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Corona: RKI-Zahlen steigen – Mehr als 17.000 Neuinfektionen

| Lesedauer: 58 Minuten
Eine medizinische Mitarbeiterin hält einen Tupfer für einen Abstrich für einen Corona-Test in der Hand.

Eine medizinische Mitarbeiterin hält einen Tupfer für einen Abstrich für einen Corona-Test in der Hand.

Foto: dpa

Das RKI meldet steigende Fallzahlen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bundesweit nun bei über 80. Weitere Nachrichten im Corona-Blog.

  • Das RKI meldet deutlich steigende Fallzahlen - Inzidenz liegt bei über 80
  • Der US-Immunologe Anthony Fauci ist vom Ausmaß der Pandemie überrascht worden
  • Laut einem Medienbericht wird die US-Arzneimittelbehörde FDA Booster von Moderna und Biontech/Pfizer für über 40-Jährige empfehlen
  • Hamburg weitet die 2G-Regelung auf Friseure, andere körpernahe Dienstleistungen und Teile des Einzelhandels aus
  • In einem Pflegeheim in Schleswig-Holstein haben sich 60 Senioren mit dem Coronavirus infiziert
  • Bundesgesundheitsminister Spahn möchte die "epidemische Lage" zeitnah beenden

Berlin. Die Sieben-Tage-Inzidenz in ist am siebten Tag in Folge gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 80,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 75,1 gelegen, vor einer Woche bei 65,4 (Vormonat: 71,0). Experten befürchten längst, dass die Corona-Pandemie im Winter erneut mit hohen Infektions- und Hospitalisierungszahlen in Deutschland einhergehen wird. Im Ausland, beispielsweise in Großbritannien, hat sich die Situation bereits wieder verschärft.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will derweil die epidemische Notlage von nationaler Tragweite Ende November auslaufen lassen. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnete aber damit, dass auch nach Ende November noch Einschränkungen nötig sein werden - und ließ durchblicken, dass er Spahns Ankündigung für verfrüht hält. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat angesichts hohen Quote an Corona-Impfungen in Deutschland keine Bedenken dagegen. "Ich kann den Schritt nachvollziehen und halte das auch für unproblematisch", sagte Hauptgeschäftsführer Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

RKI meldet aktuelle Corona-Zahlen

Das Robert-Koch-Institut meldet 17.015 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das sind 5112 Fälle mehr als am Dienstag vor einer Woche, als 11.903 gemeldet wurden. 92 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.

Lesen Sie dazu: Corona in Deutschland: Fallzahlen und Hospitalisierungsrate

Corona-News von Mittwoch, 20. Oktober: US-Immunologe Fauci: "Nicht gedacht, dass Pandemie so schlimm wird"

6.27 Uhr: Der US-Immunologe und Präsidentenberater Anthony Fauci (80) ist eigenen Worten zufolge vom Ausmaß der Pandemie überrascht worden. Zwar habe er schon im Februar 2020 gewusst, dass da "viel Ärger" bevorstehe, "aber es wurde noch schlimmer, als ich es je vorhergesagt hätte", sagte Fauci am Abend bei einer Gala der New Yorker Historical Society. Dass in den USA mehr als 700.000 Menschen und weltweit mehrere Millionen nach einer Infektion mit dem Virus sterben würden, hätte er zu Beginn der Pandemie nicht gedacht. "In meinen verrücktesten und pessimistischsten Träumen hätte ich das niemals so vorhergesagt."

CNN: FDA will Booster von Moderna und Biontech empfehlen

5.39 Uhr: Die US-Arzneimittelbehörde FDA steht einem Medienbericht zufolge kurz vor der Bekanntgabe von Empfehlungen zu Covid-19-Auffrischungsimpfungen. Die Behörde werde für Personen ab 40 Jahren zu einem sogenannten Booster entweder mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer oder Moderna raten, berichtet der Sender CNN.

Corona-News von Dienstag, 19. Oktober: Corona-Ausbruch in Alten- und Pflegeheim in Schleswig-Holstein

21.51 Uhr: In einem Senioren- und Pflegeheim in Norderstedt in Schleswig-Holstein hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. Wie die Kreisverwaltung am Montag mitteilte, sind von den insgesamt 76 Bewohnerinnen und Bewohnern im Haus "Hog'n Dor" derzeit 60 infiziert. Drei von ihnen seien nicht geimpft, der Rest habe teilweise bereits die dritte Impfung erhalten. Zwei geimpfte Infizierte seien im Krankenhaus, dort aber nicht auf der Intensivstation. Die Übrigen hätten keine oder nur leichte Symptome. Von den rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seien 15 nachweislich mit Corona infiziert. Von diesen sei mehr als die Hälfte nicht geimpft.

Zu Beginn des Monats waren in der Einrichtung Einzelfälle bekanntgeworden. Nachdem die Zahl der Infizierten zunahm, veranlasste der Infektionsschutz des Kreises Tests aller Bewohner und des gesamten Personals. Wie es zu dem Ausbruch kam, wird noch ermittelt. Neuaufnahmen und Besuche sind in dem Heim aktuell nicht möglich. "Dass es glücklicherweise bisher fast ausnahmslos milde Verläufe bei den Senioren gibt, zeigt, wie effektiv die Impfung ist", kommentierte Arzt Christian Herzmann vom Gesundheitsamt.
"Sie verhindert zwar nicht in jedem Fall eine Infektion, schützt aber dennoch sehr gut vor schweren Verläufen."

