Krankheit

China: 15-Jähriger stirbt an Beulenpest – Behörden alarmiert

Mongolei: Mensch erkrankt an Beulenpest

In der Inneren Mongolei ist die Pest ausgebrochen. Mindestens eine Person ist erkrankt und wird behandelt. Die Behörden versuchen nun, eine Ausbreitung zu verhindern.

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Berlin.  In China und der Mongolei gab es in den vergangenen Wochen mehrere Infektionen mit der Beulenpest. Gesundheitsbehörden schlagen Alarm.

  • In China und der Mongolei gibt es mehrere Verdachtsfälle der Beulenpest
  • Ein 15-Jähriger ist in der mongolischen Provinz Gobi-Altai an der Beulenpest gestorben
  • Obwohl die Pest behandelt werden kann, verläuft sie in der Region immer wieder tödlich – Behörden sind alarmiert
  • Denn: Auch in einer weiteren Provinz gab es Anfang Juli eine Beulenpest-Infektion

Nach mehreren Fällen von Beulenpest in der Mongolei sowie der nordchinesischen Region Innere Mongolei haben die örtlichen Gesundheitsbehörden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Zuletzt ist ein 15-Jähriger ist nach dem Verzehr eines Murmeltiers an der Krankheit gestorben, wie das mongolische Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte.

Der Junge hatte das Tier demnach selbst gejagt und sich nach dem Verzehr mit der Beulenpest infiziert. Ereignet habe sich der Vorfall in Gobi-Altai, einer südwestlichen Provinz in der Mongolei. „Wir haben die ersten 15 Menschen, die in Kontakt mit dem Verstorbenen gekommen sind, unter Quarantäne gestellt“, erklärte Ministeriumssprecher Narangerel Dorj in Ulan Bator.

Den Personen sei vorsorglich eine Behandlung mit Antibiotika verordnet worden. Wegen des Pestfalls sei zudem für fünf Bezirke der Provinz Gobi-Altai eine sechstägige Quarantäne verhängt worden.

Beulenpest – Immer wieder Fälle in China

Auch in einer weiteren Provinz gab es Anfang Juli eine Beulenpest-Infektion: Die Krankheit wurde bei einem Hirten in der nordchinesischen Provinz Innere Mongolei diagnostiziert. Der Zustand des Mannes, bei dem die Infektion am Wochenende nachgewiesen werden konnte, sei stabil. Wie die städtische Gesundheitskommission mitteilte, werde er in einem Krankenhaus in Bayannur behandelt.

Die Kommission sprach ein bis zum Jahresende geltendes Verbot für das Jagen und Essen von Tieren aus, die das Virus übertragen könnten. Das trifft auch auf Murmeltiere zu. Zudem wurde die Bevölkerung der autonomen Region aufgefordert, tote oder kranke Nagetiere zu melden. Infizierte Nager können den Pest-Erreger Yersinia pestis über Flöhe auf Menschen übertragen – vor allem Ratten geben den Erreger weiter.

Beulenpest sorgt in China immer wieder für Tote

Bereits Anfang Juli waren laut Chinas staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua in der mongolischen Provinz Khovd zwei Infektionen mit der Beulenpest aufgetreten. Bei den Erkrankten handelt es sich demnach um Brüder, die ebenfalls das Fleisch von Murmeltieren gegessen hatten. Mehr als 140 Kontaktpersonen seien unter Quarantäne gestellt worden.

Einzelne Fälle von Beulenpest werden aus China immer wieder gemeldet. Im November vergangenen Jahres wurden in Nordchina vier Fälle von Beulen- und Lungenpest binnen eines Monats registriert. Die örtlichen Behörden setzten daraufhin weiträumig Gift gegen Ratten und Flöhe ein.

Obwohl die Infektion behandelt werden kann, verläuft sie in China immer wieder tödlich: Nach Angaben der nationalen Gesundheitskommission starben zwischen 2014 und September 2019 fünf Menschen an der Krankheit. Lesen Sie hier: Forscher warnen vor neuer Schweinegrippe G4.

Beulenpest wird vor allem durch Nager wie Ratten und Murmeltiere übertragen

Die Beulenpest wird durch das Bakterium Yersinia pestis verursacht. Laut RKI ist der Erreger hoch infektiös und kann auf vielen Wegen übertragen werden. Der klassische Infektionsweg für die Beulen­pest sei der Über­tragungs­weg durch Tiere wie Ratten und sonstige Nagetiere wie das Murmeltier, so das RKI.

Meist gehe der Erreger zunächst auf Flöhe über, die dann wiederum den Menschen befallen. „Aber auch eine direkte Übertragung von Tieren auf den Menschen über infizierte tierische Sekrete wurde beschrieben, z.B. nach Kontakt mit toten Wildtieren“, schreibt das RKI auf seiner Webseite.

Beulenpest verursacht unter anderem Fieber und schmerzhafte Schwellungen

Die Beulenpest kommt weitaus häufiger vor als die deutlich gefährlichere Lungenpest. Die Beulenpest macht laut RKI etwa 80 bis 95 Prozent der weltweiten Fälle aus.

Symptome beginnen oft plötzlich, Betroffene leiden häufig unter

  • Abgeschlagenheit,
  • Kopfschmerzen,
  • Erbrechen,
  • Fieber,
  • Schüttelfrost und
  • Bewusstseinsstörungen.

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Auch leiden viele Patienten unter schmerzhaften Schwellungen der Lymphknoten, meist in der Leistenregion, daher der Name Beulenpest. Die Krankheit kann mit Antibiotika behandelt werden. Unbehandelt liegt die Sterblichkeit bei 40 bis 60 Prozent.

In den letzten Jahrzehnten sei die Beulenpest vor allem in Madagaskar, aber unter anderem auch in China, der Demokratischen Republik Kongo, Indien und Peru beobachtet worden. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seien zwischen 2010 und 2015 insgesamt 3.248 Krankheits- und 584 Todesfälle aller Formen der Pest berichtet worden. (mbr/afp/dpa)

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