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Corona: Israel erwägt neue Maßnahmen wegen Delta-Unterart

| Lesedauer: 58 Minuten
Israel, Modi'in: Schüler mit Mundschutzen sitzen in einem Klassenzimmer. Israel bemüht sich in der Corona-Pandemie um die Eindämmung einer massenhaften Quarantäne von Schulkindern. Eine neue Delta-Unterart sorgt nun für Unruhe.

Israel, Modi'in: Schüler mit Mundschutzen sitzen in einem Klassenzimmer. Israel bemüht sich in der Corona-Pandemie um die Eindämmung einer massenhaften Quarantäne von Schulkindern. Eine neue Delta-Unterart sorgt nun für Unruhe.

Foto: Gil Cohen Magen/XinHua/dpa

Wegen der neuen Unterart der Delta-Variante des Coronavirus, AY 4.2, erwägt Israel neue Einschränlungen. Mehr im Newsblog.

  • Israel will wegen einer neuen Delta-Unterart neue Corona-Maßnahmen auf den Weg bringen
  • Das RKI meldet deutlich steigende Fallzahlen - die Inzidenz liegt bei über 80
  • Europa war in der vergangenen Woche die einzige Weltregion mit einem Anstieg der Corona-Neuinfektionen
  • Nach Corona-Ausbrüchen in Pflegeheimen fordern Patientenschützer tägliche Tests für Bewohner und Mitarbeiter
  • Bundesgesundheitsminister Spahn möchte die "epidemische Lage" zeitnah beenden
  • SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach hält diesen Vorschlag von Spahn für falsch

Berlin. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist den siebten Tag in Folge gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 80,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 75,1 gelegen, vor einer Woche bei 65,4 (Vormonat: 71,0). Experten befürchten längst, dass die Corona-Pandemie im Winter erneut mit hohen Infektions- und Hospitalisierungszahlen in Deutschland einhergehen wird. Im Ausland, beispielsweise in Großbritannien, hat sich die Situation bereits wieder verschärft.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will derweil die epidemische Notlage von nationaler Tragweite Ende November auslaufen lassen. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnete aber damit, dass auch nach Ende November noch Einschränkungen nötig sein werden - und ließ durchblicken, dass er Spahns Ankündigung für verfrüht hält.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat angesichts hohen Quote an Corona-Impfungen in Deutschland keine Bedenken dagegen. "Ich kann den Schritt nachvollziehen und halte das auch für unproblematisch", sagte Hauptgeschäftsführer Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

RKI meldet aktuelle Corona-Zahlen

Das Robert-Koch-Institut meldet 17.015 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das sind 5112 Fälle mehr als am Dienstag vor einer Woche, als 11.903 gemeldet wurden. 92 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.

Lesen Sie dazu: Corona in Deutschland: Fallzahlen und Hospitalisierungsrate

Corona-News von Mittwoch, 20. Oktober: Neue Corona-Maßnahmen in Israel wegen Delta-Unterart

23.28 Uhr: Nach dem Auftreten einer neuen Unterart der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus in Israel ist Ministerpräsident Naftali Bennett zu einer Dringlichkeitssitzung mit Gesundheitspolitikern zusammengekommen. Israel werde Maßnahmen ergreifen, um die "positiven Ergebnisse des Kampfes gegen das Virus zu bewahren", hieß in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung von Bennetts Büro. In Erwägung gezogen würden unter anderem Änderungen bei den Einreisebestimmungen.

Bennett forderte eine Verstärkung der epidemiologischen Untersuchung der neuen Varianten-Unterart AY 4.2. Der Regierungschef rief außerdem zur Zusammenarbeit mit anderen Ländern auf, in denen die AY 4.2 ebenfalls aufgetreten ist.

Das israelische Gesundheitsministerium hatte am späten Dienstagabend den Nachweis einer Infektion mit AY 4.2 gemeldet. "Die Variante AY 4.2, die in einer Reihe von Ländern in Europa entdeckt wurde, wurde in Israel identifiziert", hieß es in einer Erklärung des Ministeriums. Bei dem Infizierten handelte es sich demnach um einen elfjährigen Jungen, der aus Europa eingereist war. Die Unterart AY 4.2 wurde bereits mehrfach in Großbritannien nachgewiesen.

WHO: Eine Milliarde Corona-Impfungen in der Region Europa

23.08 Uhr: In der Region Europa sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO rund eine Milliarde Corona-Impfungen verabreicht worden. "Das ist eine großartige Leistung", teilte der Regionaldirektor der WHO Europa, Hans Kluge, am Mittwochabend mit.

Laut WHO ist damit rund ein Drittel der Region geimpft. Dennoch müsse zur Eindämmung der Pandemie die Impfbereitschaft gesteigert und regionale Unterschiede überwunden werden, so Kluge. Eine flächendeckende Impfquote von 70 Prozent sei weiterhin das Ziel, um die Krise einzudämmen. Die WHO zählt zur Region Europa insgesamt mehr als 50 Länder, darunter neben der EU zum Beispiel auch die Türkei sowie Russland und die Ukraine.

