Pandemie

Corona: Langzeitschäden in Lungen von Kindern entdeckt

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Corona: Wer heute noch an dem Virus stirbt

Corona: Wer heute noch an dem Virus stirbt

Kaum noch Maßnahmen und ein ausgelassener Sommer. Corona ist kein Aufreger-Thema mehr und die Sorglosigkeit siegt. Aber auf den Intensivstationen sterben immer noch Menschen an dem Virus.

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Berlin.  Forscher haben die Lungen von genesenen Kindern und Jugendlichen nach Covid-19 getestet. Dabei haben sie Langzeitschäden entdeckt.

Covid-19 kann bei Kindern und Jugendlichen zu einer Beeinträchtigung der Sauerstoffaufnahme führen. Und das womöglich auch noch lange nach der akuten Erkrankung. Das fand eine Studie heraus, in der mögliche Langzeitschäden durch Covid-19 Langzeitschäden in den Lungen von Kindern gemessen wurden.

In einem Lungen-MRT testeten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Universitätskinderklinikum Erlangen, wie präzise die Lungen beim Atmen arbeiten. Damit wollten sie eine Erklärung der Long Covid-Symptome finden. Bisher ist die Entstehung von Long Covid nicht geklärt. Bei Betroffenen treten oft Symptome wie Erschöpfung, Schwäche und Müdigkeit auf. Eine Erklärung für diesen Zustand könnte eine Störung der Sauerstoffaufnahme sein.

Corona-Studie: 54 Kinder und Jugendliche getestet

Die Wissenschaftler rund um den Privatdozenten Ferdinand Knieling entdeckten bei den Untersuchungen ein vermindertes Ventila­tions-Perfusions-Verhältnis. Es beschreibt das Verhältnis zwischen Durchblutung und Ventilation, das die Lungen zur Sauerstoffversorgung des Körpers benötigen. Die Kinder hatten also selbst nach der Infektion mit Corona noch Beeinträchtigungen in dr Lungenfunktion.

Das Kinderklinikum führte die Untersuchungen wurden zwischen August und Dezember letzten Jahres durch. Testpersonen waren 54 Kinder und Jugendliche mit einem Durchschnittsalter von zwölf Jahren. Von den getesteten Kindern und Jugendliche hatten 29 eine Corona-Infektion überstanden. Die anderen 25 Patienten klagten über zwölf Wochen nach der Covid-Erkrankung noch über Symptome.

Viele von den Kindern hatten Symptome wie Kurzatmigkeit und Atemnot. Von den Kindern hatte keines einen so schweren Corona-Verlauf, dass es im Krankenhaus behandelt werden musste.

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Corona-Studie: Lungenfunktion hat stark abgenommen

Abgesehen von einem Kind, das einen kollabierten Lungenabschnitt hatte, hatte keiner der Patienten schwerwiegende Veränderungen in der Lunge. Die Sauerstoffaufnahme hat sich jedoch verschlechtert: Bei den Kindern mit Long Covid-Symptomen fanden die Wissenschaftler eine Verschlechterung um 21 Prozent im Vergleich zu gesunden Kindern. Bei Kindern, die vor über einem Jahr an Corona erkrankt waren, hatte sich die Lungenfunktionen sogar um 40 Prozent verschlechtert.

Jedoch konnte auch den Kindern ohne Long Covid eine verschlechterte Sauerstoffaufnahme von 19 Prozent nachgewiesen werden. Jetzt will die Uniklinik in einer Folgestunde untersuchen, ob sich die Lungenfunktion der Kinder im Laufe der Zeit wieder verbessert. Bei Kindern ist das zumindest wahrscheinlicher als bei Erwachsenen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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