Pflege

Was sind uns die Alten wert?

Es ist etwas aus dem Ruder gelaufen bei der Pflege in Deutschland. Das muss schnellstens korrigiert werden.

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Geahnt, befürchtet haben wir es: Pflege im Heim macht krank. Zu viele Senioren kommen ausgetrocknet, mit Wundgeschwüren oder Beruhigungsmitteln ins Krankenhaus. Die Studie der BKK Nordwest belegt das. Wer sich zu Hause pflegen lässt (wo Angehörige zumindest einen Blick auf die Alten haben, wenn sie nicht selbst pflegen), ist besser dran.


Das ist kein Vorwurf gegen die oft aufopferungsvolle Arbeit des Personals in den Pflegeheimen. Im dramatischen Befund zeigt sich vielmehr die hässliche Fratze des Pflegenotstands. Wo Pflegerinnen und Pfleger fehlen, nicht nur vereinzelt, sondern in großer Zahl, kann das nicht ohne Folgen bleiben. Wenn die Bundesregierung jetzt 13 000 zusätzliche Stellen für die Pflege verspricht, ist das erst einmal nicht mehr als ein gut gemeinter erster Schritt. Der Notstand wird so nicht behoben, nur ein wenig gelindert.


Es ist etwas aus dem Ruder gelaufen bei der Pflege in Deutschland. Viel zu sehr haben wir auf die Kosten geachtet. Pflege sollte effizient gestaltet werden, um Sozialabgaben niedrig zu halten, um Beschäftigte und Arbeitgeber nicht zu stark zu belasten. Das aber sollte nur ein Nebenaspekt sein, die wichtige, die richtige Frage müsste doch lauten: Was brauchen wir für die Pflege? Was sind uns die Alten wert? Die Antwort fällt auf uns zurück. Denn am Ende sind wir alle alt.

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