Thyssenkrupp

Bilanz von Thyssenkrupp: Konzern in dramatischer Lage

NRZ-Chefredakteur Manfred Lachniet kommentiert.

NRZ-Chefredakteur Manfred Lachniet kommentiert.

Foto: NRZ

Die Lage beim Essener Stahlkonzern Thyssenkrupp ist mehr als dramatisch. Inzwischen verspricht nur der Einstieg des Staates Rettung.

Wenn den Verantwortlichen bei Thyssenkrupp keine anderen Worthülsen einfallen als „...gestärkte Bilanz“ oder „Basis für die zukünftige Aufstellung...“ – dann haben sie nicht kapiert, dass sie mit solchen Manager-Sprechblasen meilenweit weg sind von den Gefühlen der vielen verunsicherten Mitarbeiter. Diese wundern sich seit langem, was denn bitteschön die Strategie sein soll, wenn erst der wertvollste Teil des Unternehmens verkauft wird und man sich dann fragt, was mit den anderen Sparten geschehen soll.

Vor lauter roten Zahlen und Absatzproblemen leuchtet kein Licht am Ende des Tunnels. Mehrere teure Vorstandschefs fanden keine Lösung und gingen mit Millionenabfindungen. Chefs mit guten Ideen wurden geschasst. Auch deshalb, weil die Seilschaften im Konzern nie abgeschafft wurden, die Strukturen stets starr blieben.

Gewerkschaften springen dem Vorstand meist bei

Dies schließt übrigens die Gewerkschaften mit ein, die dem Vorstand meist beispringen. Immer von der Angst getrieben, dass es mit anderen Partnern noch schlimmer kommen könnte.

Noch vor Monaten sah es so aus, als könnte Konzernchefin Merz das Blatt wenden. Doch wenn jetzt nur noch der Einstieg des Staates als Lösung erscheint, ist die Lage mehr als dramatisch.

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