Pandemie

Astrazeneca: Alle Infos zu Wirksamkeit und Nebenwirkungen

| Lesedauer: 11 Minuten
Astrazeneca und EU legen Streit um Impfstoff-Lieferungen bei

Astrazeneca und EU legen Streit um Impfstoff-Lieferungen bei

Die EU und der Impfstoff-Hersteller Astrazeneca haben ihren Streit um ausgebliebene Lieferungen außergerichtlich beigelegt. Der britisch-schwedische Hersteller will die vertraglich vereinbarte Gesamtmenge von 300 Millionen Impfstoffdosen nun bis Ende März 2022 liefern.

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Berlin.  Der Impfstoff von Astrazeneca wirft bei vielen Menschen Fragen auf. Was Sie zur Impfung mit dem Vakzin wissen sollten, lesen Sie hier.

  • Das Vakzin von Astrazeneca gehört zu den in Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffen
  • Aktuell kommt der Impfstoff aber kaum noch zum Einsatz – immer wieder hatte es Berichte über Nebenwirkungen gegeben
  • Wie hoch ist die Gefahr? Was ist über Todesfälle und Nebenwirkungenbekannt? Die wichtigsten Fakten zum Impfstoff

Kaum ein Corona-Vakzin steht so sehr in der Kritik wie der Impfstoff von . Das Präparat ist in der EU seit Januar zugelassen – musste seither allerdings mehrmals nachuntersucht und neu bewertet werden. Wir liefern Ihnen die wichtigsten Informationen zu dem Mittel gegen das Coronavirus.

Astrazeneca: Wie wirksam ist der Corona-Impfstoff?

Laut Robert Koch-Institut beträgt die Wirksamkeit von Astrazeneca bis zu 80 Prozent in allen Altersgruppen. Das bedeutet: Die Wahrscheinlichkeit, nach einer Impfung mit dem Vakzin an Covid-19 zur erkranken, ist um bis zu 80 Prozent geringer als bei Ungeimpften. Das Risiko, trotz einer Astrazeneca-Impfung an Corona

zu erkranken und in ein Krankenhaus eingeliefert zu werden ist um etwa 95 Prozent niedriger. Unbekannt ist laut RKI derzeit noch, wie lange der Impfschutz anhält.

Neuen Studien zufolge ist die Wirksamkeit bei einer Kreuzimpfung mit Astrazeneca und einem anderen Impfstoff wie etwa dem von Biontech deutlich erhöht.

Lesen Sie hier: Alle wichtigen Fragen und Antworten zu den Corona-Impfstoffen und der Impfung.

Astrazeneca-Impfung: Können Geimpfte das Virus weiter übertragen?

Aktuell geht das RKI davon aus, dass Geimpfte Sars-Cov-2 übertragen können. Allerdings ist die Virenlast, die Menschen mit vollständigem Impfschutz – ob mit Astrazeneca oder einem anderen Vakzin – ausscheiden stark reduziert. Deshalb werden vollständig Geimpfte derzeit von Test- und Quarantänepflichten weitestgehend ausgenommen.

Sollte man die zweite Impfung mit Astrazeneca vorziehen?

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte an, dass die Zweitimpfung mit Astrazeneca zukünftig schon nach vier, statt wie bisher nach zwölf Wochen möglich ist. Doch diese Entscheidung ist umstritten. Hintergrund ist eine womöglich niedrigere Wirksamkeit des Vakzins nach einer früheren Zweitimpfung.

Die Stiko konkretisierte zuletzt ihre Empfehlung für den Impfstoff von Astrazeneca, angesichts der Verbreitung der deutlich ansteckenderen Delta-Variante. Es sei wichtig, die zweite Impfstoffdosis „zeitgerecht wahrzunehmen“. Die Zweitimpfung sollte bei dem Präparat von Astrazeneca daher neun bis zwölf Wochen nach der Erstimpfung vorgenommen werden – falls noch jemand zweifach damit geimpft werden sollte – und „ab vier Wochen“ bei der Kombination aus Astrazeneca und mRNA-Impfstoff.

Wie ist der neue Name des Impfstoffs von Astrazeneca?

Während der Entwicklung wurde das Vakzin zunächst als "ChAdOx1", später als "AZD1222" bezeichnet. Ende Januar folgte dann die Zulassung in der EU – unter dem Namen "Covid-19 Vaccine Astrazeneca". Ende März erhielt der Impfstoff dann seinen Markennamen: "Vaxzevria".

Corona: Astrazeneca bekommt neuen Namen
Corona: Astrazeneca bekommt neuen Namen

Welche Nebenwirkungen sind nach einer Impfung mit Astrazeneca möglich?

Auf der Webseite des Paul Ehrlich-Instituts sind mögliche Impfreaktionen nach der Verabreichung einer Astrazeneca-Dosis aufgelistet. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:

  • Grippeähnliche Erkrankung
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Druckempfindlichkeit an der Stelle der Injektion
  • Schmerzen an der Injektionsstelle
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Muskelschmerzen
  • Gelenkschmerzen und Übelkeit

Weitere Impfreaktionen finden Sie hier: Corona: Diese Astrazeneca-Nebenwirkungen können auftreten

Wie lange dauert es, bis die Nebenwirkungen nachlassen?

Bei den meisten Nebenwirkungen handelt es sich nur um kurzfristige Impfreaktionen, die nach wenigen Tagen wieder abklingen. Bei länger anhaltenden Beschwerden sollten sich Geimpfte an ihren Hausarzt wenden.

Auch interessant: Wer haftete bei Impfschäden durch Astrazeneca?

Löst Astrazeneca Thrombosen aus?

Der Zusammenhang zwischen Thrombosen und einer Impfung mit Astrazeneca ist bislang nicht bewiesen. Bei 1 bis 2 unter 100.000 geimpften jüngeren Frauen traten Hirnvenenthrombosen auf. Auch bei wenigen Männern kam es zu solchen Fällen – jedoch wurden bisher bundesweit 2,5 Mal mehr Frauen das erste Mal mit Astrazeneca geimpft. Zuletzt waren in Deutschland 42 Fälle gezählt worden.

Lesen Sie auch: Astrazeneca – Darum ist der Vergleich mit der Anti-Baby-Pille falsch

Wieso wurden die Astrazeneca-Impfungen zwischenzeitlich gestoppt?

Wegen der vereinzelt auftretenden Thrombose-Fällsen setzten im März rund 20 Länder die Impfungen mit Astrazeneca aus, darunter auch Deutschland. Da kein kausaler Zusammenhang festgestellt werden konnte, sprach die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) erneut eine Impf-Empfehlung aus - allerdings mit einem Warnhinweis. Dänemark hat unlängst entschieden, ganz auf das Vakzin zu verzichten.

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