Kopftuchverbot in Grundschulen

Kein Weggucken mehr

Dass das Land hier ein Stoppschild aufstellen will, ohne religiöse Symbole grundsätzlich zu verbannen, ist richtig.

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Es gibt in Nordrhein-Westfalens Grundschulen und Kitas gewiss drängendere Probleme als die Verschleierung kleiner Mädchen. Nicht einmal die behördliche Erfassungswut konnte bislang Störfälle in nennenswerter Zahl protokollieren. Aber ist es deshalb falsch, dass sich die Landesregierung grundsätzlich die Frage stellt, ob man in grenzenloser multikultureller Liberalität wirklich auch Kleinkinder mit Kopftuch als Ausdruck freier religiöser Entfaltung in staatlichen Einrichtungen hinnehmen muss? Nein!


Der Verschleierung weit vor dem Eintritt in Pubertät und Religionsmündigkeit hat keinerlei islamische Begründung. Sie wirkt vielmehr in konservativen Familien als kulturelle Vorprägung und nimmt Heranwachsenden die Chance zur kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Religion und zur Persönlichkeitsentwicklung in einer offenen Gesellschaft. Kein Massenphänomen, aber jeder Fall ist einer zu viel.


Dass das Land hier ein Stoppschild aufstellen will, ohne religiöse Symbole grundsätzlich zu verbannen, ist richtig. Weggucken, weil die Verteidigung unserer Werte Ärger verheißt, hat viel zu lange die Integrationspolitik bestimmt.

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