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Affenpocken: Ruft Biden bald den epidemischen Notstand aus?

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Eine kolorierte ektronenmikroskopische Aufnahme von Partikeln des Affenpockenvirus. Angesichts der steigenden Affenpocken-Nachweise hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals konkrete Empfehlungen für das Sexualverhalten gegeben.

Eine kolorierte ektronenmikroskopische Aufnahme von Partikeln des Affenpockenvirus. Angesichts der steigenden Affenpocken-Nachweise hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals konkrete Empfehlungen für das Sexualverhalten gegeben.

Foto: Niaid/Niaid/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

Berlin  In den USA klettert die Kurve der mit Affenpocken Infizierten steil an. Gesundheitsexperten drängen auf die Verhängung des Notstands.

Die Affenpocken breiten sich in den USA mit zunehmender Geschwindigkeit aus. Nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Wochenende den internationalen Notstand ausgerufen hat, erwarten Experten von Präsident Joe Biden zügig nachzuziehen. Die Stadtverwaltung von San Francisco hat bereits den epidemischen Notstand ausgerufen.

Rund 4.600 Affenpocken-Fälle hat das US-Gesundheitsministerium bis Donnerstag registriert. Besonders betroffen sind die beiden Hotspots New York und San Francisco. Der Staat New York erklärte die Affenpocken zur "unmittelbaren Bedrohung", San Francisco ging einen Schritt weiter und rief offiziell den Gesundheitsnotstand aus. Neben extrem schmerzhaften Ausschlägen gehören Fieber sowie Muskel- und Kopfschmerzen zu den Symptomen. Die Infektion heilt in der Regel auch ohne Behandlung ab.

Impfstoff gegen Affenpocken lässt auf sich warten

Gesundheitsexperten und Verwaltungsbeamte fordern immer drängender die Verkündung eines nationalen Gesundheitsnotstandes. Dieser ermöglicht die staatenübergreifende Vernetzung der Gesundheitsämter, die Mobilisierung der sowie das Anzapfen neuer Hilfsgelder aus dem Staatshaushalt. San Francisco, das eine Verdoppelung der Infizierten innerhalb weniger Tage verzeichnet, darf sich ab Inkrafttreten des Notstandes am Montag anfallende Kosten im Zuge der Epidemieprävention aus der Staatskasse erstatten lassen.

San Franciscos Bürgermeisterin London Breed erklärte am Donnerstag, dass von den geforderten 35.000 Impfdosen erst 12.000 angekommen seien. Zu Wochenbeginn musste die städtische Impfstation den Betrieb einstellen, da kein Impfstoff mehr verfügbar war. Besonders hart trifft das Virus die homosexuelle Community. Der kalifornische Senator Scott Wiener erinnerte an die HIV-Welle, die in San Francisco in den 1990er-Jahren gebeutelt hatte und forderte: "Wir dürfen die nicht im Stich lassen."

Gesundheitsminister weißt Forderungen zurück – RKI sieht keine Bedrohung für Deutschland

Das Weiße Haus verwies auf Presseanfragen an das Gesundheitsministerium. "Wir erklären Gesundheitsnotstände auf der Grundlage wissenschaftlicher Daten, nicht weil wir uns Sorgen machen", erklärte Gesundheitminister Xavier Becerra. "Wieviele Menschen sind im Vergleich zu Covid-19 gestorben? Null." Allein von Mittwoch auf Donnerstag stieg die Zahl der landesweit dokumentierten Infektionen um mehr als 1.000.

Ein Gesundheitsnotstand in Deutschland steht aktuell nicht zur Debatte. Das Robert-Koch-Institut ließ verlauten: "Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland wird nach derzeitigen Erkenntnissen als gering eingeschätzt." Stand Donnerstag wurden 2.540 Affenpockenfälle registriert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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