Digitalisierung

Es wird Zeit für ein Digital-Ministerium

Die Digitalisierung ist die größte Chance, den Wohlstand zu sichern. Doch es liegt am Staat, mutig den Weg zu weisen

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Welch ein wunderbares Geschenk ist es für die Eltern, wenn ein Kind zur Welt kommt. Doch Vorsicht, danach wird es stressig! Dann lernen die Eltern den deutschen Staat von einer seiner schwächsten Seiten kennen: die Verwaltung. Sie müssen ein erstes Mal zum Amt, um die Geburtsurkunde zu erhalten. Dann wenden sie sich an die nächste Behörde, um das Kindergeld zu beantragen. Einen Kinderausweis hat der Nachwuchs dann immer noch nicht. Also auf zum Bürgeramt. Und das ist nur ein Beispiel von vielen in Behördendeutschland.

In einer Gesellschaft, die für ihre Kommunikation, Bankgeschäfte und Einkäufe wie selbstverständlich das Internet nutzt, ist das Gebaren des Staates bei seinen Bürgerdiensten eine Qual. Alle Kommunen leiden unter demselben Grundübel: Sie sind nicht mit­ein­ander vernetzt. Dabei könnte man längst mit ein paar Mausklicks Behördengänge von zuhause erledigen. Der Staat müsste das nur wollen. Und offenbar wollen jetzt alle. Es fällt auf, dass sich Union, FDP und Grüne vor der Wahl intensiv mit der Digitalisierung des Staates auseinandergesetzt haben.

Es führt in Anbetracht der zu bewältigenden Aufgaben kein Weg an einem Digitalministerium vorbei. Ein solches Haus kann auch berechtigte Fragen aufnehmen: Wenn alles vernetzt ist, braucht man dann noch Menschen? Wie geschützt sind die Daten? Es liegt an der Politik, Sicherheit herzustellen und die Möglichkeiten dieser unaufhaltbaren Entwicklung zu fördern. Neue Geschäftsfelder, Dienstleistungen, Berufe können entstehen. Die Digitalisierung ist die größte Chance, den Wohlstand der Deutschen zu sichern. Doch es liegt am Staat, mutig den Weg zu weisen. Bei der eigenen Verwaltung müsste er damit anfangen.

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