New York erlässt Impf-Pflicht für städtische Angestellte

19.00 Uhr: Die Millionenmetropole New York erlässt in der Corona-Pandemie eine Impfpflicht für ihre städtischen Angestellten. Bis zum 1. November müssten rund 160 000 betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter etwa Polizisten und Mitarbeiter von Behörden und der Feuerwehr, mindestens eine erste Impfdosis nachweisen, teilte Bürgermeister Bill de Blasio am Mittwoch mit. Wer das nicht tut, wird ohne Gehalt freigestellt, bis er eine Impfung nachweisen kann.

Für rund die Hälfte der etwa 300.000 städtischen Angestellten, darunter Lehrer, besteht bereits seit einigen Wochen eine Impfpflicht. Von den restlichen nun betroffenen rund 160.000 Mitarbeitern sind städtischen Angaben zufolge rund 46.000 noch ungeimpft. Wenn sie bis zum 29. Oktober mindestens eine Impfdosis nachweisen, bekommen sie eine Prämie von 500 Dollar. Mehrere Verbände, beispielsweise die Gewerkschaft der Feuerwehr, haben Widerstand gegen die Verordnung angekündigt.

Polens Gesundheitsminister warnt vor „Explosion“ der Pandemie

18.21 Uhr: Polens Gesundheitsminister Adam Niedzielski hat vor einer „eigentümlichen Explosion“ der Corona-Pandemie in seinem Land gewarnt. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden habe sich am Mittwoch im Vergleich zur Woche davor um hundert Prozent gesteigert, am Dienstag habe der Wert bei 85 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gelegen, sagte Niedzielski in Warschau.

Demnach verdoppelt sich die Zahl der Neuinfektionen von Woche zu Woche. "Wenn diese Situation anhält, durchbricht sie alle Prognosen, die uns bislang vorliege", so Niedzielski. Nach Angaben des Gesundheitministeriums von Mittwoch gab es 5559 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, im gleichen Zeitraum starben 75 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner.

Wieder viele Corona-Infizierte in Schlachtbetrieben

17.43 Uhr: In einem Schlacht- und Zerlegebetrieb im Landkreis Cloppenburg hat es erneut einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Wie der niedersächsische Landkreis am Mittwoch mitteilte, wurde in dem Betrieb seit dem 4. Oktober bei insgesamt 65 Menschen aus der Region eine Corona-Infektion nachgewiesen. Die Betroffenen seien sofort nach Bekanntgabe des Testergebnisses unter häusliche Quarantäne gestellt worden. Allein am Mittwoch wurden aus dem Betrieb 13 neue Fälle gemeldet. In einem weiteren Schlacht- und Zerlegebetrieb in Essen wurden fünf Neuinfektionen festgestellt.

Laut Robert Koch-Institut gab es im Landkreis Cloppenburg innerhalb der vergangenen sieben Tage 140,2 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. In dem Landkreis gilt derzeit keine Warnstufe nach dem Niedersächsischen Stufenplan zur Corona-Verordnung, allerdings gelten die Regeln der ersten Stufe aufgrund der derzeitigen 7-Tage-Inzidenz. So gilt bei privaten und öffentlichen Zusammenkünften von mehr als 25 Personen in geschlossenen Räumen die 3G-Regel, bei der ein Nachweis über eine Corona-Schutzimpfung, über eine Genesung oder einen negativen Test vorgelegt werden muss.

Lauterbach wendet sich gegen Spahn-Vorschlag zum "Freedom Day"

16.48 Uhr: Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach zeigte sich im TV-Sender "Welt" überrascht von der Ankündigung des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU), die "epidemische Lage nationaler Tragweite" Ende November auslaufen zu lassen. "Ich bin überrascht, dass der Minister diese Ankündigung gemacht hat, denn er ist ja gar nicht zuständig. Die Regelung läuft aus am 25. November aus, und der Bundestag könnte diese verlängern oder nicht." Der Minister sei daran im Parlament nur mit seiner Stimme als normaler Abgeordneter eingebunden.

Er fände es auch falsch, die Debatte jetzt zu führen: "Wir haben steigende Zahlen, die Impfquote stagniert, es ist eben nicht so, dass wir jetzt öffnen können wie in Portugal, Dänemark oder Spanien, die viel höhere Impfquoten gerade bei den Älteren erreicht haben", so der studierte Epidemiologe. "Deshalb ist es meiner Meinung nach eine falsche Ankündigung der falschen Person zur falschen Zeit."

