Schulkantinen

Da brat’ mir einer ein Schwein

Wir brauchen keinen Streit darüber, ob es in Kantinen genug Schweinefleisch gibt. Wir brauchen eine Debatte über die Qualität der Schulmensen.

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Wenn die politischen Diskussionen draußen in der Welt oder hier drinnen in der Redaktion absurd zu werden drohen, schüttelt der Kollege am Schreibtisch nebenan den Kopf und murmelt: „Ich glaube, das kommt von zu viel Schweinefleisch.“ Eine Erklärung, die vielleicht auch auf den nun hochgekochten Streit um die Menüs in Schulkantinen zutrifft.

Weil es zu aufwendig ist, zwei verschiedene Fleischgerichte anzubieten, servieren Caterer statt Schnitzel zunehmend Geflügel oder Rind. Die Empörung darüber wäre gerechtfertigt, wenn die sogenannten Bio-Deutschen tatsächlich aus Rücksicht auf Muslime auf etwas verzichten müssten. Doch es bleibt Gelegenheit genug, am Abend und am Wochenende Schinken, Fleischwurst, Schweinebraten zu verspeisen. 60 Kilogramm Fleisch isst ein Bürger in Deutschland pro Jahr – davon 36 Kilo Schwein. Die deutsche Esskultur scheint also nicht in Gefahr.

Was die Schulkantinen anbetrifft, da ist eine andere Debatte angebracht: darüber, dass dort viel zu viel Fleisch, welcher Sorte auch immer, auf den Tellern landet. Dass es zu wenig Obst, Gemüse und Salate gibt. Dass Essen und Atmosphäre meist so dürftig sind, dass die Kinder gar nicht dort essen, sondern lieber abends zu Hause bei Mama – ein Schnitzel.

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