Corona-Ausbruch nach Clubnacht im Berliner Berghain

18.48 Uhr: Rund zwei Wochen nach der seit langem ersten Clubnacht im Berliner Techno-Club Berghain ist ein Corona-Ausbruch bekannt geworden. Nach einem Bericht der "Berliner Morgenpost" haben sich bei der Party mindestens 19 Menschen infiziert. 15 davon leben im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, wie eine Bezirkssprecherin am Dienstagabend sagte. Vier weitere Betroffene lebten in anderen Bezirken Berlins, hieß es. Nach Angaben der Sprecherin wurden bislang rund 2500 Menschen kontaktiert. Dies sei mit Hilfe der Anwesenheitsliste geschehen, die das Gesundheitsamt angefordert habe, nachdem der erste Corona-Fall bekannt geworden sei.

Den Partygängern sei vom Bezirk empfohlen worden, sich testen und bei Symptomen einen PCR-Test machen zu lassen. Wie es zu dem Ausbruch gekommen war, ist laut Behörde noch unklar. Für die Veranstaltung am ersten Oktober-Wochenende habe die 2G-Corona-Regel gegolten. "Die Impfnachweise wurden - soweit für uns ersichtlich - vom Berghain gewissenhaft kontrolliert", sagte die Sprecherin. Vom Berghain lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Großbritannien verzeichnet höchste Anzahl Corona-Tote seit März

18.25 Uhr: Die Zahl der Corona-Todesfälle in Großbritannien ist auf den höchsten Stand seit März gestiegen. Die britische Statistikbehörde meldete am Dienstag 223 Todesfälle, die in den vier Wochen vor ihrem Tod positiv auf Covid-19 getestet wurden. Noch höher lag die Zahl zuletzt am 9. März, als 231 Menschen in Großbritannien an oder mit dem Virus starben.

Am Montag wurden knapp 50.000 neue Corona-Fälle im Land gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 435. Von einer erneuten Einführung von Corona-Beschränkungen ist in der britischen Regierung bislang kaum die Rede. In England sind eine Maskenpflicht in Innenräumen oder Nachweisregeln über Impfungen oder Tests seit dem "Freedom Day" im Juli eher die Ausnahme. Knapp 79 Prozent der impfberechtigten Bürgerinnen und Bürger ab zwölf Jahren sind vollständig geimpft.

Ärztepräsident unterstützt Beendigung der epidemischen Lage

17.27 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, unterstützt den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für ein Ende der epidemischen Lage von nationaler Tragweite.

Die meisten Menschen der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen seien geimpft, die Situation in den Krankenhäusern sei stabil, sagte er der Bielefelder Zeitung "Neue Westfälische". Er finde es richtig, "dass wir jetzt eine Debatte darüber führen, wann und wie wir die Beschränkungen des öffentlichen Lebens beenden können".

"Auch wenn im Herbst und Winter die Zahl der Corona-Infektionen steigen wird, besteht zum jetzigen Zeitpunkt kein Grund zur Panik", zeigte sich der Ärztefunktionär überzeugt. Wo Lockerungen schon jetzt ohne Gefahr möglich seien, sollten diese zugelassen werden. "Ein guter Weg ist es, die 2G-Regelung ohne Maske und Abstand als Option für das Gastgewerbe, für den Sport und die Veranstaltungsbranche einzuführen", sagte Reinhardt.

Island plant Freedom-Day im November

16.17 Uhr: Läuft alles wie geplant, dann hebt Island Mitte November alle verbliebenen Corona-Maßnahmen auf. Ziel sei es, die wesentlichen verbliebenen Beschränkungen ab dem 18. November zu beenden, teilte die isländische Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir am Dienstag mit.

Beim Impfen sei man gut vorangekommen, vorherige Lockerungen hätten keine negativen Effekte auf die Zahl der Krankenhauseinweisungen gezeigt, hieß es in einer Regierungsmitteilung. Deshalb gibt es bereits ab Mittwoch neue Lockerungen: 2000 statt wie bisher 500 Menschen dürfen dann bei Versammlungen und Veranstaltungen zusammenkommen, Mund-Nasen-Schutz müssen sie dabei nicht länger tragen. Restaurants, Kneipen und Nachtclubs dürfen zudem länger öffnen.

Infektionsgeschehen wird nach Ferien ansteigen

15.10 Uhr: Die Gesundheitsbehörden in Niedersachsen rechnen für die Zeit nach den Herbstferien wieder mit mehr Ansteckungen durch das Coronavirus. Doch aufgrund der hohen Impfquote sei die Situation eine ganz andere als noch vor einem Jahr, sagte der Präsident des Landesgesundheitsamtes, Fabian Feil, am Dienstag in Hannover.

