Missbrauch

Ein gutes Signal von Erzbischof Becker

Foto: Michael Kleinrensing

Der Paderborner Erzbischof schreibt erstmals an die Katholiken. Aber dieses Signal reicht noch nicht

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Erzbischof Hans-Josef Becker reagiert angemessen darauf, dass auch im Erzbistum Paderborn Priester Missbrauch begangen haben, also Verbrecher sind. Die neue Offenheit, mit der Paderborn in dieser Frage auftritt, gebietet Respekt. Beckers erster Brief an die Katholiken ist ein richtiges Signal. Trotzdem wird das nicht reichen. Denn die Vernünftigen unter Deutschlands Kirchenführern schämen sich zwar, wirken tatsächlich aber hilflos, weil die Vorwürfe in einem Milieu spielen, das ihnen fremd ist. Die Unvernünftigen hingegen konstruieren schmutzige Zusammenhänge, etwa dass Homosexualität die Ursache für den Missbrauch sei. Wenn man solche Interviews liest, kriegt man Angst um den Fortbestand der katholischen Kirche, denn dann weiß man, dass dort immer noch wichtige Vertreter zu viel zu sagen haben, die nicht die Spur von Reue oder - bewahre - Mitgefühl mit den Opfern zeigen.

In Paderborn ist das anders. Es wird sich weisen, ob die neue Transparenz greift, vor allem, ob die Präventionsmaßnahmen ausreichen, um neue Taten zu verhindern. Man möchte es so gerne glauben.

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