Meinung

Wertekanon in Europa verteidigen

Monika Willer

Monika Willer

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Ausgrenzung und Diskriminierung sind nicht mit Freiheit und Demokratie vereinbar

Selbst die katholische Kirche akzeptiert inzwischen, dass der liebe Gott alle Menschen gleich geschaffen hat, und zwar mit ihrer angeborenen sexuellen Orientierung. Interessanterweise haben autoritäre Strömungen aber ein ablehnendes Verhältnis zur Homosexualität, obwohl sie in diesen Reihen genauso häufig ist wie in der Gesellschaft, man betrachte nur die AfD.

Hetze und Gewalt

In mehreren osteuropäischen Ländern führen jedoch neue nationalistische und konservative Bewegungen zu massiver Hetze und in der Folge sogar zu Gewalt gegen schwule und lesbische Männer und Frauen, und das ist weder mit EU-Recht vereinbar noch mit dem gemeinsamen Wertekanon, der eine Ausgrenzung von gesellschaftlichen Gruppen aufgrund von Merkmalen wie Herkunft, Hautfarbe oder sexueller Orientierung ausschließt.

Daher ist es ermutigend, wenn Bürgermeister wie Dimitrios Axourgos das Thema Städtepartnerschaft nicht nur als Formalie betrachten, sondern sich einmischen. Ohne dass man sich auf gemeinsame demokratische Werte wie Freiheit und Toleranz verständigt, bleiben Städtepartnerschaften bloße Papierkonstrukte. Diese demokratische Wertebasis gegen Übergriffe zu verteidigen, wird allerdings eine große Herausforderung in der künftigen Zusammenarbeit mit mehreren osteuropäischen Staaten sein.

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