Es sei mit erheblich weniger schweren Verläufen und weniger Krankenhausaufenthalten zu rechnen. Gleichwohl erneuerte er seinen Appell an Ungeimpfte: "Lassen Sie sich impfen, Sie schützen sich und andere."

Hamburg weitet 2G-Regel aus - Ohne Maske einkaufen und zum Friseur

13.49 Uhr: Hamburg weitet die 2G-Regelung auf Friseure, andere körpernahe Dienstleistungen und Teile des Einzelhandels aus. Corona-Geimpfte und Genesene können teilnehmende Einrichtungen dann von Samstag an ohne Maske nutzen, Ungeimpfte haben dann keinen Zutritt, wie Vize-Senatssprecherin Julia Offen am Dienstag sagte.

So könnten die Betreiber selbst entscheiden, ob sie künftig nach 2G ohne Maske oder weiter auch ungeimpfte Kunden, dann aber mit Maske, bedienen wollen. Ausgenommen von der Wahlmöglichkeit sind Läden für den täglichen Bedarf wie der Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien und Apotheken. Dort sollen auch künftig Ungeimpfte einkaufen können.

Die neue Corona-Verordnung tritt am Samstag in Kraft. Eine Aufhebung aller Corona-Einschränkungen wird es den Angaben zufolge aber nicht geben. So soll das stadtweite Außer-Haus-Alkoholverkaufsverbot ab 22.00 Uhr auch weiter gelten. Weihnachtsmarktbetreiber sollen entscheiden können, ob sie ihre Märkte nach 2G- oder 3G-Regel betreiben wollen.

Hausärzte infizieren sich trotz Impfung auf Mallorca

12.10 Uhr: Nach einem Kongress von spanischen Hausärzten auf Mallorca sind elf Mediziner nach ihrer Rückkehr auf das spanische Festland an Covid-19 erkrankt. Der Kongress mit rund 2500 Hausärzten fand zwischen dem 7. und dem 9. Oktober im Kongresszentrum in Palma de Mallorca statt. Einer der Gastredner war der Corona-Sprecher der spanischen Regierung, Fernando Simón. Das berichtet die "Mallorca Zeitung".

Wie "La Nueva España" berichtet, weisen alle elf Betroffenen nur milde Symptome auf. Laut den Organisatoren handele es sich nur um wenige Fälle und leichte Erkrankungen, zudem seien alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Kongress doppelt geimpft gewesen.

Valneva: Was man über den neuen Corona-Impfstoff wissen muss

11.29 Uhr: Ein neuer Corona-Impfstoffkandidat sorgt für Wirbel an der Börse – und Hoffnung, dass nun auch letzte Impfskeptiker überzeugt werden könnten. Wie der französisch-österreichische Konzern Valneva mitteilte, gebe es "positive erste" Ergebnisse aus der klinischen Phase-3-Studie ihres neuen Vakzins. Wie Valneva wirkt und alles, was man dazu wissen muss, lesen Sie hier.

Russland meldet neuen Höchstwert an Corona-Todesfällen

11.19 Uhr: Russland verzeichnet angesichts steigender Infektionszahlen mit 1015 Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus erneut einen Höchstwert. Erst am Samstag hatte die täglich gemeldete Totenzahl die Schwelle von 1000 überschritten. Zudem registrieren die Behörden binnen 24 Stunden 33.740 Neuinfektionen. Das sind rund 600 weniger als am Montag, als mit 34.325 den fünften Tag in Folge ein neuer Höchstwert verzeichnet worden war.

Hermes rechnet mit Paketboom zu Weihnachten

8.37 Uhr: Der Paket-Dienstleister Hermes rechnet auch dieses Jahr mit Rekordmengen in der Weihnachtszeit. Man gehe davon aus, im vierten Quartal in Deutschland 137 Millionen Sendungen zu befördern und damit rund neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte die Firma in Hamburg mit. Vor einem Jahr hatte das prognostizierte Mengenplus für das damalige Weihnachtsgeschäft bei rund 20 Prozent gelegen, das Wachstum schwächt sich nun also ab.

Da die Paketbranche 2020 wegen der Corona-Pandemie gewaltige Zuwächse verbucht hat und das Vergleichsniveau somit hoch ist, ist aber auch ein Plus von neun Prozent ein sehr guter Wert. Konkurrent DHL hatte unlängst eher zurückhaltend verlauten lassen, man bereite sich "auf mögliche Rekordmengen" vor. Hermes legt sich mit seiner Prognose nun früh fest.

Trotz Impfung und Genesung: Patricia Kelly mit Corona im Krankenhaus

7.13 Uhr: Die Sängerin Patricia Kelly ist an Covid-19 erkrankt. Kelly habe sich laut ihrem Team trotz abgeschlossener Impfung und Genesung mit dem Coronavirus infiziert und liege derzeit im Krankenhaus.

Lettland plant erneuten Lockdown

7.01 Uhr: Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen plant die Regierung Lettlands einen erneuten Lockdown. "Es gibt immer noch zu viele ungeimpfte Menschen, die sich mit Corona infizieren und im Krankenhaus sterben", sagte der lettische Ministerpräsident Krisjanis Karins am Montag nach einer Kabinettssitzung. Weniger als die Hälfte der 1,9 Millionen Einwohner Lettlands sind bislang vollständig geimpft.

