„Friederike“

Wer zahlt Sturmschäden? Die wichtigsten Fragen und Antworten

Sturmschäden: So holt man sich sein Geld zurück

Ein Sturm kann schnell große Schäden am eigenen Haus anrichten. Zum Glück gibt es Versicherungen, die dafür aufkommen. Diese fünf Regeln sollte man beachten, damit die Schäden auch bezahlt werden.

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Berlin  Zerstörte Hausdächer, ausgefallene Flüge: Die Schäden von Sturm „Friederike“ sind vielfältig. Was müssen Betroffene jetzt beachten?

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Der Orkan „Friederike“ kostet die deutschen Versicherer rund 500 Millionen Euro. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft veröffentlichte am Freitag eine erste Schadenschätzung.

Der Sturm liegt damit deutlich unter dem Wintersturm „Kyrill“, der 2007 mehr als zwei Milliarden Euro versicherten Schaden angerichtet hatte. Allerdings ist der wirtschaftliche Schaden von Naturkatastrophen meist höher als der versicherte Schaden, weil viele Hauseigentümer keine Versicherung abgeschlossen haben. Was nun für Hausbesitzer, Autofahrer und Reisende wichtig wird.

• Welche Versicherung bezahlt für welche Sturmschäden?

Sturmschäden am Haus sind in der Regel über die Hausrat- oder die Wohngebäudeversicherung abgesichert. Darauf weist der Bund der Versicherten (BdV) hin. Die Gebäudeversicherung etwa zahlt bei abgedeckten Dächern, zerstörten Schornsteinen oder Schäden durch umgefallene Bäume. Sie kommt auch für Folgeschäden auf, wenn durch das vom Sturm beschädigte Dach oder kaputte Fenster Regen eindringt – aber nur für Schäden am Haus selbst.

Für bewegliche Gegenstände ist die Hausratversicherung zuständig – sie übernimmt Schäden, wenn der Sturm zum Beispiel das Dach abgedeckt hat und die Möbel nass und unbrauchbar geworden sind.

Schäden sollten schnellstmöglich der Versicherung gemeldet werden. Grundsätzlich reicht ein Anruf, zur Sicherheit rät der BdV zu einem Einschreiben mit Rückschein. Zur Dokumentation der Schäden sollten Versicherte Fotos machen und mögliche Zeugen benennen. Wichtig: Ohne Rücksprache sollten Betroffene die Schäden nicht beseitigen. Die Versicherung muss die Möglichkeit haben, den Schaden durch eigene Gutachter bestimmen zu lassen.

• Was muss ich beachten, wenn der Sturm mein Auto beschädigt hat?

Hat etwa ein umfallender Baum ein Auto beschädigt, sollten Besitzer dies umgehend ihrer Kfz-Teilkaskoversicherung melden. Ohne Absprache mit dem Versicherer sollten Fahrer allerdings keinen Gutachter bestellen oder den Schaden reparieren lassen – sonst bleiben sie unter Umständen auf den Kosten sitzen.

Bei Schäden durch herunterfallende Äste oder Dachziegel ist in jedem Fall die Teilkaskoversicherung der richtige Ansprechpartner. Denn hier findet in der Regel keine Rückstufung statt. Zudem ist die Selbstbeteiligung meist geringer. Fährt der Wagen hingegen gegen einen Baum, der bereits länger auf der Straße liegt, müssen sich Versicherte – falls vorhanden – an ihre Vollkaskoversicherung wenden.

• Was ist, wenn ich meine Reise mit der Bahn nicht antreten konnte?

Nach Angaben der Bahn behalten alle Fahrkarten für vom Sturm betroffene Strecken ihre Gültigkeit. Sie können kostenfrei erstattet oder bis eine Woche nach Ende der Störung flexibel genutzt werden. Dies gelte auch für zuggebundene Fahrscheine. Sitzplatzreservierungen können umgetauscht werden. Eine Übersicht mit betroffenen Strecken gibt es auf online auf der Website der Bahn.

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Hat sich ein Zug wegen des Unwetters erheblich verspätet, muss die Bahn einen Teil des Ticketpreises erstatten. 25 Prozent des Preises gibt es ab 60 Minuten Verspätung, 50 Prozent ab 120 Minuten. Entscheidend ist die Ankunftszeit am Zielort. Die Bahn hat für Kunden unter 08000/99 66 33 eine kostenlose Sonderhotline eingerichtet.

• Was ist, wenn ich als Bahnkunde unterwegs gestrandet bin?

Die Deutsche Bahn erstattet Reisenden die Kosten für nötige Übernachtungen. Das gilt, sofern die Fortsetzung der Fahrt am selben Tag unmöglich oder unzumutbar ist. Alternativ ersetzt die Bahn die Kosten für ein anderes Verkehrsmittel in Höhe von maximal 80 Euro, wie das Unternehmen erklärt. Organisiert die Bahn ein anderes Verkehrsmittel oder eine Übernachtungsmöglichkeit, so hat dies Vorrang.

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• Was gilt für Reisende, die mit dem Flugzeug unterwegs waren?

Anders als bei der Bahn können Flugreisende bei einem Sturm nicht unbedingt auf eine Entschädigung für Ausfälle und Verspätungen hoffen. Denn ein starkes Unwetter kann als außergewöhnlicher Umstand gelten – wodurch der Anspruch entfällt. Das gilt aber keineswegs pauschal. Eine Fluggesellschaft muss alle zumutbaren Maßnahmen ergreifen, um Verspätungen dennoch zu vermeiden. Was genau hier jedoch angemessen ist, beschäftigt regelmäßig die Gerichte.

Nach einer Verspätung oder einem Flugausfall sollten sich Betroffene zunächst an die Fluggesellschaft wenden. Kommt keine befriedigende Antwort, bietet sich eine Beschwerde bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) an. Für Fluggesellschaften aus Deutschland gibt es außerdem die Schlichtungsstelle Luftverkehr beim Bundesjustizamt. (dpa/rtr)

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