Nach Corona-Ausbrüchen - Patientenschützer fordert Testpflicht

16.01 Uhr: Nach größeren Corona-Ausbrüchen in Altenheimen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hat die Deutsche Stiftung Patientenschutz eine tägliche Testpflicht für Bewohner und Mitarbeiter solcher Einrichtungen gefordert. "Wir rutschen derzeit in eine Phase ab, die für die vulnerablen Gruppen hochgefährlich ist", sagte Vorstand Eugen Brysch am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Man benötige nun einen politischen Diskurs über intelligente Lösungen ohne Lockdown und Isolation. Dazu gehöre das tägliche Testen - auch von Menschen, die geimpft oder genesen seien. So könne man durch den Winter kommen, ohne von Ketteninfektionen überrascht zu werden.

In Norderstedt in Schleswig-Holstein war jüngst ein größerer Corona-Ausbruch in einem Senioren- und Pflegeheim bekannt geworden. Von den insgesamt 76 Bewohnern sind laut Kreisverwaltung derzeit 60 infiziert, von den rund 70 Mitarbeitern 19. Ein infizierter Bewohner starb. In einer Einrichtung in Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern starben in den vergangenen zwei Wochen sechs Bewohner im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Insgesamt wurden 66 Heimbewohner und 35 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet.

Putin ruft wegen Corona-Pandemie einwöchige arbeitsfreie Zeit aus

15.20 Uhr: Angesichts eines neuen Höchststands der täglichen Corona-Toten in Russland hat Staatschef Wladimir Putin einwöchige landesweite Ferien ausgerufen. Bei einem am Mittwoch im Fernsehen übertragenen Treffen mit Behördenvertretern sagte der Kreml-Chef, er unterstütze den Vorschlag der Regierung, "arbeitsfreie Tage vom 30. Oktober bis zum 7. November im ganzen Land zu erklären". In dieser Zeit haben die Schüler in Russland ohnehin Ferien.

Putin rief die Bürger auf, "Verantwortung" zu zeigen und sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Der Staatschef hatte seine Landsleute in der Vergangenheit schon mehrfach aufgefordert, sich immunisieren zu lassen. Heimische Impfstoffe wie Sputnik V sind im ganzen Land verfügbar, westliche Vakzine wie die von Biontech/Pfizer hingegen nicht.

Anklage gegen Corona-Testcenter-Betreiber: 25 Millionen Euro Schaden

15.15 Uhr: Wegen des Verdachts des millionenschweren Abrechnungsbetrugs mit Corona-Schnelltests hat die Staatsanwaltschaft Bochum Anklage gegen zwei Verantwortliche bei einem Testzentrumsbetreiber erhoben. Durch falsche Abrechnungen in mindestens 70 Teststellen in vielen deutschen Städten soll ein Schaden von mindestens 25 Millionen Euro verursacht worden sein, teilte das Landgericht Bochum am Mittwoch mit.

So gehe die Anklage davon aus, dass über 900.000 Tests abgerechnet wurden, die tatsächlich gar nicht durchgeführt worden sein sollen. Mit dem mutmaßlichen Betrug soll der hauptbeschuldigte faktische Geschäftsführer die Pandemienotlage dazu genutzt haben, sich "persönlich an öffentlichen Mitteln der Bundesrepublik Deutschland zu bereichern", so der Vorwurf der Ermittler laut Gerichtsmitteilung.

Laut "Westdeutscher Allgemeiner Zeitung" will der Teststellen-Betreiber zumindest einen Teil der Vorwürfe nicht gelten lassen: "Den Vorwurf, dass zu viel abgerechnet wurde, bestreitet mein Mandant nachhaltig", sagte Strafverteidiger Reinhard Peters der Zeitung. Bei den anderen Vorwürfen handele es sich um "reine Rechtsfragen", die das Gericht beantworten müsse.

Europa verzeichnet als einzige Region mehr Neuinfektionen

14.35 Uhr: Europa war in der vergangenen Woche nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation die einzige Weltregion mit einem Anstieg der Corona-Neuinfektionen. Die WHO erklärte in ihrer wöchentlichen Einschätzung zur Pandemie-Lage, es habe einen Anstieg von 7 Prozent bei den europaweiten Neuinfektionen gegeben.

Global stabilisierte sich die Zahl der registrierten Neuinfektionen in einem ähnlichen Bereich wie in der vorangegangenen Woche - demnach wurden 2,7 Millionen neue Corona-Fälle registriert (Rückgang um 4 Prozent) und in dem Zusammenhang mehr als 46.000 Todesfälle (Rückgang um 2 Prozent). Abgesehen von Europa verzeichneten alle Weltregionen einen Rückgang der Neuinfektionen.

Spahn appelliert an Ampel-Parteien, sich bei Corona zu verständigen

13.12 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält es auch bei einem möglichen Auslaufen des bundesweiten Corona-Ausnahmezustands Ende November für "unbedingt erforderlich", dass bestimmte Schutzmaßnahmen regional und auf Landesebene weiter angeordnet werden können. Das geht aus einem auf den 15. Oktober datierten Brief des Ministers an die Partei- und Fraktionschefs von SPD, Grünen und FDP hervor.