Der Lockdown soll vom 21. Oktober bis 15. November gelten und umfasst unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre von 20 Uhr bis 5 Uhr. Kinos, Theater und Konzerthallen müssen schließen, Restaurants dürfen nur noch Gerichte zum Mitnehmen anbieten. Nur Geschäfte für den täglichen Bedarf dürfen offen bleiben.

Für die meisten Arbeitnehmer gilt erneut eine Homeoffice-Pflicht. Die meisten Schulen wechseln wieder in den Distanzunterricht. Die Regelung muss noch am Mittwoch vom Parlament beschlossen werden. Die Corona-Infektionszahlen in dem baltischen Staat waren im vergangenen Monat stark angestiegen. Am Montag meldeten die Behörden 1253 Neuinfektionen und sieben Todesfälle. Damit stieg die Gesamtzahl der Corona-Infektionen seit Pandemiebeginn auf über 186.000, die Zahl der Todesfälle auf knapp 2900.

Neuseeland meldet Höchststand an Neuinfektionen

6.35 Uhr: Das Corona-Vorzeigeland Neuseeland hat am Dienstag 94 Neuinfektionen gemeldet - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Rekord lag bei 89 neuen Fällen innerhalb eines Tages und wurde im April 2020 verzeichnet. "Es ist wichtig, dass wir uns daran erinnern, dass wir nicht machtlos sind. Wir haben die Fähigkeit, die Fallzahlen so niedrig wie möglich zu halten", sagte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern. Sie forderte die Menschen auf, möglichst zu Hause zu bleiben, damit Anderen das Leben zu retten und sich impfen zu lassen.

Krankenhausgesellschaft begrüßt geplantes Ende der Notlage

5.44 Uhr: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat angesichts der Corona-Impfquote in Deutschland keine Bedenken dagegen, die sogenannte "epidemische Lage nationaler Tragweite" auslaufen zu lassen. "Ich kann den Schritt nachvollziehen und halte das auch für unproblematisch", sagte Hauptgeschäftsführer Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die "epidemische Lage" ist Grundlage für zentrale Corona-Maßnahmen in Deutschland.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich gestern bei Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder dafür ausgesprochen, die Regelung am 25. November auslaufen zu lassen. Dabei verwies er nach Informationen der "Bild" unter anderem darauf, dass das Robert Koch-Institut (RKI) das Risiko für geimpfte Personen als moderat einstufe.

Ärztepräsident will 2G-Regel für Gastronomie, Sport und Veranstaltungen

5.30 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, spricht sich für eine deutschlandweite 2G-Regelung in bestimmten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens aus. "Ich plädiere dafür, dass alle Bundesländer 2G ohne Maske und Abstand als Option für das Gastgewerbe, für den Sport und die Veranstaltungsbranche einführen", sagte Reinhart unserer Redaktion.

Er betonte, wenn 2G kombiniert werde mit der Aufhebung von Maskenpflicht und Abstandsregeln, sei dies "ein guter Weg", um wieder "mehr Normalität zulassen, wo dies ohne Gefahr für die Gesundheit möglich ist". Dies sollte aber nicht für Angebote des Öffentlichen Lebens gelten, auf die die Menschen zwingend angewiesen seien, wie zum Beispiel der öffentliche Nah- und Fernverkehr. "Hier käme eine 2G-Regelung einer Impfpflicht durch die Hintertür gleich", so Reinhardt.

Für die nächste Zeit rechnet der Ärztepräsident mit erneut höheren Inzidenzen. "In den kommenden Wochen wird die Zahl der Corona-Infektionen sicherlich steigen", sagte Reinhardt dieser Redaktion. "Grund zur Panik" bestehe zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund der Durchimpfungsrate und der Situation in den Krankenhäusern jedoch nicht. Wichtig sei, dass sich jetzt alle Erwachsenen gegen Corona impfen ließen, "die dies aus welchen Gründen auch immer bisher noch nicht getan haben".

Elternvertreter fordern Corona-Impfpflicht für Schulpersonal

4.20 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen fordern Elternvertreter und Patientenschützer strengere Maßnahmen der Politik zur Pandemieeindämmung in den Herbst und Wintermonaten. Das Vorstandsmitglied des Bundeselternrats, Ines Weber, verlangte eine Impfpflicht für Lehrkräfte. "Eine Corona-Impfpflicht für diese Berufsgruppe" müsse von der Bundesregierung „bundeseinheitlich gesetzlich festgeschrieben werden“, sagte Weber unserer Redaktion.

Weber betonte, mit einer Impfung schützten sich das Lehrpersonal und alle Beschäftigten an den Schulen selbst sowie die Kinder und Jugendlichen, mit denen sie täglich direkten Kontakt hätten. Weber sagte mit Blick auf die nächsten Wochen, es müsse unbedingt verhindert werden, "dass erneut ganze Klassenverbände in Quarantäne müssen oder sogar Schulen im Winter schließen müssen". Nochmalige langanhaltende Ausfälle des Präsenzunterrichts würde viele Schülerinnen und Schüler abermals zurückwerfen.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sprach sich für eine Ausweitung der Testpflicht in Kliniken und Pflegeheimen aus. Die Corona-Tests müssten von der Politik "bundesweit täglich für Krankenhäuser und Pflegeheime angeordnet werden und zwar unabhängig davon, ob die Person geimpft oder genesen ist", sagte Brysch.

