Dopingmittel

Zoll hebt illegales Dopinglabor in Mönchengladbach aus

Die Zollfahndung Essen und die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach haben in Mönchengladbach ein illegales Dopinglabor ausgehoben.

Die Zollfahndung Essen und die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach haben in Mönchengladbach ein illegales Dopinglabor ausgehoben.

Foto: Zollfahndungsamt Essen

Mönchengladbach/Essen.  Bei einer Durchsuchung in drei Städten haben Fahnder ein illegales Dopinglabor in Mönchengladbach aufgedeckt. Die Lieferungen kamen aus China.

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Zollfahndungsamt Essen und die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach haben am Mittwoch ein illegales Dopinglabor in Mönchengladbach ausgehoben. Die Fahnder durchsuchten vier Wohnungen in Mönchengladbach, zwei in Stuttgart und eine in Korntal-Münchingen (Landkreis Stuttgart). Dabei stellten sie 7,5 Kilogramm Dopingwirkstoffe, fast 40.000 Fertigdopingmittel und gefälschte Arzneimittel sowie ein Untergrundlabor sicher. Außerdem fanden die Ermittler über 10.000 Euro Bargeld und eine Packung Schrotmunition.

In einer Mitteilung der Zollfahndung heißt es: „Bei den Durchsuchungen in Mönchengladbach wurden bei dem Hauptverdächtigen in einem besonders schall- und geruchsgeschützten Nebengelass einer Wohnung ein professionell ausgestattetes Untergrundlabor zur Herstellung von Dopingmitteln, Equipment zur Verpackung zwei Bördelmaschinen, sowie Material zur Fälschung von Markenpotenzmitteln, Dopingwirkstoffe und fertige Dopingmittel sichergestellt.“

Dopinglabor ausgehoben – Ermittlungen laufen seit Anfang des Jahres

Die Ermittlungen gegen eine deutsche Tätergruppe aus Mönchengladbach liefen seit Anfang des Jahres, wie das Zollfahndungsamt Essen mitteilt. Der Verdacht bestand auf Verstöße gegen das Anti-Doping-Gesetz.

In den vergangenen Monaten stellten die Fahnder mehrfach Pakete aus China und Hongkong sicher, die an Personen in Mönchengladbach adressiert waren. Der Inhalt: Jeweils etwa zwei Kilogramm mit „Dopingmittelwirkstoffen“ oder „Testosteron-Enantat“. Die Empfänger waren zwei Männer in Mönchengladbach (32 und 55 Jahre).

Mönchengladbacher ließ Pakete aus China an „Strohmänner“ schicken

Eigentlich sollten die Pakete an einen 44-jährigen Mönchengladbacher gehen, wie die Ermittlungen ergaben. Der Hauptverdächtige betrieb ein Untergrundlabor für die Herstellung von Dopingmittel. Die Lieferung aus China hatte er elektronisch bestellt und an „Strohleute“ liefern lassen.

Nach der illegalen Produktion der Dopingpräparate in Kapsel- und Ampullenform, verkauften der 44-jährige Hauptverdächtige und der 55-jährige Mitbeschuldigte diese im Raum Mönchengladbach und Stuttgart.

Bei den Durchsuchungen in Stuttgart und Korntal-Münchingen stellten die Ermittler weitere Fertigdopingmittel sowie eine Packung Schrotmunition sicher.

Staatsanwaltschaft: „Nicht voraussehbare Schäden für die menschliche Gesundheit“

Jan Steils, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach, sagte: „Hier versuchten Laien sich in großem Umfang, zur Gewinnerzielung, mit illegal eingeführten, ungeprüften Wirkstoffen an der Herstellung von Arznei- und Dopingmitteln mit nicht voraussehbaren Schäden für die menschliche Gesundheit.“

Heike Sennewald, Pressesprecherin des Zollfahndungsamtes Essen, ergänzt: „Allein aus der sichergestellten Paketsendung im Februar 2019 hätten sich erfahrungsgemäß über 240 Ampullen à 10 Milliliter und über 130.000 Tabletten Fertigdopingmittel mit einem geschätzten Verkaufswert von etwa 132.000 Euro herstellen lassen.“

Die Verdächtigen bleiben zunächst auf freiem Fuß. Das Zollfahndungsamt Essen führt die weiteren Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach fort.

Im Juli haben Fahnder in Den Haag bei einer internationalen Anti-Doping-Razzia mehr als 230 Personen festgenommen. Daraufhin wurden 463 Verfahren eingeleitet. (mein)

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