Contra-Kommentar

Die Abschiebung ist in dem Fall nicht verhältnismäßig

Monika Willer.

Monika Willer.

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Der Fall in Meschede taugt nicht zum Aufreger. Die Abschiebung erscheint WP-Redakteurin Monika Willer nicht verhältnismäßig.

Die Einstufung der Türkei als sicheres Herkunftsland ist angesichts von Erdogans Umgang mit Andersdenkenden und Minderheiten hoch umstritten.

Deshalb kommen die Behörden immer wieder in schwierige Situationen. Einerseits ist es fast unmöglich, Ausländer abzuschieben, die in Deutschland Verbrechen begangen haben. Andererseits haben wir eine kurdische Familie, die eine sichere Zukunft für sich und die Kinder sucht; der Mann geht arbeiten.

Die Familie hat sich von einem Schlepper falsche Papiere verkaufen lassen, daher steht sie als Urkundenfälscher nun in einer Reihe mit Bombenlegern, Rauschgifthändlern und Gewalttätern. Ist das verhältnismäßig? Nein.

Eine große Schwäche des Asylrechts ist das mangelnde Augenmaß bei Abschiebungen. Bei Gymnasiasten und Familienvätern greift das Gesetz mit aller Härte durch, die kriegt man ja auch. Die anderen, die man nicht hier haben will, die rutschen durch die Maschen. Unter humanitären Aspekten ist das ein Trauerspiel.

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