Stiko hält Ende vieler Corona-Regeln Mitte 2022 für möglich

12.13 Uhr: Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, geht davon aus, dass die meisten Corona-Einschränkungen Mitte des Jahres 2022 aufgehoben werden können. "Ich bin guter Hoffnung, dass wir Mitte des Jahres normal werden leben könnten", sagte Mertens am Rande einer Veranstaltung der "Schwäbischen Zeitung" in Friedrichshafen. Das bedeute, "dass wir uns im alltäglichen Leben normal bewegen können".

Voraussetzung dafür sei vor allem ein guter Schutz von Menschen mit einem hohen Risiko schwerer Covid-19-Erkrankungen, betonte der Virologe. "Das haben wir sehr gut erreicht in Deutschland. Es gibt bei uns kein Massensterben in dieser Gruppe." Vor allem die anfängliche Priorisierung von Risikogruppen bei der Corona-Impfung sei dabei "ein durchschlagender Erfolg" gewesen.

Mehrheit für Ende des Corona-Ausnahmezustands

9.49 Uhr: Die Mehrheit der Bevölkerung ist einer Umfrage zufolge dafür, den seit eineinhalb Jahren geltenden bundesweiten Corona-Ausnahmezustand auslaufen zu lassen - aber gleichzeitig Schutzmaßnahmen weiter aufrechtzuerhalten. 57 Prozent würden es laut einer am Mittwoch veröffentlichten repräsentativen Yougov-Befragung befürworten, wenn die sogenannte epidemische Lage nationaler Tragweite ab Ende November unter fortbestehender Einhaltung von 3G-, Hygiene- und Abstandsregeln nicht mehr verlängert würde. 27 Prozent würden das ablehnen, 16 Prozent machten keine Angabe.

Die Zustimmung für ein Auslaufen der "epidemischen Lage" liegt bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren am höchsten (79 Prozent) und ist im Osten höher (61 Prozent) als im Westen (56 Prozent). Männer sind eher für ein Ende des bundesweiten Ausnahmezustands (62 Prozent) als Frauen (51 Prozent).

Infektiologe mahnt zur Vorsicht: Noch Millionen Ungeimpfte

7.47 Uhr: Der Düsseldorfer Infektiologe Tom Lüdde hat in der Debatte um eine Beendigung der Corona-Notlage in Deutschland zur Vorsicht gemahnt. Es gebe noch Millionen von Ungeimpften, darunter drei bis vier Millionen Menschen mit Risikofaktoren für einen schweren Verlauf, sagte der Direktor der Klinik für Infektiologie an der Uniklinik Düsseldorf der "Kölnischen Rundschau" (Mittwochausgabe). Durch saisonale Effekte in Herbst und Winter begünstigt, könne eine rasch ablaufende Covid-19-Welle zu zahlreichen Toten führen und die Krankenhäuser erneut an ihre Grenzen bringen.

Für einen "Freedom Day" wäre es jedenfalls zu früh, betonte der Mediziner. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die sogenannte epidemische Lage nationaler Tragweite - Grundlage für Verordnungen und zentrale Corona-Maßnahmen - Ende November auslaufen lassen. Es soll aber bei Maßnahmen wie Abstands- und Hygieneregeln bleiben und handelt sich nicht um einen "Freedom Day". Einige Experten warnen allerdings, dass die Bevölkerung das Auslaufen der bundesweiten Corona-Notlage als "Freedom Day" verstehen könnte.

Lüdde sagte, es sei zu früh, Covid-19 "freien Lauf" zu lassen. Durch die Delta-Variante sei das Risiko für Ungeimpfte noch gestiegen. Die wachsende Zahl von Impfdurchbrüchen sei nicht überraschend. Schwere Verläufe gebe es ganz überwiegend bei schwer vorerkrankten, hochaltrigen oder immungeschwächten Menschen. Impfungen verhinderten mit hoher Wahrscheinlichkeit schwere Verläufe.

US-Immunologe Fauci: "Nicht gedacht, dass Pandemie so schlimm wird"

6.27 Uhr: Der US-Immunologe und Präsidentenberater Anthony Fauci (80) ist eigenen Worten zufolge vom Ausmaß der Pandemie überrascht worden. Zwar habe er schon im Februar 2020 gewusst, dass da "viel Ärger" bevorstehe, "aber es wurde noch schlimmer, als ich es je vorhergesagt hätte", sagte Fauci am Abend bei einer Gala der New Yorker Historical Society. Dass in den USA mehr als 700.000 Menschen und weltweit mehrere Millionen nach einer Infektion mit dem Virus sterben würden, hätte er zu Beginn der Pandemie nicht gedacht. "In meinen verrücktesten und pessimistischsten Träumen hätte ich das niemals so vorhergesagt."

