst keine schwere Fotoausrüstung mehr.

Foto: istock / iStock

Berlin.  Smartphones können für schöne Urlaubsfotos längst völlig ausreichen. Mit diesen sieben Tipps kann die schwere Kamera zu Hause bleiben.

Die Urlaubszeit naht – und damit Freunde, Verwandte und Kollegen auch angemessen beeindruckt sind von der schönen Aussicht und dem breiten Strand, sollen während des Urlaubs gute Fotos entstehen.

Für schnelle Schnappschüsse ist das Handy ohnehin schon längst auf jeder Reise mit dabei. Doch auch Landschaften und Sonnenuntergänge lassen sich mit dessen Kamera aufnehmen. Aber sind die Bilder gut genug, um davon Papier-Abzüge machen zu lassen? Die Antwort lautet: Ja, wenn man einige Tipps beherzigt.

Welches Handy ist geeignet?


Die Qualität der Bilder steht und fällt mit der Smartphone-Kamera. Wer in den vergangenen zwei Jahren ein Gerät der preislichen Oberklasse gekauft hat, ist auf der sicheren Seite. Zwar gibt es zwischen den Handys durchaus Unterschiede – für brauchbare Ausdrucke wenigstens im Format 10 x 15 aber taugen sie alle.

Auch bei den Mittelklassehandys im Preisbereich bis 400 Euro gibt es Geräte mit guten oder sogar ausgezeichneten Kameras, etwa das Google Pixel 3a (390 Euro). Für Preise um 500 Euro aber bekommt man oft auch schon ein Topgerät aus dem Vorjahr – beispielsweise das Google Pixel 3 oder das Samsung Galaxy S9. In den meisten Fällen fährt man damit besser. Hier lesen Sie unseren

Google-Event- Pixel 3 konzentriert sich auf KI und Kamerafunktionen

Sehr günstige Smartphones zu Neupreisen von 250 Euro und weniger bieten dagegen meist enttäuschende Fotoqualität. Auf sie sollte man sich besser nicht verlassen.

Kamera-App beherrschen

Es mag trivial klingen – doch vor der Reise lohnt es, sich mit der Kamera-App möglichst genau vertraut zu machen:

  • Ist die Auflösung richtig eingestellt und wenn nein, wo verstellt man sie?
  • Gibt es bestimmte Motiv-Programme, die genutzt werden sollten?
  • Wie aktiviert man Rasterlinien?

Wenn solche Fragen erst im Urlaub auftauchen, kann es gut sein, dass das Segelboot den malerischen Sonnenuntergang längst passiert hat, bis die Lösung für ein akutes Problem gefunden ist.

Es lohnt, alle Funktionen vorher in Ruhe auszuprobieren und sich die Ergebnisse anschließend gründlich am heimischen Computer anzuschauen. Oft bemerkt man erst dann, dass das Motiv nicht scharf, der Hintergrund unterbelichtet oder die Farben des Motiv-Programms völlig überzogen sind.

Viele Bilder schießen

Auf modernen Smartphones ist meist reichlich Speicherplatz vorhanden. Deshalb sollte man sein Fotomotiv unbedingt mehrfach, gern auch mit leicht angepasster Perspektive ablichten. Meist verfügen die Kameras über einen sogenannten Burst- oder Serienmodus: Bleibt der Finger auf dem Auflöser liegen, schießt das Handy Bilder in schneller Folge. Besonders bei unruhigen Motiven wie Tieren oder Kindern kann das helfen, den richtigen Augenblick abzupassen.

Dabei entstehen innerhalb von Sekunden Dutzende Fotos. Am Ende eines langen Fototages sollte man dann am besten eine Auswahl treffen und den Rest der Serienbilder löschen – sonst könnte der Platz auf dem Handyspeicher doch irgendwann knapp werden.

