Thyssenkrupp

Ein vorläufiges Ja

Mit großer Mehrheit stimmten die Stahlarbeiter von Thyssenkrupp für den Beschätigungssicherungs-Tarifvertrag, der eine Fusion mit Tata ermöglicht – vorausgesetzt, die Details stimmen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ja, die Stahlarbeiter bei Thyssenkrupp möchten ihre Jobs behalten. Natürlich!

Das Votum für den Tarifvertrag, der zwischen Gewerkschaft und Vorstand ausgehandelt wurde, belegt, welchen Wert ein Arbeitsplatz für den Menschen hat und welche Bedrohung es bedeutet, ihn möglicherweise zu verlieren oder bestenfalls befristet zu haben.

Stahlarbeiter legen traditionell besonderen Wert auf Ehrlichkeit. Sie zu belügen, tut selten gut. Deswegen ist die von Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger angestrebte Fusion mit dem indischen Riesen Tata-Steel auch noch keineswegs in trockenen Tüchern. Aufsichtsrat Detlef Wetzel hat recht, neun Jahre Beschäftigungssicherung und sehr hohe Investitionen in die deutschen Standorte erscheinen spektakulär. Sie sind es aber nur, wenn das neue Unternehmen tatsächlich auch auf gesunde Beine gestellt wird.

Ungeachtet dessen hat diese Fusion einen sehr hohen Preis. Dass eine Jahrhunderte alte Stahltradition an der Ruhr verwässert, mag vielleicht nur sentimentale Gemüter bewegen. Dass aber die Montanmitbestimmung durch Verlegung des Unternehmenssitzes in die Niederlande verloren geht, ist ein herber Verlust für das hohe Gut Sozialpartnerschaft. Schuld ist die Vorstandsetage, nicht das Votum der Beschäftigten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben