Erkrankung

Affenpocken: Queerbeauftragter warnt vor Stigmatisierung

| Lesedauer: 2 Minuten
Sven Lehmann ist der Queer-Beauftragter der Bundesregierung. Er warnt vor „Panikmache und Stigmatisierung“ schwuler Männer in Bezug auf die  Affenpocken.

Sven Lehmann ist der Queer-Beauftragter der Bundesregierung. Er warnt vor „Panikmache und Stigmatisierung“ schwuler Männer in Bezug auf die Affenpocken.

Foto: Reto Klar / FUNKE Foto Services

Berlin.  Der Queerbeauftragte der Bundesregierung warnt vor einer Vorverurteilung schwuler Männer im Zusammenhang mit dem Affenpocken-Virus.

  • Queer-Beauftrager Sven Lehmann warnt vor einer Vorveruteilung schwuler Männer wegen Affenpocken
  • Dieser Warnung schließt sich auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach an
  • Eine erhöhte Sensibilität bei dem Thema sei wichtig

Der Queer-Beauftrage der Bundesregierung, Sven Lehmann (Grüne), warnt vor einer Vorverurteilung homo- und bisexueller Männer im Zusammenhang mit der Übertragung von Affenpocken. „Panikmache und Stigmatisierung müssen unbedingt vermieden werden“, sagte Lehmann unserer Redaktion. Es sei ein Trugschluss, „dass schwule oder bisexuelle Männer an sich gefährdeter sind. Das Virus kennt keine sexuelle Orientierung“.

Sven Lehmann betonte, zwar sei eine erhöhte Sensibilität für die Übertragung von Affenpocken wichtig, „dazu gehört auch zielgruppenspezifische Ansprache gegenüber Männern, die Sex mit Männern haben“. Erhöhte Wachsamkeit für Symptome müsse aber zugleich für alle Menschen gelten. Das gilt bei einer Affenpocken-Infektion.

Affenpocken: Schwule fühlen sich an Beginn der AIDS-Krise erinnert

Lehmann führte aus, viele schwule Männer fühlten sich derzeit an den Beginn der AIDS-Krise erinnert, „als die Infektion ausschließlich schwulen Männern zugeschrieben wurde. Das hat in der Folge dazu geführt, dass schwule Männer stigmatisiert und andere Gruppen wenig geschützt wurden“. Dieses Vorgehen habe „zig Menschenleben gekostet“ und der Prävention geschadet, sagte Lehmann.

Der Regierungsbeauftragte betonte, einige Medien wiederholten diesen Fehler derzeit in ihrer Berichterstattung über die Affenpocken. Das sorge für große Unsicherheit in der queeren Community, „gerade weil es um eine gesellschaftlich noch immer diskriminierte Gruppe geht“.

Der Grünen-Politiker forderte zugleich das Robert Koch-Institut (RKI) sowie das Bundesgesundheitsministerium dazu auf, sie sollten „ihre Kommunikation dahingehend sensibler gestalten“. Er sei dazu mit beiden Behörden im Austausch, sagte Lehmann. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte am Dienstag zu Fällen von Affenpocken gesagt: „Hauptrisikogruppe zum jetzigen Zeitpunkt sind Männer, die Sex mit anderen Männern gehabt haben“.

Lauterbach warnt bei „Markus Lanz“ vor Stigmatisierung

Am Mittwochabend warnte auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach vor einer Stigmatisierung schwuler Männer im Zusammenhang mit den Affenpocken. Es müsse verhindert werden, „dass Menschen stigmatisiert werden, die homosexuell sind und Sex mit Männern haben“, sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. „Das ist einfach wichtig zu sagen: Es kann jeden treffen.“

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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