Corona-News von Montag, 18. Oktober: Lockdown - Lettland schließt Geschäfte und Schulen

22.31 Uhr: Nach einem Anstieg der Corona-Neuinfektionen greift Lettland wieder stärker durch. Für vier Wochen sollten Geschäfte, Restaurants und Schulen geschlossen werden, teilt Gesundheitsminister Daniels Pavluts nach einer Krisensitzung der Regierung mit. Auch solle es in dieser Zeit keine Veranstaltungen geben. Für Geimpfte sollen die Beschränkungen ab dem 15. November gelockert werden.

"Unser Gesundheitssystem ist in Gefahr", sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins. Grund für die hohe Hospitalisierungsrate sei die niedrige Impfquote. Lettland zählt zu den Ländern in der Europäischen Union mit den niedrigsten Impfquoten.

EU-Behörde prüft Zulassung von Pfizer-Impfstoff für Kinder

20.02 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft nun auch die Zulassung des Corona-Impfstoffes der Hersteller BioNTech und Pfizer für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren. Das teilte die EMA in Amsterdam mit. Die Hersteller hatten bereits in der vergangenen Woche angekündigt, entsprechende Daten zu den klinischen Untersuchungen an die EMA zu schicken.

Die Studien zeigen nach Angaben von BioNTech und Pfizer, dass der Impfstoff von Kindern in dieser Altersgruppe gut vertragen wird und eine stabile Immunantwort hervorruft. Anders als bei Jugendlichen bekamen die Kinder dieser Altersgruppe nur ein Drittel der Dosis. Der Impfstoff Cominarty ist zurzeit in der EU nur für Menschen ab zwölf Jahre zugelassen. Die Experten prüfen nach Angaben der EMA nun die Daten.

Eine Empfehlung über die Erweiterung der Zulassung wird in einigen Monaten erwartet. Die endgültige Entscheidung liegt dann bei der EU-Kommission. Das aber gilt als Formsache.

Lauterbach rechnet mit Festhalten an Corona-Auflagen

18.59 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht davon aus, dass zentrale Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus auch dann weiter gelten, wenn die "epidemische Lage nationaler Tragweite" nicht verlängert wird.

"Kein Bundesland wäre so verrückt, bei den derzeitigen Fallzahlen auf Zugangsbeschränkungen für geschlossene Räume zu verzichten oder die Maskenpflicht in Bus und Bahn zu begraben", sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Dinge, die notwendig sind, werden weitergeführt, das ist für mich ganz klar."

Lauterbach reagierte damit auf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der sich für ein Auslaufen der "epidemischen Lage nationaler Tragweite" ausgesprochen hat. Der Zeitpunkt dieser Erklärung habe ihn überrascht, sagte der SPD-Politiker. "Wir sind in einer Situation, in der die Fallzahlen zunehmen, der Impffortschritt stagniert und an Schulen in den kalten Monaten deutlich mehr Fälle zu erwarten sind. Niemand weiß aktuell so genau, was wir in den nächsten vier Wochen zu erwarten haben, wie hoch diese Welle noch wird."

Jens Spahn wirbt für Ende der "epidemischen Lage"

17.11 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich für ein Auslaufen der sogenannten "epidemischen Lage nationaler Tragweite" ausgesprochen. Wie ein Ministeriumssprecher bestätigte, äußerte sich der CDU-Politiker entsprechend am Montag bei Corona-Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder. "Bild" hatte darüber zuerst berichtet.

Das Robert Koch-Institut stufe "das Risiko für geimpfte Personen als moderat ein", somit könne angesichts der aktuellen Impfquote die epidemische Lage am 25. November 2021 als bundesweite Ausnahmeregelung auslaufen und beendet werden, wurde Spahn "Bild" zufolge von Teilnehmern zitiert. "Damit wird ein seit dem 28. März 2020 und damit mithin seit fast 19 Monaten bestehender Ausnahmezustand beendet."

Die Entscheidung liegt allerdings beim Bundestag. Der hatte die "epidemische Lage von nationaler Tragweite" erstmals im März 2020 zu Beginn der Pandemie festgestellt und danach immer wieder verlängert, zuletzt Ende August für weitere drei Monate. Sie läuft automatisch aus, wenn sie vom Parlament nicht erneut verlängert wird.

Ex-US-Außenminister Colin Powell ist an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben

15.30 Uhr: Der frühere US-Außenminister Colin Powell ist tot. Der pensionierte Vier-Sterne-General starb im Alter von 84 Jahren an Komplikationen in Folge einer Corona-Infektion, wie seine Familie am Montag im Onlinenetzwerk Facebook mitteilte. Er war demnach gegen das Virus geimpft worden. "Wir haben einen bemerkenswerten und liebenden Ehemann, Vater, Großvater und einen großartigen Amerikaner verloren", erklärte die Familie.

