Buchpreisbindung

Garant der Vielfalt

Die Monopolkommission will eine bewährte Regelung aus ideologischen Gründen kippen. Das wird ihr nicht gelingen.

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Bücher sind Waren. Die Verlage verdienen Geld damit, die Händler und sogar die Autoren. Längst nicht alles, was gedruckt wird, hebt die Leserschaft auf ein neues geistiges Niveau. Warum also sollte Schriftliches über Serienkiller oder die 100 peinlichsten Persönlichkeiten anders behandelt werden als Staubsauger und Stützstrümpfe? Weil Bücher eben nicht nur Waren wie alle anderen sind, sondern ein wichtiges Kulturgut. Deshalb sollte die Bundesregierung die Empfehlung der Monopolkommission zur Abschaffung der Buchpreisbindung souverän ignorieren.

Dass Deutschland ein Leseland ist, verdankt sich eben auch den vielen kleinen Buchhandlungen, die zugleich wichtige Kulturstationen sind. Sie werden durch die Einheitspreise für Bücher geschützt – unter Druck stehen sie trotzdem. Wenn allein der Markt regierte, wären aber auch die Verlage und die literarische Vielfalt gefährdet: Große Händler wie Amazon könnten den Verlagen erst die Preise diktieren und irgendwann auch die Inhalte. Dann würde nur noch leichte Ware produziert, mit der Quersubventionierung – Bestseller ermöglichen Nischenprogramme – wäre es weitgehend vorbei. Noch funktioniert der Buchmarkt in Deutschland wirtschaftlich und kulturell – das dürfen neoliberale Ideologen nicht gefährden.

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