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Corona: RKI meldet steigende Fallzahlen und Inzidenz

Lesedauer: 44 Minuten
EMA: Moderna-Corona-Vakzin für Jugendliche freigeben

EMA: Moderna-Corona-Vakzin für Jugendliche freigeben

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna für Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren freigegeben.

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Auch am Samstagmorgen meldet das Robert Koch-Institut steigende Corona-Fallzahlen und eine erhöhte Inzidenz. Mehr dazu im Blog.

  • Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet auch am Samstag stark steigende Corona-Zahlen
  • Die Bundesregierung stuft Spanien und die Niederlande als Corona-Hochinzidenzgebiete ein
  • Führende Mediziner haben den britischen Premier Boris Johnson zu einer Umkehr in der Corona-Politik aufgerufen
  • Auf Sylt könnte ein infizierter Barbesucher Dutzende weitere Menschen angesteckt haben
  • In Deutschland sind 48,5 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft
  • Kneipen in Bayern dürfen laut Bayerischem Verwaltungsgerichtshof auch innen öffnen

Berlin. Diese Meldung lässt viele Urlauber zittern: Die Bundesregierung stuft Spanien und damit auch die beliebte Ferieninsel Mallorca von Dienstag an als Hochinzidenzgebiet ein. Das gab das Robert Koch-Institut (RKI) nun offiziell bekannt. Auch die Niederlande wird zum Hochinzidenzgebiet hochgestuft.

Zunehmend werden laut RKI auch Fälle bekannt, in denen die Betroffenen dem Coronavirus im Ausland ausgesetzt waren. Die häufigste Angabe derzeit sei Spanien.

Mittlerweile steigen aber auch hierzulande die Corona-Zahlen wieder drastisch an. In seinem wöchentlichen Lagebericht vom Donnerstagabend geht das RKI davon aus, dass die ansteckendere Delta-Variante hierzulande mittlerweile 84 Prozent aller Infektionen ausmacht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bevölkerung daher auf eine vierte Viruswelle eingestimmt. Deutschland habe es "mit einer deutlichen, und wie ich finde auch besorgniserregenden Dynamik" zu tun, sagte die Bundeskanzlerin bei ihrer voraussichtlich letzten Sommerpressekonferenz.

RKI meldet Zahlen zu Corona-Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit über zwei Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des RKI von Samstagmorgen lag sie bei 13,6 – am Vortag betrug der Wert 13,2 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 1919 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1608 Ansteckungen gelegen. Mehr dazu: RKI meldet Corona-Fallzahlen und aktuellen Inzidenz-Wert

Corona-News von Samstag, 24. Juli: Geschke: Quarantäne in Tokio

9.38 Uhr: Simon Geschke, Deutschlands Corona-Fall bei Olympia, ist symptomfrei und in Quarantäne. Situation bei Buchmann unsicher. Lesen Sie dazu: Corona: Geschke für zehn Tage in Quarantäne-Hotel in Tokio

Trotz Corona-Notstand: Viele Zuschauer an der Radstrecke

9.35 Uhr: Viele Japaner haben am Samstag eine der wenigen Chancen genutzt, olympischen Sport live zu verfolgen. Beim Radrennen der Männer waren zahlreiche Zuschauer am Straßenrand zu sehen, mitunter standen die Fans in mehreren Reihen an der Strecke. Die Behörden hatten die Bevölkerung eigentlich aufgerufen, wegen den steigenden Corona-Zahlen nicht an die Strecke zu gehen. Ein Verbot gab es aber nicht.

Tokio befindet sich noch bis weit nach Ende der Olympischen Spiele im vierten Corona-Notstand. Daher werden die Wettkämpfe in der Region Tokio ohne Zuschauer ausgetragen. Anders verhält es sich im Zielbereich des Radrennens auf dem International Speedway. An der früheren Formel-1-Strecke sind 11.000 Zuschauer, also die Hälfte der Tribünenkapazität, erlaubt.

