Mendener Bahnhof

Vom Schmuckstück zum Schandfleck

Foto: PRIVAT

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Menden. Es gibt viele Bezeichnungen für den Mendener Bahnhof: Schandfleck, Ruine, Altlast; um nur einige zu nennen.

Aber kaum einer kennt seine ganze Geschichte und weiß, wie viel Menden und seine Einwohner ihm eigentlich zu verdanken haben:

1869 - es ist so weit, der Bau des Bahnhofes wurde nach dem Wunsch des Stadtverordneten schon 1869 von der Bergisch-Märkischen Eisenbahngesellschaft in Elberfeld genehmigt. Im Jahre 1872 fand die Eröffnungsfeier der Bahngleise von Fröndenberg nach Menden statt und 1882 wurde das Empfangsgebäude erbaut.

Die seitlich angeordneten, kleineren Gebäude sind ein Zeitungskiosk und das Bahnmeisterhaus. Dieses Haus wurde ca. 1900 errichtet und der Bahnmeister arbeitete und wohnte darin.

Bei der ersten Veränderung 1912 wurde das große Gebäude angebaut. Im selben Jahr wurde die Erweiterung des Schienennetzes nach Hemer, Iserlohn und Neuenrade abgeschlossen. 1926 verfügt der Güterbahnhof über 13 Gleise.

Im Zeitraum zwischen 1872 und1926 wächst die Bevölkerung Mendens um das Dreifache. Im 2. Weltkrieg wurde der Güterbahnhof zerstört. Erheblich später, 1954, war der Bahnhof für die Menschen notwendig für die Weiterentwicklung. Die Zeit des Wirtschaftswunders brach an.

Mendener schmückten Züge sogar mit Blumen

Der zweite Umbau fand im Inneren statt, ein Jahr später. Die Züge waren den Mendenern nach dem Krieg sehr wichtig und sie schmückten sie sogar mit Blumen.

1961 wurde der Bahnhof um einen Raum für das Gepäck erweitert. Vor nicht allzu langer Zeit befand sich vor ihm eine Mittelinsel, auf der zwei Kastanien gepflanzt waren, an die heute nur noch zwei traurige Baumstümpfe erinnern. Viele unserer Eltern sammelten in ihrer Kindheit dort Kastanien. Die Leute trafen sich nach der Arbeit im Gebäude, um dort den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.

Stete Weiterentwicklung

Über 90 Jahre entwickelte sich der Bahnhof immer weiter. Der Umbau im Jahre 1961 war dann auch der letzte für mindestens die nächsten 48 Jahre. Lkw ersetzten den Zug.

27. März 2002 – es ist der letzte Arbeitstag für den Fahrkartenverkäufer. Von nun an werden Automaten seine Arbeit übernehmen.

2009 – Der Antrag auf Denkmalschutz des Bahnhofsgebäudes und des Vorplatzes wird gestellt. Das Gebäude hat für die Geschichte und die Stadtentwicklung eine große Bedeutung. Es wurde bewusst an diese Stelle gesetzt; mit dem Blick durch die Bahnhofsstraße auf die Vincenzkirche.

„Der Bahnhof, wie er war, hat Menden ein Gesicht gegeben. Er ist unaustauschbar.“, so Katrin Wilshues. Sie ist Architektin und setzt sich, zusammen mit einer Kollegin, für die Erhaltung des Bahnhofes ein. Unter anderem stellten sie auch den Antrag auf Denkmalschutz und Frau Wilshues beantwortete mir freundlicherweise auch einige Fragen, die ich zu Mendens damaligem „Schmuckstück“ hatte.

Die beiden Frauen machen das Thema öffentlich, um möglichst viele Menschen davon zu überzeugen, dass der Bahnhof zu Menden gehört. Andere Mendener sind ebenfalls dieser Meinung und zusammen stellten sie einen Bürgerantrag an den Bürgermeister, damit das Gebäude erhalten bleibt und saniert wird.

Doch wie schwer zu übersehen ist, wurde bis jetzt noch nichts unternommen. Hoffentlich wird er in Zukunft Menden wieder ein Gesicht geben, wie er es damals auch tat.

Unser Bahnhof ist durch nichts ersetzbar!

Charlene Camen

Walramgymnasium

Klasse 8c

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