CNN: FDA will Booster von Moderna und Biontech empfehlen

5.39 Uhr: Die US-Arzneimittelbehörde FDA steht einem Medienbericht zufolge kurz vor der Bekanntgabe von Empfehlungen zu Covid-19-Auffrischungsimpfungen. Die Behörde werde für Personen ab 40 Jahren zu einem sogenannten Booster entweder mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer oder Moderna raten, berichtet der Sender CNN.

Corona-News von Dienstag, 19. Oktober: Corona-Ausbruch in Alten- und Pflegeheim in Schleswig-Holstein

21.51 Uhr: In einem Senioren- und Pflegeheim in Norderstedt in Schleswig-Holstein hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. Wie die Kreisverwaltung am Montag mitteilte, sind von den insgesamt 76 Bewohnerinnen und Bewohnern im Haus "Hog'n Dor" derzeit 60 infiziert. Drei von ihnen seien nicht geimpft, der Rest habe teilweise bereits die dritte Impfung erhalten. Zwei geimpfte Infizierte seien im Krankenhaus, dort aber nicht auf der Intensivstation. Die Übrigen hätten keine oder nur leichte Symptome. Von den rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seien 15 nachweislich mit Corona infiziert. Von diesen sei mehr als die Hälfte nicht geimpft.

Zu Beginn des Monats waren in der Einrichtung Einzelfälle bekanntgeworden. Nachdem die Zahl der Infizierten zunahm, veranlasste der Infektionsschutz des Kreises Tests aller Bewohner und des gesamten Personals. Wie es zu dem Ausbruch kam, wird noch ermittelt. Neuaufnahmen und Besuche sind in dem Heim aktuell nicht möglich. "Dass es glücklicherweise bisher fast ausnahmslos milde Verläufe bei den Senioren gibt, zeigt, wie effektiv die Impfung ist", kommentierte Arzt Christian Herzmann vom Gesundheitsamt.
"Sie verhindert zwar nicht in jedem Fall eine Infektion, schützt aber dennoch sehr gut vor schweren Verläufen."

Corona-Ausbruch nach Clubnacht im Berliner Berghain

18.48 Uhr: Rund zwei Wochen nach der seit langem ersten Clubnacht im Berliner Techno-Club Berghain ist ein Corona-Ausbruch bekannt geworden. Nach einem Bericht der "Berliner Morgenpost" haben sich bei der Party mindestens 19 Menschen infiziert. 15 davon leben im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, wie eine Bezirkssprecherin am Dienstagabend sagte. Vier weitere Betroffene lebten in anderen Bezirken Berlins, hieß es. Nach Angaben der Sprecherin wurden bislang rund 2500 Menschen kontaktiert. Dies sei mit Hilfe der Anwesenheitsliste geschehen, die das Gesundheitsamt angefordert habe, nachdem der erste Corona-Fall bekannt geworden sei.

Den Partygängern sei vom Bezirk empfohlen worden, sich testen und bei Symptomen einen PCR-Test machen zu lassen. Wie es zu dem Ausbruch gekommen war, ist laut Behörde noch unklar. Für die Veranstaltung am ersten Oktober-Wochenende habe die 2G-Corona-Regel gegolten. "Die Impfnachweise wurden - soweit für uns ersichtlich - vom Berghain gewissenhaft kontrolliert", sagte die Sprecherin. Vom Berghain lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Großbritannien verzeichnet höchste Anzahl Corona-Tote seit März

18.25 Uhr: Die Zahl der Corona-Todesfälle in Großbritannien ist auf den höchsten Stand seit März gestiegen. Die britische Statistikbehörde meldete am Dienstag 223 Todesfälle, die in den vier Wochen vor ihrem Tod positiv auf Covid-19 getestet wurden. Noch höher lag die Zahl zuletzt am 9. März, als 231 Menschen in Großbritannien an oder mit dem Virus starben.

Am Montag wurden knapp 50.000 neue Corona-Fälle im Land gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 435. Von einer erneuten Einführung von Corona-Beschränkungen ist in der britischen Regierung bislang kaum die Rede. In England sind eine Maskenpflicht in Innenräumen oder Nachweisregeln über Impfungen oder Tests seit dem "Freedom Day" im Juli eher die Ausnahme. Knapp 79 Prozent der impfberechtigten Bürgerinnen und Bürger ab zwölf Jahren sind vollständig geimpft.

Ärztepräsident unterstützt Beendigung der epidemischen Lage

17.27 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, unterstützt den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für ein Ende der epidemischen Lage von nationaler Tragweite.

Die meisten Menschen der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen seien geimpft, die Situation in den Krankenhäusern sei stabil, sagte er der Bielefelder Zeitung "Neue Westfälische". Er finde es richtig, "dass wir jetzt eine Debatte darüber führen, wann und wie wir die Beschränkungen des öffentlichen Lebens beenden können".