Hintergrund:

Schärfe und Belichtung

Zwei Handgriffe sind absolut wichtig zu kennen: Bei den meisten Apps kann der Schärfepunkt manuell mit einem Fingertipp gesetzt werden. So geht man sicher, dass der Fokus tatsächlich auch auf dem gewünschten Motiv liegt – ein unscharfes Gesicht lässt sich auch in der Nachbearbeitung nicht mehr retten.

Ebenfalls wichtig ist in diesem Zusammenhang die Belichtung. In der Regel stellt die Automatik eines Smartphones diese zwar gut ein, doch wenn das Motiv nicht im Zentrum des Bildes liegt oder im Vergleich zum Gesamtbild eher klein ist, kann es passieren, dass der eigentlich interessante Teil des Fotos zu dunkel oder zu hell ist.

Bei vielen Kamera-Apps lässt sich dies anpassen, indem man zunächst auf den scharf zu stellenden Bereich tippt, anschließend taucht ein Regler auf, mit dem sich die Belichtung verstellen lässt.

Hintergrund: H

Bildaufbau mit Drittel-Regel

Ein gutes Bild hängt nicht nur von der Technik ab, auch die Komposition der einzelnen Bildelemente ist wesentlich. Ein ganz einfacher Kniff, der Bilder bereits deutlich besser aussehen lässt, ist die „Drittel-Regel“. Dabei geht es darum, dass man im Geist je zwei horizontale und zwei vertikale Linien über den Bildausschnitt legt, ihn also in Höhe und Breite drittelt. Die allermeisten Smartphones haben glücklicherweise ein einblendbares Raster, das sich an genau dieser Regel orientiert.

Beim Fotografieren sollte man nun darauf achten, wichtige Bildelemente jeweils etwa auf diesen Linien oder noch besser auf Kreuzungspunkten dieser Linien zu platzieren – und nicht etwa genau in die Mitte des Bildes zu setzen. Auch dieser Tipp sollte ein wenig ausprobiert werden, bis man sich mit der Bildeinteilung wohlfühlt und ein Gefühl für die richtige Positionierung der Motive bekommt.

HDR-Modus nutzen

Mittlerweile bieten alle besseren Handykameras einen sogenannten HDR-Modus. HDR steht dabei für „High Dynamic Range“, also ein Bild mit hohem Kontrastumfang. Ist HDR aktiviert, schießt das Handy automatisch mehrere, unterschiedlich belichtete Bilder und fügt sie anschließend zusammen. So können sowohl helle als auch dunkle Bereiche im Bild detailliert wiedergegeben werden.

In der Regel sollte man den HDR-Modus aktiviert lassen. Für Fotos, bei denen man gezielt mit Licht und Schatten oder Über- und Unterbelichtung spielen möchte, sollte man HDR ausschalten.

Auflösung und Formate

Die bei vielen Handyherstellern gängige Auflösung von zwölf Megapixeln ist für Ausdrucke oder Fotoabzüge bis DIN A4 gut geeignet. Es ist kaum sinnvoll, die Auflösung im Handy noch weiter zu reduzieren – schließlich bleibt so auch Spielraum, um Fotos zu beschneiden und sie danach dennoch in ausreichender Qualität ausdrucken zu können.

Die meisten Smartphones speichern die Bilder im Dateiformat JPG. Hierbei werden die Bilder komprimiert, sodass sie weniger Platz auf dem Gerätespeicher verbrauchen. Für die meisten Nutzer dürfte JPG die sinnvollste Einstellung sein.

Immer mehr Smartphones bieten jedoch auch die Aufnahme im sogenannten RAW-Format. Hier haben Anwender mehr Freiheiten bei der digitalen „Entwicklung“ der Bilder. Allerdings lassen sie sich auch nur mit speziellen Apps bearbeiten und verbrauchen erheblich mehr Speicherplatz. RAW empfiehlt sich nur für ambitionierte Nutzer, die wissen, was sie tun.

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