Kommentar

Wer an den Hebammen spart, spart am falschen Ende

Die ersten Tage mit einem Neugeborenen sind für viele Familien eine Herausforderung.

Die ersten Tage mit einem Neugeborenen sind für viele Familien eine Herausforderung.

Foto: Uli Deck / dpa

Eine Studie zeigt Missstände in der Hebammenversorgung auf. Junge Familien im Stich zu lassen, ist ein Armutszeugnis. Ein Kommentar.

Eine Geburt und die ersten Tage mit dem neuen Erdenbürger sind für Eltern ein überwältigendes und unvergessliches Erlebnis. Aber sie bedeuten auch eine Zeit voller Unsicherheit, Sorge und großer Verletzlichkeit. Umso wichtiger ist es, einen starken und verlässlichen Partner an seiner Seite zu haben.

Hebammen sind für viele werdende und junge Familien der Fels in der Brandung. Sie betreuen die Mutter unter der Geburt, sprechen ihr Mut zu und unterstützen sie bei den ersten Tagen mit dem Säugling im Wochenbett. Sogar bis zur Beikosteinführung ist die Nachsorgehebamme für viele Familien der unbürokratische Ansprechpartner.

Diese Aufgabe nimmt noch an Bedeutung zu, fehlt doch vielen Frauen heute die Großfamilie an ihrer Seite. Erfahrene Omas, Tanten, Schwestern, die bei großen und kleinen Problemen Rat wissen. Was tun bei Koliken? Was hilft bei Stillproblemen? Wie viel Schreien ist noch normal?

Verunsicherte Familien werden im Stich gelassen

Wer an den Hebammen spart, spart am falschen Ende. Der lässt verunsicherte junge Familien im Stich und provoziert, dass sie sich ihr Halbwissen im Internet zusammensuchen. Und schlimmer noch: Wird die Mutter unter der Geburt und im Wochenbett nicht gut betreut, kann das den unbeschwerten Start ins Leben als junge Familie nachhaltig trüben. Das in Kauf zu nehmen, ist ein Armutszeugnis für unser Gesundheitssystem.

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