Martin Korte zu Facebook

Die Gedanken sind frei

Facebook will Gehirne und Computer direkt miteinander vernetzen. Ein Tabubruch.

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Wenn Facebook ein Team aus 60 Forschern auf ein Projekt ansetzt, dann steht fest: Das Vorhaben gehört nicht in die Kategorie Science Fiction. Die Umsetzung ist wohl nur noch eine Frage der Zeit. An den Mitteln wird es nicht scheitern: Facebook schwimmt im Geld.

Das angeblich soziale Netzwerk hat es bei der Erforschung des Nutzerverhaltens ja schon ziemlich weit gebracht. Wer was wann tut berechnet das US-Unternehmen über Algorithmen recht genau und rasend schnell. Aber eben noch nicht mit 100-prozentiger Zuverlässigkeit – irgendwie ist der Mensch zum Glück ja doch noch unberechenbar. Was liegt also näher, in Zukunft physisch direkt in Gedanken einzudringen.

Es gibt sicher genug Zeitgenossen, die sich als Testperson zur Verfügung stellen würden; schon heute lassen sich ja zig Fortschrittsgläubige Mikrochips einpflanzen, so dass sie per Handauflegen Türen öffnen oder ihre Kaffee bezahlen können.

Die Risiken sind ihnen egal, und sie lassen kritischen Geistern die Haare zu Berge stehen. Wer will Facebook daran hindern, die Gehirnströme doch auszuwerten, also tatsächlich Gedanken zu lesen? Vielleicht ist der Weg für einen Rückkanal, also für eine technische Beeinflussung des Denkens, gar nicht so weit. Und was passiert, wenn die Daten gehackt werden? Dann sind die Gedanken frei – aber nicht so, wie wir uns das wünschen. Facebook und andere lassen gerade einen Geist aus der Flasche, den sie nicht wieder einfangen können.

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