Mobbing

Wie Cyber Mobbing ein Leben zerstört hat

Amanda Todd nutzte die Videoplattform YouTube um von ihrem Leid zu berichten.

Amanda Todd nutzte die Videoplattform YouTube um von ihrem Leid zu berichten.

Foto: Getty Images

Bochum.   Es gibt kein Entrinnen. Schüler, die Opfer von Cyber Mobbing werden, haben kaum eine Chance ihren Peinigern zu entfliehen. Diese schreckliche Erfahrung musste die Amerikanerin Amanda Todd machen. Weil sie die Qual nicht mehr ertragen konnte, nahm sie sich das Leben. Sie wurde nur 15 Jahre alt.

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Es ist die schlimmste Art zu Mobben, denn was im Internet ist, bleibt im Internet. Man kann nicht ausweichen. Cyber Mobbing ist der Albtraum eines jeden Jugendlichen. Es gibt unterschiedliche und oft tragische Fälle, einige enden sogar mit dem Tod. Das Mobben im Internet ist die schlimmste Art des Mobbens, denn jeder sieht es und kann anonym mitmachen. Die Anlässe des Mobbens sind oft unterschiedlich, mal ist es die zu runde Figur, mal ausgefallenes Aussehens, teilweise auch Homosexualität.

Aber hier soll über einen anderen Fall berichtet werden. Einen Fall, über den schon viel geschrieben wurde und der viel Aufmerksamkeit erregt hat. Das Opfer dieser Geschichte ist schon heute ein Wahrzeichen im Kampf gegen Cybermobbing. Wir möchten über Amanda Todd berichten.

Falsches Vertrauen

Dass Amanda Todd ohne das Cybermobbing heute wahrscheinlich ein normales 17-jähriges Mädchen gewesen wäre, ist wohl klar. Doch dazu kam es nicht, weil sie mit dem Internet nicht vorsichtig genug umging, und sich mit 12 Jahren vor einem Fremden per Webcam obenherum ausgezogen hatte. Dieser kontaktierte sie ein paar Wochen später, er wolle wieder eine Show von ihr haben. Er erpresste sie mit den Videoaufnahmen und schickte sie an Amanda Todds Freunde. Sie wurde gemobbt und wechselte daraufhin die Schule. Dann erstellte ihr Peiniger ein Facebook Profil mit ihren Brüsten als Profilbild. Sie war ganz allein, wusste sich nicht zu helfen, verlor ihre Freunde und jeden Respekt. Sie fing an sich zu ritzen, wollte aufhören.

Deshalb wechselte sie erneut die Schule, die Situation besserte sich, doch sie war trotzdem alleine. Sie schlief mit einem alten Freund, der jedoch eine Freundin hatte, weil sie dachte, dass er sie wirklich mag. Kurz darauf wurde sie im von dieser Freundin zu Boden geschlagen und viele Mitschüler ihrer neuen Schule schauten nur zu. Nach der Attacke trank sie Bleichmittel, um sich das Leben zu nehmen. Man rettete Amanda, doch sie hatte weiterhin Selbstmordgedanken. Es folgte ein erneuter Umzug. Sie war so zerstört, dass sie Antidepressiva (Tabletten) nahm und zu einem Therapeuten ging. Doch es schien zu spät, denn drei Monate vor ihrem Selbstmord, stellte sie ein Video auf You Tube, ihr letzter Hilferuf. In dem Video erzählt sie ihre Geschichte. Es endet mit den Worten: „Ich habe NIEMANDEN, ich brauche JEMANDEN.“

Nach ihrem Selbstmord gründete ihre Mutter eine Organisation mit dem Namen „Amanda Todd Trust“, die sich für Jugendliche mit psychischen Problemen einsetzt. Wenn man selbst Opfer ist, raten Experten dazu, nichts im Internet zu löschen, sondern Screenshots als Beweis zu sammeln und nicht zurück mobben, denn mit einem Klick ist man selbst Täter. Als Elternteil kann man helfen, indem man die Gefahr rechtzeitig erkennt und etwas unternimmt, bevor es zu spät ist. Wenn man Mobbing mitkriegt sollte man nicht nur zuschauen, sondern etwas tun wie Z.B Lehrern oder Eltern Bescheid sagen. Also egal ob Opfer, Eltern oder Außenstehender, holt euch Hilfe!!!

Celina Sitter, Lina Martini, Klasse 8a, Neues Gymnasium Bochum

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