Kommentar

Sorge ums Wohnen

Redakteur Lutz Heuken

Redakteur Lutz Heuken

Foto: FUNKE Foto Services

Die Sorge ums Wohnen belastet viele Menschen – vor allem in den Großstädten. Ein Grund: Die rigorose Privatisierung der letzten Jahrzehnte.

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Die Suche nach einer bezahlbarer Wohnung oder die Furcht vor drastischen Mieterhöhungen wird für immer mehr Menschen zu einem zentralen Problem in ihrem Leben. In Boom-Metropolen wie München, Hamburg oder Berlin gilt das schon seit langem.

Aber auch im Ruhrgebiet gibt es immer mehr Viertel, in denen sich Krankenpfleger oder Erzieherinnen keine Wohnung mehr leisten können, weil sie sonst mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Miete ausgeben müssten. Die Folge nennen Fachleute „Gentrifizierung“: In diesen Vierteln gibt es am Ende des Prozesses kein „gemischtes“ Bürgertum mehr, sondern fast ausschließlich Besserverdienende, viele jung und kinderlos.

Auf dem Wohnungsmarkt ist verdammt viel schief gelaufen. In den Jahren, in denen „Privat vor Staat“ bis weit in die Sozialdemokratie hinein zum neoliberalen Mantra erhoben wurde, wurden gemeinnützige Wohnungsgesellschaften verscherbelt. Erinnert sei an den Billig-Verkauf der LEG 2008 unter der schwarz-gelben Landesregierung.

Wenn die SPD nun nach mehr Staat auf dem Wohnungsmarkt ruft, ist das allenfalls die überfällige Korrektur eines Systems, das zumindest die Spitzengenossen viel zu lange mitgetragen haben. Zudem und auch deshalb hat die SPD in NRW heute kaum mehr etwas zu sagen. Die alten Fehler wiegen halt schwer, für die SPD und – viel schlimmer – für die Mieter.

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