Italienische Polizei setzt Wasserwerfer gegen demonstrierende Hafenarbeiter ein

15.11 Uhr: Die italienische Polizei hat Wasserwerfer und Tränengas gegen Hafenarbeiter eingesetzt, die erneut in Triest gegen die neuen Corona-Beschränkungen protestierten. Hunderte Demonstranten hatten am Montag einen der Eingänge zum Hafen blockiert. Nach mehreren Stunden gelang es der Polizei, die Protestierenden auf einen nahen Parkplatz abzudrängen und so den Eingang freizuräumen.

Dutzende Polizisten in Schutzausrüstung standen den demonstrierenden Hafenarbeitern gegenüber, die Rufe wie "Freiheit, Freiheit!" skandierten. "Wir sind nicht gewalttätig, nehmt eure Schilder runter!", riefen weitere.

Die Proteste der Hafenarbeiter in Triest hatten am Freitag begonnen. Sie richten sich gegen die neu eingeführte Pflicht zur Vorlage eines Corona-Passes am Arbeitsplatz.

Umfrage: Vier von zehn Deutschen lesen seit Beginn der Pandemie mehr

13.55 Uhr: Lesen hat in der Corona-Pandemie an Beliebtheit gewonnen: Vier von zehn Deutschen (41 Prozent) sagten einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom zufolge, sie hätten seit Beginn der Pandemie öfter zum Buch gegriffen - zehn Prozent sagten, sie würden seitdem eher oder deutlich weniger lesen. Insgesamt schauen 84 Prozent aller Menschen im Land zumindest hin und wieder in gedruckte Bücher, 34 Prozent nutzen E-Books.

"In der Pandemie ist eine der großen Stärken von E-Books deutlich geworden: Die digitalen Bücher sind unabhängig von Lieferung und Logistik und binnen Sekunden verfügbar", erklärte der Digitalverband am Montag zu Beginn der Frankfurter Buchmesse. Wer sich in Corona-Zeiten daran gewöhnt habe, dürfte dem Medium auch künftig treu bleiben.

Corona-Sicherheit in Innenräumen an Aerosol-Risiko bemessen

12.50 Uhr: Bei den sinkenden Temperaturen beginnen die Menschen sich wieder mehr und mehr in Innenräumen aufzuhalten. Doch die Verlaufskurve der Infektionszahlen hat schon im vergangenen Jahr gezeigt: Drinnen ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch. Auch wenn 2021 wegen voranschreitender Impfkampagne keine derartige Explosion der Corona-Zahlen erwartet werden kann wie 2020, ist dennoch Vorsicht geboten. Daher haben der Virologe Hendrick Streeck und weitere Experten einen Leitfaden erarbeitet, mit dem sich das Infektionsrisiko in Innenräumen verringern lässt. Die Aerosol-Forscher zeigen, wie sich bereits mit einfachen Tipps viel zur Corona-Sicherheit beitragen lässt.

Von der Leyen: EU hat eine Milliarde Corona-Impfstoffdosen exportiert

12.41 Uhr: Die Europäische Union hat binnen zehn Monaten mehr als eine Milliarde Corona-Impfstoffdosen an andere Länder weltweit exportiert. "Wir haben einen wichtigen Meilenstein erreicht", sagte Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Montag in Brüssel. Der Impfstoff sei seit Dezember 2020 in mehr als 150 Länder geliefert worden - unter ihnen Japan, die Türkei, Großbritannien und Brasilien. Etwa 87 Millionen Dosen seien über die UN-Initiative Covax an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen gegangen.

"Wir haben unsere Impfstoffe stets fair mit dem Rest der Welt geteilt", betonte von der Leyen. "Wir haben genauso viel exportiert, wie wir für die Bürgerinnen und Bürger der EU bereitgestellt haben."

Lauterbach: Corona beschleunigt den Alterungsprozess

12.06 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat dazu aufgefordert, die Bemühungen für Covid-Genesene zu intensivieren. Studien hätten klar nachgewiesen, dass eine Corona-Erkrankung, den Alterungsprozess deutlich beschleunige, schrieb Lauterbach auf Twitter. "Man altert im Zeitraffer und wird gegen chronische Krankheiten anfälliger sein", so Lauterbach.

Grundlage für seine Aussage ist eine Studie von italienischen Forschenden, die im Juni diesen Jahres veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen verglichen den Gesundheitszustand von 117 Covid-19-Überlebenden mit dem von 144 noch nie infizierten Freiwilligen. Ergebnis: Durch die anhaltenden Post-Covid-Symptome wie Müdigkeit, Gedächtnisverlust Konzentrationsschwächen und Schlafproblemen seien die Betroffenen um rund fünf Jahre schneller gealtert als die Vergleichsgruppe.

Auch der verzeichnete deutliche Rückgang der Telomere bei Covid-Erkrankten, belege eine Beschleunigung des Altersprozess, schlussfolgern die Forschendenen in der Studie. Telomere sind Strukturelemente der DNA und bilden das Ende der Chromosomen. Ihnen wird eine entscheidende Rolle beim Alterungsprozess zugeschrieben.

