Kriminalitätsstatistik

Vorsicht mit Zahlen

Ob man sich die Statistik gleich „einrahmen und übers Bett hängen“ muss, wie es der NRW-Innenminister am liebsten tun würde, ist fraglich.

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Ob man sich die Kriminalitätsstatistik 2018 gleich „einrahmen und übers Bett hängen“ muss, wie es NRW-Innenminister Herbert Reul am liebsten tun würde, sei dahingestellt. Das Zahlenwerk liefert einen wichtigen Hinweis, dass die tatsächliche Sicherheitslage an Rhein und Ruhr besser ist als die gefühlte. In wesentlichen Deliktsfeldern, die für jeden Bürger erfahrbar sind, wie Wohnungseinbrüche, Taschendiebstähle oder Gewaltkriminalität, ist der Trend positiv. Daran sollte niemand rütteln, selbst wenn bei einer Kriminalitätsstatistik mit ihren wackligen Erfassungsmethoden und breiten Einfallstoren zum bilanziellen Schönen Vorsicht geboten bleibt.


Reul darf sich ans Revers heften, dass er mit öffentlichkeitswirksamen Razzien und markigen Sprüchen zumindest das Gefühl vermittelt, die in der Kölner Silvesternacht 2015 gedemütigte NRW-Polizei erobere die Straße zurück. Außerdem hat er die Lage bei Personal, Ausrüstung und Befugnissen in Rekordzeit deutlich verbessert.


Reuls Glück bleiben gleichwohl externe Faktoren wie die Schließung der Balkan-Route für reisende Banden, die gute Kassenlage des Landes und auch die weiter fehlende Erfassung der Dunkelfeld-Kriminalität.

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