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Heizung optimieren: Mit einem Trick Geld und Energie sparen

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Heizungs-Check wird ab Oktober zur Pflicht

Heizungs-Check wird ab Oktober zur Pflicht

Ab Oktober wird der Check von Erdgas-Heizungen zur Pflicht. Das müssen Verbraucher beachten:

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Werden Heizkörper nicht richtig warm, kann ein hydraulischer Ausgleich helfen. Die Maßnahme spart Heizkosten ein, hat aber einen Haken.

Die Temperaturen werden nachts einstellig und die Tage immer kürzer – ein klares Zeichen dafür, dass in Deutschland die kalten Monate beginnen. In vielen Haushalten bedeutet es zudem, dass die Heizung eingeschaltet werden muss. Doch 2022 drehen viele Verbraucher bloß vorsichtig am Thermostat.

Zu groß ist die Sorge, dass die Heizkosten in die Höhe schießen und am Ende nicht mehr bezahlbar sind. Zwar gibt es seitens der Ampel-Koalition Hilfe – etwa einen Heizkostenzuschuss für alle Wohngeld-berechtigte Bürger – doch in vielen Haushalten reichen diese Entlastungsmaßnahmen nicht aus.

Heizung richtig einstellen: Wann ein hydraulischer Ausgleich sinnvoll ist

Viele Verbraucher suchen deshalb nach Einspar-Optionen oder Möglichkeiten, günstig Energieträger einzukaufen. Jedoch sollte man hier aufpassen – besonders, wenn die Ideen noch recht neu sind. Wer etwa Holzpellets günstig in Polen einkauft, sollte immer auch Versandzeit und Lieferkosten im Blick behalten, die nach einer Bestellung für unangenehme Überraschungen sorgen können. Und auch die Heizung sollte man nie ganz abdrehen, da sonst Schimmel und im Extremfall sogar ein Streit mit dem Vermieter die Folge sein können.

Neben Einspar-Optionen und günstigeren Energieträgern ist aber auch Optimierung eine Möglichkeit, um bares Geld einzusparen. Speziell bei der Heizung ist eine reibungslose Funktion wichtig – funktionieren Heizkörper nicht, kostet es unnötige Energie. Wird eine Heizung etwa nicht richtig warm, kann es helfen, dieses Gerät zu entlüften. Wird es danach immer noch nicht besser, kann ein sogenannter hydraulischer Ausgleich die Lösung sein. Das Problem dabei: Die Maßnahme können Verbraucher nicht selbst bewerkstelligen – ein Fachbetrieb muss Hand anlegen.

Hydraulischer Ausgleich kann Heizkosten senken – was konkret gemacht wird

Die gute Nachricht ist, dass das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen hydraulischen Ausgleich bezuschusst. Erfolgt diese Maßnahme im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans, fällt die staatliche Förderung Berichten von "CHIP365" zufolge sogar noch höher aus. Wer zur Miete wohnt, sollte die Maßnahme seinem Vermieter vorschlagen, sollten ein oder mehrere Heizkörper nicht mehr richtig heizen. Zwar ist mit Handwerkerkosten zwischen 500 und 1.000 Euro zu rechnen, doch das kann sich auf lange Sicht rechnen.

Ist die Heizung hydraulisch richtig eingestellt, kann man pro Jahr rund 75 Euro an Heizkosten sparen, wie aus einer Berechnung des Portals "CO2online" hervorgeht. Steigen die Energie- und Heizkosten weiter rasant an, ist sogar ein noch höherer Betrag denkbar. Im Laufe der Zeit amortisieren sich die Kosten für den hydraulischen Ausgleich somit. Zu beachten ist, dass der gesamte Prozess einen halben bis ganzen Tag in Anspruch nimmt und von einem Heizungsmonteur, Energieberater oder einem anderen hierfür qualifizierten Fachmann durchgeführt werden muss – der Ablauf:

  1. Der Fachmann inspiziert alle Heizkörper und dokumentiert deren Zustand.
  2. Es wird ermittelt, wie viel Wärmezufuhr nötig ist, um die gewünschte Raumtemperatur zu halten. In die Berechnung fließen auch Faktoren wie Dämmung, Lüftung oder Fensterdichtung mit ein.
  3. Das Fachpersonal bestimmt auf Grundlage der Berechnung die optimale Vor- und Rücklauftemperatur des Wassers für jeden Heizkörper individuell.
  4. Auf Grundlage der Strömungswiderstände kann die optimale Leistung der Heizungspumpe bestimmt werden.
  5. Alle gesammelten Daten sind die Basis für die korrekte Einstellung der Thermostatventile sowie des Heizkessels

Heizkörper richtig einstellen spart Energie und Geld – aber nicht sofort

Im Anschluss an einen hydraulischen Ausgleich sollten alle Heizkörper wieder ausreichend und effizient heizen. Voraussetzung für die Maßnahme ist, dass in der Wohnung die Thermostatventile manuell verstellbar sind. Wer sich unsicher ist, kann direkt auf einen Fachbetrieb zugehen und sich in einem Gespräch auch über die ungefähren Kosten informieren lassen. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass ein hydraulischer Ausgleich kein Wundermittel in der Energiekrise ist. Denn die hohen Investitionskosten rechnen sich erst im Laufe der Jahre.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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