"Auch wenn im Herbst und Winter die Zahl der Corona-Infektionen steigen wird, besteht zum jetzigen Zeitpunkt kein Grund zur Panik", zeigte sich der Ärztefunktionär überzeugt. Wo Lockerungen schon jetzt ohne Gefahr möglich seien, sollten diese zugelassen werden. "Ein guter Weg ist es, die 2G-Regelung ohne Maske und Abstand als Option für das Gastgewerbe, für den Sport und die Veranstaltungsbranche einzuführen", sagte Reinhardt.

Island plant Freedom-Day im November

16.17 Uhr: Läuft alles wie geplant, dann hebt Island Mitte November alle verbliebenen Corona-Maßnahmen auf. Ziel sei es, die wesentlichen verbliebenen Beschränkungen ab dem 18. November zu beenden, teilte die isländische Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir am Dienstag mit.

Beim Impfen sei man gut vorangekommen, vorherige Lockerungen hätten keine negativen Effekte auf die Zahl der Krankenhauseinweisungen gezeigt, hieß es in einer Regierungsmitteilung. Deshalb gibt es bereits ab Mittwoch neue Lockerungen: 2000 statt wie bisher 500 Menschen dürfen dann bei Versammlungen und Veranstaltungen zusammenkommen, Mund-Nasen-Schutz müssen sie dabei nicht länger tragen. Restaurants, Kneipen und Nachtclubs dürfen zudem länger öffnen.

Infektionsgeschehen wird nach Ferien ansteigen

15.10 Uhr: Die Gesundheitsbehörden in Niedersachsen rechnen für die Zeit nach den Herbstferien wieder mit mehr Ansteckungen durch das Coronavirus. Doch aufgrund der hohen Impfquote sei die Situation eine ganz andere als noch vor einem Jahr, sagte der Präsident des Landesgesundheitsamtes, Fabian Feil, am Dienstag in Hannover.

Es sei mit erheblich weniger schweren Verläufen und weniger Krankenhausaufenthalten zu rechnen. Gleichwohl erneuerte er seinen Appell an Ungeimpfte: "Lassen Sie sich impfen, Sie schützen sich und andere."

Hamburg weitet 2G-Regel aus - Ohne Maske einkaufen und zum Friseur

13.49 Uhr: Hamburg weitet die 2G-Regelung auf Friseure, andere körpernahe Dienstleistungen und Teile des Einzelhandels aus. Corona-Geimpfte und Genesene können teilnehmende Einrichtungen dann von Samstag an ohne Maske nutzen, Ungeimpfte haben dann keinen Zutritt, wie Vize-Senatssprecherin Julia Offen am Dienstag sagte.

So könnten die Betreiber selbst entscheiden, ob sie künftig nach 2G ohne Maske oder weiter auch ungeimpfte Kunden, dann aber mit Maske, bedienen wollen. Ausgenommen von der Wahlmöglichkeit sind Läden für den täglichen Bedarf wie der Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien und Apotheken. Dort sollen auch künftig Ungeimpfte einkaufen können.

Die neue Corona-Verordnung tritt am Samstag in Kraft. Eine Aufhebung aller Corona-Einschränkungen wird es den Angaben zufolge aber nicht geben. So soll das stadtweite Außer-Haus-Alkoholverkaufsverbot ab 22.00 Uhr auch weiter gelten. Weihnachtsmarktbetreiber sollen entscheiden können, ob sie ihre Märkte nach 2G- oder 3G-Regel betreiben wollen.

Hausärzte infizieren sich trotz Impfung auf Mallorca

12.10 Uhr: Nach einem Kongress von spanischen Hausärzten auf Mallorca sind elf Mediziner nach ihrer Rückkehr auf das spanische Festland an Covid-19 erkrankt. Der Kongress mit rund 2500 Hausärzten fand zwischen dem 7. und dem 9. Oktober im Kongresszentrum in Palma de Mallorca statt. Einer der Gastredner war der Corona-Sprecher der spanischen Regierung, Fernando Simón. Das berichtet die "Mallorca Zeitung".

Wie "La Nueva España" berichtet, weisen alle elf Betroffenen nur milde Symptome auf. Laut den Organisatoren handele es sich nur um wenige Fälle und leichte Erkrankungen, zudem seien alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Kongress doppelt geimpft gewesen.

Valneva: Was man aber den neuen Corona-Impfstoff wissen muss

11.29 Uhr: Ein neuer Corona-Impfstoffkandidat sorgt für Wirbel an der Börse – und Hoffnung, dass nun auch letzte Impfskeptiker überzeugt werden könnten. Wie der französisch-österreichische Konzern Valneva mitteilte, gebe es "positive erste" Ergebnisse aus der klinischen Phase-3-Studie ihres neuen Vakzins. Wie Valneva wirkt und alles, was man dazu wissen muss, lesen Sie hier.

Russland meldet neuen Höchstwert an Corona-Todesfällen

11.19 Uhr: Russland verzeichnet angesichts steigender Infektionszahlen mit 1015 Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus erneut einen Höchstwert. Erst am Samstag hatte die täglich gemeldete Totenzahl die Schwelle von 1000 überschritten. Zudem registrieren die Behörden binnen 24 Stunden 33.740 Neuinfektionen. Das sind rund 600 weniger als am Montag, als mit 34.325 den fünften Tag in Folge ein neuer Höchstwert verzeichnet worden war.