Valneva meldet "positive" Studienergebnisse für seinen Corona-Impfstoffkandidaten

11.21 Uhr: Der französisch-österreichische Konzern Valneva hat "positive erste" Ergebnisse aus der klinischen Phase-3-Studie für seinen Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus bekanntgegeben. Im Vergleich zum Astrazeneca-Impfstoff sei bei den Probanden ein höherer mittlerer Wert an neutralisierenden Antikörpern festgestellt worden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Das Mittel sei zudem "im Allgemeinen gut verträglich". An der Studie hatten den Angaben zufolge 4012 Menschen ab 18 Jahren in Großbritannien teilgenommen.

"Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieser Impfstoffkandidat auf dem besten Weg ist, eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Pandemie zu spielen", erklärte der Studienleiter und Professor für Pädiatrie an der Universität in Bristol, Adam Finn.

Valneva-Geschäftsführer Thomas Lingelbach teilte mit, dass das Unternehmen seinen Impfstoffkandidaten "so schnell wie möglich" zur Zulassung bringen wolle, um "den Menschen, die noch nicht geimpft sind, eine alternative Impfstofflösung anzubieten". Erste Schritte zu einem Antrag zur Zulassung bei der britischen Gesundheitsbehörde MHRA seien bereits erfolgt.

Corona-Pass in Italien: Polizei räumt Blockade im Hafen von Triest

10.59 Uhr: Nach tagelangen Protesten von Aktivisten und Arbeitern im Hafen der norditalienischen Stadt Triest gegen das Corona-Zertifikat hat die Polizei mit der Räumung von Blockaden begonnen. Polizeibeamte mit Helmen und Schildern sowie Wasserwerfer stellten sich am Montagmorgen vor dem Durchgang Nummer vier des Hafens auf, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete und auf Fernsehbildern zu sehen war. Es kam zu Rangeleien mit den Ordnungskräften, die die Protestierenden zurückdrängte. Auch Wasserwerfer wurden eingesetzt.

Hafenarbeiter und Aktivisten hatten seit Tagen gegen die Ausweitung des sogenannten Grünen Passes - ein Corona-Pass mit ausdruckbaren oder digitalen Nachweisen einer Corona-Impfung, eines negativen Tests oder einer Genesung von der Krankheit - auf die Arbeitswelt demonstriert. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi hatte beschlossen, dass das Zertifikat ab dem 15. Oktober (vergangener Freitag) notwendig sei, um zur Arbeit gehen zu dürfen.

Bundesverfassungsgericht lehnt Befangenheitsantrag gegen Präsidenten Harbarth ab

10.03 Uhr: Ein gegen den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth, in einem Verfahren zur sogenannten Bundesnotbremse wegen eines Abendessens im Bundeskanzleramt eingereichter Befangenheitsantrag ist abgelehnt worden.

Das Bundesverfassungsgericht begründete die Entscheidung zu Harbarth und einer weiteren Verfassungsrichterin am Montag in Karlsruhe damit, dass Treffen mit der Bundesregierung kein Grund für den Vorwurf der Befangenheit seien. Dies hatten die Kläger anders gesehen.

Gastgewerbe weiter deutlich unter Vorkrisenniveau

8.53 Uhr: Das Gastgewerbe in Deutschland ist trotz besserer Geschäfte im Ferienmonat August weiterhin deutlich vom Vorkrisenniveau entfernt. Gastronomen und Hoteliers verbuchten sowohl preisbereinigt (plus 5,9 Prozent) als auch nominal (plus 6,4 Prozent) einen Umsatzzuwachs gegenüber Juli, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat August 2020 stiegen die Erlöse preisbereinigt (real) um 5,9 Prozent. Damit lag der Umsatz real aber noch 16,2 Prozent unter dem Niveau von Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland.

Musiker Marteria: In der Pandemie gibt es 82 Millionen Bundeskanzler

8.21 Uhr: Der Musiker Marteria hat während der Corona-Pandemie eine zunehmende Entfremdung innerhalb der Gesellschaft festgestellt. "Die Menschen entfernen sich ziemlich voneinander", sagte der Rapper der Deutschen Presse-Agentur. Man merke, dass einige Menschen viel Zeit am Computer verbracht hätten und im Internet versunken seien. "Es ist manchmal ganz schön schwer mittlerweile, an Menschen ranzukommen."

Einige Menschen könnten mit der Situation schlechter umgehen, sagte der 38-Jährige. Für sie erschienen gesellschaftliche Probleme nicht so groß wie das eigene Schicksal. "Und das muss man aber auch akzeptieren, dass manche Leute das vielleicht nicht so können."

Marteria plädierte für Toleranz bei den Corona-Maßnahmen. "Auch wenn nicht alles richtig ist oder war." Die Situation sei für alle Neuland. "Alles besser wissen können viele Menschen." Bei einer Fußball-Weltmeisterschaft gebe es 82 Millionen Bundestrainer und während der Corona-Pandemie 82 Millionen Bundeskanzler.

