Schauspielerin

Christine Neubauer: Was hinter der neuen Haarfarbe steckt

Christine Neubauer hat ihren Typ radikal verändert. Die einst brünette 56-Jährige zeigt sich mit blonder Mähne und Ponyfrisur.

Christine Neubauer hat ihren Typ radikal verändert. Die einst brünette 56-Jährige zeigt sich mit blonder Mähne und Ponyfrisur.

Foto: Clemens Porikys für GALA / dpa

Berlin  Christine Neubauer erfindet sich neu. Das einstige „Vollweib“ ist jetzt blond. Für manche nur eine Haarfarbe, für sie ein Neuanfang.

Mit ihrer Typveränderung überrascht Christine Neubauer ihre Fans. Die beliebte Schauspielerin hat sich komplett gewandelt: Sie ist jetzt blond und sieht deutlich schlanker aus. Doch warum hat sich Neubauer dazu entschlossen, ihr Aussehen komplett zu verändern? Was erhofft sie sich davon?

Die Ex-“Traumschiff“-Schauspielerin Christine Neubauer ist in ihrem Leben schon in verschiedene Rollen geschlüpft und hat einige Veränderungen hinter sich gebracht. Vor ein paar Monaten wog Neubauer noch gut achtzig Kilo und war gefühlt in fast jeder beliebten TV-Produktion zu sehen.

Doch dann war Christine Neubauer lange von der Bildfläche verschwunden. Jetzt ist sie zurück – nicht auf dem Bildschirm, sondern als image-gewandelte Neuerfindung. Das einstige „Vollweib“, wie sie sich selbst genannt hatte, ist jetzt blond. Für manche nur eine Haarfarbe. Für sie ein Neuanfang, wie sie der „Gala“ erzählte.

„Ich bin gespannt, ob sich die Wahrnehmung auf der Straße verändert. Blonde sollen im Berufsleben auch mehr Chancen haben“, sagte sie dem Magazin. Sie fühle sich bestens in der neuen Rolle. „Das ist keine Perücke. Das bin ich.“ Zwölf Stunden und hundert Extensions habe sie für die Typveränderung gebraucht, um dem Stillstand, der sich beruflich eingestellt hatte, etwas entgegenzusetzen.

Christine Neubauer war dauerpräsent auf dem Bildschirm

Mit der Typveränderung kennt sie sich aus. Als „Landärztin“ und „Holzbaronin“ noch mit gut achtzig Kilo unterwegs, war sie für viele eine Identifikationsfigur und unglaublich beliebt. Was dazu führte, dass ihre Präsenz am Bildschirm in eine Daueranwesenheit gipfelte. Neubauer (56) auf allen Kanälen – als „Geierwally“, als „Pastorin“, im „Traumhotel“, auf dem „

“ – diesen Overkill gab ihr Talent einfach nicht her.

Regisseurin Doris Dörrie hatte in einem Interview einmal die „grottenschlechten“ Fernsehfilme über Frauen um die 50 kritisiert und – gemünzt auf die vielen TV-Filme mit Neubauer – gesagt: „Wenn ich noch eine Frau sehe, die eigentlich 50 ist, aber sagt, sie ist 35, und eine Farm in Afrika aufmacht, dann hole ich das Maschinengewehr.“ Dörrie hat sich später entschuldigt.

Sie warf 15 Kilo über Bord – und ihre Karriere

Neubauer – die in Gesprächen nie unerwähnt ließ, dass sie Psychologie studiert hat (zwei Semester) – war nicht nur in jedem Heimatfilm zugegen, zudem war sie Expertin in Sachen Selbstvermarktung ihrer Kurven: Mit ihren „Vollweib“-Büchern („Vollweib-Beauty“, „Vollweib-Kochbuch“, „Vollweib pur“, „Vollweib-Training“) erfand sie sich als absatzstarke Marke.

Und dann warf sie ihren Erfolg über den Haufen: Auf einmal stand sie da: gertenschlank. 15 Kilo hatte sie angeblich verloren. Es sah nach viel mehr aus. Aus der bayerischen Wuchtbrumme im Dirndl war ein Modeltyp in Lederhose geworden. Es stand ihr gut – aber ihre Marke war komplett zerstört.

In der Rolle des Gesundheits-Gurus nervte sie

Anscheinend dachte sie, dass sie den Leuten einfach nur eine neue Marke Neubauer vorstellen muss, die jetzt Power-Yoga machte und in den Boxring stieg – und alles wär wieder gut. Nichts da. Die Leute wollten das nicht hören, dass sie jetzt im Restaurant Salat futterte. Ihre neue Vorbildrolle als Gesundheits-Guru nervte.

Man unterstellte ihr, dass sie das eh alles nur für ihre neue Liebe machte, den smarten Fotografen José Campos (49) aus Chile, den sie vergötterte und für den sie sich von ihrer Jugendliebe, dem Sportjournalisten Lambert Dinzinger getrennt hatte. Die beiden haben einen erwachsenen Sohn. Mit Campos lebt sie auf Mallorca, sie planen gemeinsam ein Filmprojekt. Was eigentlich keinen so recht interessierte.

Sie war ein Zugpferd für Freiluft-Festspiele

Zwischenzeitlich hat sie sich als Zugpferd für Freiluft-Festspiele anheuern lassen. Tauchte zum Beispiel in Xanten am Niederrhein in der Rolle der „Buhlschaft“ im Jedermann auf. Es kam gar nicht gut an: keine Ausstrahlung, keine Stimme. Sogar das Pferd hat gescheut. Und ihr Schlangentanz zeigte nur: Sie hat Angst vor Schlangen.

Bei einer anderen „Jedermann“-Aufführung im hessischen Fritzlar wurde sie dann auch noch von der Boa gebissen. Es lief nicht mehr gut. Mit Neubauer, noch vor wenigen Jahren eine der meist gebuchten Schauspielerinnen, ging’s steil bergab. So etwas hinterlässt Spuren.

Nichts mehr mit der „properen, lieben Frau“ gemein

Sie zog sich zurück. Ob es hart war, nicht mehr gefragt zu sein, wird sie von „Gala“ gefragt: „Natürlich“, sagt sie. Sonst sagt sie dazu nicht viel. Lieber redet sie über ihre Figur. Natürlich seien viele enttäuscht, „weil ich nicht mehr diesem Bild der properen, lieben Frau entspreche, die ich oft gespielt habe, weil ich nicht mehr die Identifikationsfigur für Größe 42 bin.“

Und übers Blondiertsein natürlich, da redet sie auch liebend gern. Sie ist der Meinung, dass die Farbe etwas Wesentliches bewirkt, nämlich, dass sie endlich zu sich selbst stehen kann. Davon ist sie schon jetzt überzeugt: „Als bayerisches Urvieh wurde es mir beispielsweise nie gestattet, einen raspelkurzen Punk zu spielen. Aber jetzt bin ich frei.“

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