Hermes rechnet mit Paketboom zu Weihnachten

8.37 Uhr: Der Paket-Dienstleister Hermes rechnet auch dieses Jahr mit Rekordmengen in der Weihnachtszeit. Man gehe davon aus, im vierten Quartal in Deutschland 137 Millionen Sendungen zu befördern und damit rund neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte die Firma in Hamburg mit. Vor einem Jahr hatte das prognostizierte Mengenplus für das damalige Weihnachtsgeschäft bei rund 20 Prozent gelegen, das Wachstum schwächt sich nun also ab.

Da die Paketbranche 2020 wegen der Corona-Pandemie gewaltige Zuwächse verbucht hat und das Vergleichsniveau somit hoch ist, ist aber auch ein Plus von neun Prozent ein sehr guter Wert. Konkurrent DHL hatte unlängst eher zurückhaltend verlauten lassen, man bereite sich "auf mögliche Rekordmengen" vor. Hermes legt sich mit seiner Prognose nun früh fest.

Trotz Impfung und Genesung: Patricia Kelly mit Corona im Krankenhaus

7.13 Uhr: Die Sängerin Patricia Kelly ist an Covid-19 erkrankt. Kelly habe sich laut ihrem Team trotz abgeschlossener Impfung und Genesung mit dem Coronavirus infiziert und liege derzeit im Krankenhaus.

Lettland plant erneuten Lockdown

7.01 Uhr: Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen plant die Regierung Lettlands einen erneuten Lockdown. "Es gibt immer noch zu viele ungeimpfte Menschen, die sich mit Corona infizieren und im Krankenhaus sterben", sagte der lettische Ministerpräsident Krisjanis Karins am Montag nach einer Kabinettssitzung. Weniger als die Hälfte der 1,9 Millionen Einwohner Lettlands sind bislang vollständig geimpft.

Der Lockdown soll vom 21. Oktober bis 15. November gelten und umfasst unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre von 20 Uhr bis 5 Uhr. Kinos, Theater und Konzerthallen müssen schließen, Restaurants dürfen nur noch Gerichte zum Mitnehmen anbieten. Nur Geschäfte für den täglichen Bedarf dürfen offen bleiben.

Für die meisten Arbeitnehmer gilt erneut eine Homeoffice-Pflicht. Die meisten Schulen wechseln wieder in den Distanzunterricht. Die Regelung muss noch am Mittwoch vom Parlament beschlossen werden. Die Corona-Infektionszahlen in dem baltischen Staat waren im vergangenen Monat stark angestiegen. Am Montag meldeten die Behörden 1253 Neuinfektionen und sieben Todesfälle. Damit stieg die Gesamtzahl der Corona-Infektionen seit Pandemiebeginn auf über 186.000, die Zahl der Todesfälle auf knapp 2900.

Neuseeland meldet Höchststand an Neuinfektionen

6.35 Uhr: Das Corona-Vorzeigeland Neuseeland hat am Dienstag 94 Neuinfektionen gemeldet - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Rekord lag bei 89 neuen Fällen innerhalb eines Tages und wurde im April 2020 verzeichnet. "Es ist wichtig, dass wir uns daran erinnern, dass wir nicht machtlos sind. Wir haben die Fähigkeit, die Fallzahlen so niedrig wie möglich zu halten", sagte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern. Sie forderte die Menschen auf, möglichst zu Hause zu bleiben, damit Anderen das Leben zu retten und sich impfen zu lassen.

Krankenhausgesellschaft begrüßt geplantes Ende der Notlage

5.44 Uhr: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat angesichts der Corona-Impfquote in Deutschland keine Bedenken dagegen, die sogenannte "epidemische Lage nationaler Tragweite" auslaufen zu lassen. "Ich kann den Schritt nachvollziehen und halte das auch für unproblematisch", sagte Hauptgeschäftsführer Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die "epidemische Lage" ist Grundlage für zentrale Corona-Maßnahmen in Deutschland.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich gestern bei Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder dafür ausgesprochen, die Regelung am 25. November auslaufen zu lassen. Dabei verwies er nach Informationen der "Bild" unter anderem darauf, dass das Robert Koch-Institut (RKI) das Risiko für geimpfte Personen als moderat einstufe.

Ärztepräsident will 2G-Regel für Gastronomie, Sport und Veranstaltungen

5.30 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, spricht sich für eine deutschlandweite 2G-Regelung in bestimmten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens aus. "Ich plädiere dafür, dass alle Bundesländer 2G ohne Maske und Abstand als Option für das Gastgewerbe, für den Sport und die Veranstaltungsbranche einführen", sagte Reinhart unserer Redaktion.