Keine Maskenpflicht mehr bei innerskandinavischen Flügen

7.54 Uhr: Bei Flügen innerhalb Skandinaviens muss seit Montagmorgen kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden. Die Fluggesellschaften SAS, Norwegian, Widerøe und Flyr einigten sich darauf, von Reisenden zwischen Dänemark, Norwegen und Schweden den Infektionsschutz nicht mehr zu verlangen.

"Der norwegische Leitfaden zur Infektionskontrolle verlangt von Passagieren im Inland nicht mehr, Gesichtsmasken zu tragen, daher entfällt diese Anforderung an Bord von Widerøes Flügen", sagte die Sprecherin Silje Brandvoll jüngst dem norwegischen Rundfunk. Bei Flügen in andere Länder im Ausland müsse jedoch weiterhin ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Auf dem Flughafen Gardermoen bei Oslo wurde die Maskenpflicht bereits am Freitag aufgehoben.

Australien-Urlaub eventuell noch vor Weihnachten möglich

7.09 Uhr: Australien könnte nach Auffassung von Handels- und Tourismusminister Dan Tehan nun doch bereits vor Weihnachten seine internationalen Grenzen öffnen und wieder Urlauber empfangen. "Natürlich ist es unsere Priorität, Australier nach Hause zu bringen", sagte Tehan am Montag dem Sender Sky News Australia. "Aber meiner Meinung nach können wir vor Weihnachten damit beginnen, auch alle anderen - darunter internationale Touristen - hereinzulassen.

"Voraussetzung sei aber, dass mindestens 80 Prozent der Bevölkerung im Alter von über 16 Jahren vollständig gegen das Coronavirus geimpft seien. Bis zum Wochenende hatten in Australien etwa 68 Prozent der erwachsenen Bevölkerung doppelten Impfschutz. Fast 85 Prozent hatten eine erste Impfdosis erhalten.

Umfrage: Corona senkt Optimismus und mehrt Stress

5.40 Uhr: Die Corona-Pandemie ist vielen Menschen in Deutschland offensichtlich auf das Gemüt geschlagen. Nach einer am Montag veröffentlichten repräsentativen Umfrage sank die Zahl der Optimisten in Deutschland bis zum Sommer stark, während das Stressempfinden ebenso deutlich zunahm.

Die Ergebnisse liegen allerdings schon etwas zurück: Das Umfrageinstitut Bilendi befragte im Juli im Auftrag der Versicherung Swiss Life gut 1000 Erwachsene im Alter von 18 bis 79 Jahren. Demnach sagten 24 Prozent der Befragten, dass sie vorbehaltlos optimistisch in die Zukunft blickten. In der Anfangsphase der Pandemie im Frühjahr 2020 war deren Zahl mit 44 Prozent sogar außerordentlich hoch gewesen, im Vorkrisenjahr 2019 waren es 37 Prozent.

Die Umfragemacher erklären sich das Auf und Ab mit der Vermutung, dass der Beginn der Pandemie neue Erfahrungen bedeutete und viele Menschen sich anfangs im Heimbüro möglicherweise sogar selbstbestimmter fühlten als am gewohnten Arbeitsplatz.

Corona-News von Sonntag, 17. Oktober: Warum Israel sich vor infizierten Touristen fürchtet

  • Anfang November will Israel wieder Touristen aus Europa ins Land lassen. Europäer können also schon jetzt Flüge nach Israel buchen – wenn sie dreimal geimpft wurden oder ihre zweite Impfung vor weniger als sechs Monaten erhalten haben. Doch an den Plänen gibt es nun Zweifel. Eine neue Subspezies der Delta-Variante wurde in mehreren europäischen Ländern identifiziert und bereitet den Epedemiebekämpfern in Israel Sorgen.
  • Thüringens Staatskanzleichef und Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) ist trotz Impfung an Covid-19 erkrankt. "Der Krankheitsverlauf ist sehr unangenehm. Zum Glück bin ich geimpft!", twitterte der Linke-Politiker am Sonntag.
  • Trotz zahlreicher Corona-Vorgaben und Personalengpässen ist das befürchtete Chaos an deutschen Flughäfen am Wochenende ausgeblieben. Am Berliner Flughafen BER, wo vor einer Woche Passagiere stundenlang warten mussten und teils ihre Flüge verpassten, habe es zwar Schlangen vor der Abfertigung gegeben, sagte ein Sprecher. Der Betrieb sei aber weitgehend normal gewesen. Am Sonntag war von einem normalen Ablauf in den Herbstferien die Rede.
  • Russland hat so viele Corona-Neuinfektionen verzeichnet wie noch nie: Innerhalb eines Tages wurden 34.303 neue Fälle registriert, wie die nationale Corona-Task-Force mitteilte. Etwa einen Monat zuvor, am 19. September, waren es noch 20.174 gewesen.
  • Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie hat in der Großen Moschee von Mekka in Saudi-Arabien wieder ein Gebet ohne Abstandsregeln stattgefunden. Nach entsprechenden Lockerungen fänden die Gebete dort jetzt wieder "normal" statt, teilte das staatliche Kommunikationszentrum mit.
  • Der Schlagersänger Tony Marshall