„Tatort“

Leben unter den Toten

Zu viele Experimente beim Sonntagabendkrimi? Erneuerung ist permanent nötig, und Streit darüber hat es immer schon gegeben.

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Mit dem Fernsehen von gestern lässt sich immer noch viel Programm machen, wie unsere Sender nicht nur mit allerlei Wiederholungen, sondern auch mit nur dem Datum nach aktuellen Produktionen zeigen. Aber das funktioniert trotz eines hohen Durchschnittsalters beim Publikum nur bis zu gewissen Grenzen: „Der Kommissar“ mit Erik Ode hätte auch nachkoloriert heute keine Chance mehr: zu langsam erzählt, zu betulich gespielt, zu eng der Blick auf die Welt. Fernsehen muss sich ständig erneuern, um das Publikum in einer sich verändernden Welt auf Dauer erreichen, überraschen und faszinieren zu können.

Das ist dem ARD-„Tatort“ bislang offenbar gut gelungen. Selbst wo die Fantasie nachlässt, wie bei den Münsteraner Witzeleien oder den Kölner Betroffenheits-Sozialschnulzen, bleiben die Zahlen stabil. Weil die Mischung stimmt. Weil neue Teams dazustoßen, neue Erzählweisen ausprobiert werden. An manchem scheiden sich die Geister. Neu ist daran freilich nichts. Auch ein Schimanski löste anfangs so viel Empörung aus wie heute nostalgische Gefühle.

Etwas Streit wie beim hessischen Grusel oder beim bayrischen Porno beweist ja nur, dass die Reihe wichtig genommen wird. Mehr können sich die Macher kaum wünschen: Da ist noch Leben unter den Toten.

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