Kita-Qualität

Für kindgerechte Kitas braucht es Idealisten – und mehr Geld

WAZ-Redakteur Gordon Wüllner-Adomako

WAZ-Redakteur Gordon Wüllner-Adomako

Foto: Marit Langschwager / FUNKE Foto Services

Kitas schließen wegen Personalnot, NRW braucht 15.600 zusätzliche Stellen. Die könnte man nur bei angemessener Ausbildungsvergütung besetzten.

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Wer von Bekannten hört, dass die Kita ihrer Tochter wegen Personalnot zeitweise schließen muss. Und wer dann von der Kita-Leiterin selbst nett und verlegen gefragt wird, ob man ausnahmsweise schon um 13 Uhr zum Abholen kommen könne, weil die Kita – wegen Urlaub, Krankheit, fehlender Bewerber – völlig unterbesetzt sei, weiß aus eigener Erfahrung, wie akut die Personalnot in der Früherziehung ist. Es sind Alltagserlebnisse der Familien in NRW – und sie zeigen, dass die von der Bertelsmann-Stiftung errechneten 15.600 zusätzlichen Stellen den Kitas Luft zum Atmen geben würden.

Ein besserer Personalschlüssel öffnet aber nicht allein die Tür zu mehr Qualität. Viele Erzieher sind umso engagierter, weil sie um die dünne Besetzung wissen. Auch das sind Erfahrungen aus dem Alltag.

Ebenso sind es häufig die engagiertesten angehenden Erzieher mit dem größten Idealismus, die überhaupt eine Ausbildung beginnen. Denn vergütet wird sie häufig nicht. Das Land will hier zwar nachbessern, allerdings nur Azubis in der praxisintegrierten Ausbildung besser bezahlen. Was ist mit den anderen zukünftigen Fachkräften? Eine grundsätzliche und angemessene Ausbildungsvergütung muss nicht nur landes-, sondern bundesweit Standard sein. Sonst wird es weiter passieren, dass Eltern plötzlich vor geschlossenen Kita-Türen stehen.

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