Infektionsschutz

Booster: Das sind die Regeln für Kinder und Jugendliche

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Corona: Die wichtigsten Infos zur Booster-Impfung

Corona: Die wichtigsten Infos zur Booster-Impfung

Seit September können sich bestimmte Personengruppen in Deutschland eine Drittimpfung gegen das Coronavirus geben lassen - eine sogenannte Booster-Impfung. Die wichtigsten Infos zum dritten Pieks.

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Berlin  Kinder und Jugendliche dürfen Booster bekommen. Erst hatte der Gesundheitsminister Klartext gesprochen – nun zieht die Stiko nach.

Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren haben Anrecht auf eine Booster-Impfung. Das hatte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bereits im Dezember klargestellt. Nun will die Ständige Impfkomission (Stiko) ihre Empfehlung anpassen – und hat sich generell für eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bei Menschen dieser Altersgruppe ausgesprochen.

Das Gremium empfehle den Booste für diese Altersgruppe mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty von Biontech "in der altersentsprechenden Dosierung" und mindestens drei Monate nach der vorangegangenen Impfung, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mit. Der Beschlussentwurf der Empfehlung muss nun noch in ein sogenanntes Stellungnahmeverfahren mit den Bundesländern und beteiligten Fachkreisen, ist also noch keine endgültige Empfehlung.

Omikron macht Booster bei Kindern und Jugendlichen nötig

Die derzeitige Lage mit den stark ansteigenden Fallzahlen durch die Omikron-Variante mache eine entsprechende Ausweitung der Impfkampagne notwendig, hieß es zur Begründung. Durch eine Auffrischimpfung werde der wenige Monate nach der Grundimmunisierung abnehmende Impfschutz wieder verbessert und auch die Übertragungswahrscheinlichkeit von Corona-Infektionen reduziert.

Bislang werden Booster-Impfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. Die Stiko hatte bisher eine Booster-Impfung allen Erwachsenen ab 18 Jahren empfohlen.

Für Jugendliche, die als Erstimpfung eine Dosis des Einmal-Impfstoffs von Johnson&Johnson erhalten haben, empfiehlt die Stiko eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff wie von BionTech – und dann nach mindestens drei Monaten eine Booster-Impfung.

Lauterbach begrüßt Booster-Empfehlung der Stiko

Der Bundesgesundheitsminister begrüßte die Pläne. "Jetzt haben alle Jugendlichen und ihre Eltern Gewissheit: Auch bei 12- bis 17-Jährigen ist Boostern empfehlenswert", sagte er laut Mitteilung. Das Gremium habe noch einmal klar gestellt, dass eine Johnson&Johnson-Impfung nur wie eine Impfung gerechnet werden könne. „Das sind wichtige Einschätzungen mit aktueller Alltagsrelevanz“, so Lauterbach.

Die Stiko wies darauf hin, dass die Datenlage zur Effektivität und zur Sicherheit der Auffrischimpfung bei 12- bis 17-Jährigen zwar noch limitiert sei. "Das Risiko für schwere Impfnebenwirkungen wird jedoch als sehr gering eingeschätzt", hieß es. Es seien Impfreaktionen zu erwarten wie nach der zweiten Impfstoffdosis, beziehungsweise der Auffrischimpfung bei 18- bis 25-Jährigen.

Bund übernimmt Versorgungsanspruch bei Impfschäden

In einem Schreiben an die Bundesländer vom Dezember 2021 führte der Minister auch die Fälle auf, für die bei Auffrischimpfungen ein Versorgungsanspruch im Falle eines Impfschadens besteht. Dazu gehören alle Personen ab zwölf Jahren, die mit einem grundsätzlich für sie für die Grundimmunisierung zugelassenen mRNA-Impfstoff geboostert werden. Lesen Sie auch: Corona: Omikron bringt US-Kinderkrankenhäuser ans Limit

Auch bei allen Personen ab fünf Jahren mit einer Immunschwäche sei nach der Stiko-Empfehlung eine Booster-Impfung möglich. Für diese jüngeren Kinder von fünf bis elf Jahren steht allerdings auch ein spezieller Kinderimpfstoff von Biontech bereit. Auch interessant: Karl Lauterbach warnt vor Omikron bei Kindern

In dem Schreiben wies Lauterbach auch darauf hin, dass die aktuelle Forschung rund um das Coronavirus und die zur Verfügung stehenden Impfstoffe zwar zu stetigen Anpassungen der Impfverordnung führen würde – die Pandemie-Lage derzeit aber zu dynamisch sei, um Schritt zu halten. Der Stand der medizinischen Erkenntnisse, würde sich "sehr schnell" fortentwickeln, so der Bundesgesundheitsminister.

(fmg mit dpa)

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