Kommentar

Lebe wohl, Du schöner Wald

„Lebe wohl, du schöner Wald!“, endet Eichendorffs Volkslied – hoffentlich ist das kein Abgesang angesichts der aktuell katastrophalen Situation.

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„Wer hat dich, du schöner Wald,“ ... so ausgezerrt da droben? Das alte Volkslied aus der Feder von Eichendorff lässt sich in einer aktuellen Fassung wohl nur so umtexten. Ausgedorrt nach Monaten ohne Regen, umgeworfen von Stürmen, befallen und angefressen von Millionen von Borkenkäfern: Die Bilanz fällt katastrophal aus. Ob es nur Wetterextreme sind, oder schon Folgen eines Klimawandels: Am Ende sind es doch Menschen, die die Katastrophe heraufziehen lassen. Indirekt, indem immer noch mehr über aktiven Klima- und Umweltschutz diskutiert als getan wird. Und direkt, weil wir zu langsam aus Erfahrungen lernen.

Nach dem verheerenden Auftritt von Orkan „Kyrill“ im Januar 2007, der ganze Waldstriche mit seinen Böen umwälzte, war der Ruf nach einem Umsteuern in der Waldbewirtschaftung groß: weg von der Fichte, dem Brotbaum des Sauerländer Waldbauern, hin zu Bäumen, die vielleicht langsamer wachsen, aber besser mit Wetterextremen wie Stürmen und Trockenheit klarkommen. Je weiter die Kyrill-Nacht zurücklag, desto mehr bröckelte die Bereitschaft zum Umsteuern. Jetzt ist es eben diese Fichte, die dem Borkenkäfer rasant zum Opfer fällt. „Lebe wohl, Lebe wohl, du schöner Wald!“, endet Eichendorffs Volkslied – hoffentlich kein Abgesang.

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