Kommentar

Warum wir Bettlern etwas geben sollten

Betteln – muss man in Deutschland nicht, oder? Schließlich leben wir in einem Sozialstaat, der Menschen in Notlagen auffängt.

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Betteln – muss man in Deutschland nicht, oder? Schließlich leben wir in einem Sozialstaat, der Menschen in Notlagen auffängt.

Die Landung in diesem Sicherheitsnetz allerdings ist eher hart als weich, sonst müsste es Tafeln, Suppenküchen und Kleiderkammern nicht geben. Und es gibt Menschen, die das Schicksal so sehr getroffen hat, dass selbst diese engen Maschen zu grob sind.

Allen kann der einzelne nicht helfen, gewiss. Das weiß jeder, der an einem belebten Wochenende durch die Fußgängerzone bummelt. Allen muss der einzelne aber gar nicht helfen. Wir können schließlich auch nicht jede seriöse Hilfsorganisation unterstützen. Dennoch geben wir gern gerade vor Weihnachten für ausgewählte – in der Hoffnung, dass alle anderen ebenfalls Spender finden. Wir müssen auch keineswegs diejenigen Bettler unterstützen, denen wir mit einem bisschen Menschenkenntnis ansehen können, dass sie das Betteln zum mafiösen Geschäft gemacht haben. Wir sollten uns jedoch nicht hart geben, weil andere, die um Almosen bitten, ihr Unglück selbst verschuldet haben. Wenn es danach ginge, dürfte der Staat in vielen Notsituationen nicht einspringen. Liebe, auch Nächstenliebe, darf nicht danach fragen, ob sich jemand immer wohlfeil verhält.

Wir können nicht die Welt retten, aber einem einzelnen einen Tag oder eine Stunde ein bisschen leichter machen. Mit 50 Cent, einem Kaffee, einem Brötchen, einem höflichen Gruß oder nur einem Lächeln.

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