Süd- und Nordkorea

Die große Korea-Show

Die Avancen von Machthaber Kim Jong Un sind große Show, hinter der eiskaltes taktisches Kalkül steckt.

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Nein, Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat nicht über Nacht die Kunst der Charme-Offensiven entdeckt. Er verfolgt keine Samthandschuh-Politik. Die Teilnahme seines Landes an den Olympischen Winterspielen in Südkorea und die Einladung zum Staatsbesuch nach Nordkorea sind inszeniert. Eine große Korea-Show, hinter der eiskaltes taktisches Kalkül steckt.


Kim geht es vor allem darum, die Sanktionsfront gegen seine Atom- und Raketentests aufzulockern. An erster Stelle soll Südkorea geködert werden. Dessen Präsident Moon ist interessiert an einem Ausgleich mit dem Norden. Zugleich will er aber auch die EU-Staaten umgarnen, von denen zumindest einige anfällig für diplomatische Tauwetter-Initiativen sind.


Das heißt nicht, dass Nordkorea an seinem Nuklearwaffenprogramm rüttelt. Ganz im Gegenteil. Während die Welt die Olympia-Bilder von Pyeongchang sieht, nutzt Kim die Zeit zur Weiterentwicklung seines Arsenals. Er strebt nach Atomgeschossen, die die USA erreichen können. Sie wären für ihn Erpressungspotenzial – und die Lebensversicherung für sein Herrschaftsmodell.

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