Er betonte, wenn 2G kombiniert werde mit der Aufhebung von Maskenpflicht und Abstandsregeln, sei dies "ein guter Weg", um wieder "mehr Normalität zulassen, wo dies ohne Gefahr für die Gesundheit möglich ist". Dies sollte aber nicht für Angebote des Öffentlichen Lebens gelten, auf die die Menschen zwingend angewiesen seien, wie zum Beispiel der öffentliche Nah- und Fernverkehr. "Hier käme eine 2G-Regelung einer Impfpflicht durch die Hintertür gleich", so Reinhardt.

Für die nächste Zeit rechnet der Ärztepräsident mit erneut höheren Inzidenzen. "In den kommenden Wochen wird die Zahl der Corona-Infektionen sicherlich steigen", sagte Reinhardt dieser Redaktion. "Grund zur Panik" bestehe zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund der Durchimpfungsrate und der Situation in den Krankenhäusern jedoch nicht. Wichtig sei, dass sich jetzt alle Erwachsenen gegen Corona impfen ließen, "die dies aus welchen Gründen auch immer bisher noch nicht getan haben".

Elternvertreter fordern Corona-Impfpflicht für Schulpersonal

4.20 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen fordern Elternvertreter und Patientenschützer strengere Maßnahmen der Politik zur Pandemieeindämmung in den Herbst und Wintermonaten. Das Vorstandsmitglied des Bundeselternrats, Ines Weber, verlangte eine Impfpflicht für Lehrkräfte. "Eine Corona-Impfpflicht für diese Berufsgruppe" müsse von der Bundesregierung "bundeseinheitlich gesetzlich festgeschrieben werden", sagte Weber unserer Redaktion.

Weber betonte, mit einer Impfung schützten sich das Lehrpersonal und alle Beschäftigten an den Schulen selbst sowie die Kinder und Jugendlichen, mit denen sie täglich direkten Kontakt hätten. Weber sagte mit Blick auf die nächsten Wochen, es müsse unbedingt verhindert werden, "dass erneut ganze Klassenverbände in Quarantäne müssen oder sogar Schulen im Winter schließen müssen". Nochmalige langanhaltende Ausfälle des Präsenzunterrichts würde viele Schülerinnen und Schüler abermals zurückwerfen.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sprach sich für eine Ausweitung der Testpflicht in Kliniken und Pflegeheimen aus. Die Corona-Tests müssten von der Politik "bundesweit täglich für Krankenhäuser und Pflegeheime angeordnet werden und zwar unabhängig davon, ob die Person geimpft oder genesen ist", sagte Brysch.

Corona-News von Montag, 18. Oktober: Ehemaliger US-Außenminister Colin Powell an Corona-Folgen gestorben

  • Der frühere US-Außenminister Colin Powell ist tot. Der pensionierte Vier-Sterne-General starb im Alter von 84 Jahren an Komplikationen in Folge einer Corona-Infektion, wie seine Familie mitteilte.
  • Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft nun auch die Zulassung des Corona-Impfstoffes der Hersteller BioNTech und Pfizer für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren.
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht davon aus, dass zentrale Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus auch dann weiter gelten, wenn die "epidemische Lage nationaler Tragweite" nicht verlängert wird.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich für ein Auslaufen der sogenannten "epidemischen Lage nationaler Tragweite" ausgesprochen. Wie ein Ministeriumssprecher bestätigte, äußerte sich der CDU-Politiker entsprechend am Montag bei Corona-Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder.
  • Der Virologe Hendrick Streeck und weitere Experten haben einen Leitfaden erarbeitet, mit dem sich das Infektionsrisiko in Innenräumen verringern lässt. Die Aerosol-Forscher zeigen, wie sich bereits mit einfachen Tipps viel zur Corona-Sicherheit beitragen lässt.
  • Die Europäische Union hat binnen zehn Monaten mehr als eine Milliarde Corona-Impfstoffdosen an andere Länder weltweit exportiert.
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat dazu aufgefordert, die Bemühungen für Covid-Genesene zu intensivieren. Studien hätten klar nachgewiesen, dass eine Corona-Erkrankung, den Alterungsprozess deutlich beschleunige, schrieb Lauterbach auf Twitter. "Man altert im Zeitraffer und wird gegen chronische Krankheiten anfälliger sein", so Lauterbach.
  • Der französisch-österreichische Konzern Valneva hat "positive erste" Ergebnisse aus der klinischen Phase-3-Studie für seinen Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus bekanntgegeben. Im Vergleich zum Astrazeneca-Impfstoff sei bei den Probanden ein höherer mittlerer Wert an neutralisierenden Antikörpern festgestellt worden, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Corona-News von Sonntag, 17. Oktober: Warum Israel sich vor infizierten Touristen fürchtet

  • Anfang November will Israel wieder Touristen aus Europa ins Land lassen. Europäer können also schon jetzt Flüge nach Israel buchen – wenn sie dreimal geimpft