Hella

Made in Germany wackelt

Jens Helmecke WP Portrait sw

Jens Helmecke WP Portrait sw

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Innovationsstärke und Technologieführerschaft sind keine Garantie mehr für sichere Arbeitsplätze am Standort Deutschland.

Das Beispiel des Automobilzulieferers Hella zeigt dies überdeutlich. Gemessen an der Zahl von 38.000 Beschäftigten, davon knapp 10.000 in Deutschland, erscheinen 200 Jobs marginal. Aber erstens ist es für die Betroffenen bitter, ihren angestammten Arbeitsplatz beim Traditionsunternehmen räumen zu müssen, weil das Werk zunehmend Schwierigkeiten hat, dem immensen Kostendruck bei schwächelndem Weltmarkt stand zu halten.

Zweitens ist es ein Alarmsignal. Arbeitsplätze in der Produktion in Deutschland sind gefährdet, nicht nur, wenn die Unternehmen über gleichwertige Standorte in Ländern mit niedrigeren Kosten verfügen. Dabei sind Löhne und Gehälter nur ein Teilaspekt. Deutschland kann kein Niedriglohnland werden – und soll es aus Sicht der Unternehmen auch gar nicht. Aber: In der Addition mit galoppierenden Energiekosten und im internationalen Vergleich hoher Besteuerung wird es eng mit der Wettbewerbsfähigkeit.

Nach neun Jahren Aufschwung zeichnet sich ab, dass das Wachstum nachlässt, nicht nur in der Automobilbranche. Dass Hella einen Auftrag für die Fertigung der modernsten LED-Scheinwerfer der Welt nach Lippstadt vergibt, dürfte vor allem Tradition und Imagezwecken geschuldet sein – darauf wird man nicht ewig bauen können.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben