Ein letzter Anlauf

Jens Helmecke WP Portrait bunt

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Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

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Ob aller guten Dinge drei sind, kann man im Fall der Insolvenz von Kettler im Sinne der gut 500 Beschäftigten nur hoffen.

Die Liste der Managementfehler ist lang und hat bereits in den 90-er Jahren unter Heinz Kettler ihren Anfang genommen. Damals wurde es verpasst, neue Märkte wie etwa die Fitnessclubausrüstung zu erobern. Echte Innovationen wie das von Kettler erfundene Alurad blieben in den letzten Jahrzehnten Mangelware. Das Kultprodukt Kettcar rollte irgendwann nur noch mit, aber nicht mehr vorneweg.

Die Abwärtsspirale wurde zum Teufelskreis, die Produktionsstandorte nicht mehr auf dem neuesten Stand gehalten. Die Auslastung am Standort Deutschland stimmte nicht mehr, weil Fertigung nach China verlagert wurde. Die Entscheidung des Investors Lafayette Capital, sich auf weniger und dafür ausschließlich in Deutschland gefertigte Produkte zu konzentrieren, könnte der Marke „made in Germany“ vielleicht noch einmal helfen.

Die aktuelle Situation gleicht allerdings einer Gratwanderung im Eiltempo. Hochgefährlich und ungewiss im Ausgang.

Die dritte Insolvenz seit 2015 ist ziemlich sicher der letzte Anlauf, das Unternehmen zu retten. Unabhängig davon sollte das Instrument der Insolvenz in Eigenregie, das in der Regel auf Kosten von Belegschaft und zuliefernden Geschäftspartnern geht, einmal überprüft werden.

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