Bienen-Volksbegehren

Unbequem und gut für unsere Demokratie

Es sind gute Signale, die gerade vom Volksbegehren in Bayern ausgehen. Der Aufruf „Rettet die Bienen“ mag banal klingen, bewegt aber über eine Million Bürgerinnen und Bürger, denen es ernst ist mit der Demokratie.

Es sind gute Signale, die gerade vom Volksbegehren in Bayern ausgehen. Der Aufruf „Rettet die Bienen“ mag banal klingen, bewegt aber über eine Million Bürgerinnen und Bürger, denen es ernst ist mit der Demokratie.

Nicht allen Deutschen ist es egal, von wem sie wie regiert werden und wie sich die Welt um sie herum entwickelt. Ob der Gesetzentwurf pro Umweltschutz bis ins letzte Detail richtig und gut ist, sei dahin gestellt. Es geht den Initiatoren aber offenkundig nicht darum, Landwirtschaft zu verteufeln. Mit der Umbenennung in „Rettet die Bienen und Bauern“ haben die Organisatoren des Volksbegehrens dieses Missverständnis schnell beseitigt. Es geht hier also vielmehr darum, dass Zukunft nicht am Bürgerwillen vorbei gestaltet wird, jedenfalls nicht permanent. Es ist legitim, den Mandatsträgern in unseren Parlamenten und Räten sowie den Regierungen Denkanstöße wie nun zu den Bienen zu geben.

Oder wie bei der Klimaschutzinitiative „Friday for Future“. Alarmierend ist, wenn Politiker sich nicht dafür begeistern, dass sich junge Menschen mit einem wichtigen Thema auseinandersetzen, dass sie Haltung zeigen. Manche Mandatsträger sähen sie lieber brav die Schulbank drücken, die Hände auf dem Tisch. Am besten noch, um in Wirtschaft zu lernen, wie sie selbst für ihr Alter vorsorgen, weil hier der Politik partout keine kluge Antwort gelingt. Dass sich Jung und Alt um Klima, Blumen und Bienchen sorgen, ist nicht hysterisch. Die vermeintlichen Ökospinner in Bayern und junge Menschen auf der ganzen Welt, die real auf die Straße gehen statt sich nur in virtuellen Räumen zu bewegen, tun unserer Demokratie gut. Auch wenn es unbequem sein mag.

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