Verkehrstote

NRW-Unfallstatistik für 2019: Kein Grund zum Jubeln

NRZ Redakteur Holger Dumke kommentiert.

NRZ Redakteur Holger Dumke kommentiert.

Foto: - / NRZ

Die Unfallstatistik wurde veröffentlich: Jeder Unfalltote, jede schwere Unfall ist einer zuviel. Die Landesregierung kann und muss mehr tun.

Bei einem Verkehrsunfall können Sekundenbruchteile über Leben und Tod entscheiden. Die Feststellung von Innenminister Reul, dass es im Jahr 2019 mit 458 Verkehrstoten so wenige wie noch nie gegeben habe, ist schön für die Statistik, aber angesichts der 13.500 Schwerverletzten nicht viel wert. Die Zahl der Unfälle insgesamt hat sogar zugenommen; und der Leichtsinn (Alkohol, Drogen, Raserei) ist auch nicht weniger geworden, im Gegenteil. Hier muss die Landesregierung mehr tun.

Sie sollte zum Beispiel eine starke Stimme für Tempo 130 auf Autobahnen sein. Man muss keine 200 oder mehr fahren, sich und andere in Gefahr bringen. Mit hohen Geschwindigkeiten steigt das Risiko schwerer Unfälle – und zwar unabhängig davon, ob man selbst Verursacher ist oder nicht. Die Landesregierung sollte zudem mehr Geld für sichere Radwege bereitstellen. Immer mehr Menschen steigen aufs Fahrrad um.

Und der Innenminister muss wieder mehr Polizisten für die Verkehrsüberwachung einsetzen. Das ist zwar nicht so populär wie Razzien in Shisha-Bars und Spielhallen, aber mindestens so wichtig.

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