Weil: "Normalität, wenn sehr große Mehrheit geimpft"

9.34 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sieht in der Corona-Pandemie das Impfen gegen das Virus als zentralen Schlüssel für eine Rückkehr zur Normalität. "Ein Leben in Normalität wird sich dann ergeben, wenn eine sehr große Mehrheit in der Gesellschaft vollständig geimpft ist", sagte Weil der Deutschen Presse-Agentur. Die verfügbaren Impfstoffe schlügen auf die bisher bekannten Mutationen gut an. "Ich verstehe nicht, dass gerade jetzt, in dem Moment, wo wir genug Impfstoff haben, die Bereitschaft in der Bevölkerung deutlich an Schwung verliert", sagte Weil. "Wenn man bedenkt, dass zum Beispiel für die Kinder derzeit noch kein Impfstoff zugelassen ist, dann müssen sich vom Rest der Gesellschaft weitaus mehr Menschen als die 80 Prozent impfen lassen."

Auf dieser Grundlage könnte dem Regierungschef zufolge die Gesellschaft mit Corona zu einem ähnlichen Umgang wie mit dem Influenza-Virus gelangen. Auch dieses habe man nicht ausrotten können und man werde im Zweifel auch Corona nicht ausrotten können. "Aber mit einem wirksamen Impfschutz in unserer Gesellschaft können wir damit leben", sagte Weil.

Rio erwartet Dominanz von Delta-Variante

9.32 Uhr: Nach den ersten Todesfällen durch die Delta-Variante des Coronavirus hat die Stadtverwaltung von Rio de Janeiro vor deren weiteren Ausbreitung gewarnt. "Es wird erwartet, dass die Delta-Variante in der Stadt bald vorherrschend sein wird", sagte der Gesundheitssekretär Rios, Daniel Soranz, bei der Pressekonferenz zur Situation der Corona-Pandemie in der brasilianischen Millionenmetropole am Freitag (Ortszeit). Demnach dominiert in Rio de Janeiro noch die Variante Gamma.


Am Vortag waren im Bundesstaat Rio de Janeiro die ersten vier Todesfälle im Zusammenhang mit der Delta-Variante B.1.617.2 des Coronavirus bekanntgeworden. Die vier außerhalb der Hauptstadt Rio Verstorbenen waren noch nicht komplett gegen Corona geimpft gewesen.

Studie: Direktvertrieb kommt glimpflich durch Corona-Krise

9.31 Uhr: Das Coronajahr 2020 war eigentlich keine gute Zeit für Unternehmen, die ihre Waren direkt an den Kunden verkaufen: Denn die branchentypischen Verkaufspartys und Vertreterbesuche mussten pandemiebedingt oft ausfallen. Dennoch konnte die Direktvertriebsbranche ihre Umsätze im vergangenen Jahr um rund ein Prozent auf 18,7 Milliarden Euro steigern, wie aus einer am Samstag veröffentlichten Studie der Universität Mannheim im Auftrag des Bundesverbandes Direktvertrieb Deutschland (BDD) hervorgeht. Das leichte Wachstum sei "ein unglaublicher Erfolg", wenn man berücksichtige wie stark der Direktvertrieb durch die Beschränkungen bei der persönlichen Beratung beeinträchtigt gewesen sei, urteilte Studienautor Florian Kraus.

Die Hauptgrund für den Erfolg sieht die Branche in dem Digitalisierungsschub, den sie in der Pandemie erfahren hat. "Viele Unternehmen haben im Vertrieb erfolgreich auf Online-Partys gesetzt sowie auf den Austausch in den sozialen Medien und so den Kunden auch während des Lockdowns eine persönliche Beratung ermöglicht", sagte der BDD-Vorstandsvorsitzende, Jochen Acker. Der Studie zufolge haben rund zwei Drittel der Unternehmen während der Pandemie über Social Media Kontakt zu ihren Kunden gesucht und 59 Prozent Online-Partys im Vertrieb eingesetzt.

17 neue Corona-Fälle bei Olympia

9.30 Uhr: Bei den Olympischen Spielen in Tokio haben die Organisatoren 17 weitere Corona-Fälle vermeldet. Damit stieg die Zahl der positiven Tests seit Beginn der Erfassung am 1. Juli auf insgesamt 123. Wie das Organisationskomitee in dem am Samstag veröffentlichten Tagesbericht bekanntgab, gehört zu den Betroffenen eine Athletin oder ein Athlet, die oder der nicht aus Japan kommt. Tags zuvor hatte die deutsche Olympia-Mannschaft ihren ersten Corona-Fall bekanntgegeben. Der Radsportler Simon Geschke war positiv auf das Virus getestet worden.

Wirtschaftsweise befürchtet Langzeitfolgen durch Schulschließungen

9.28 Uhr: Die "Wirtschaftsweise" Veronika Grimm befürchtet wegen der steigenden Infektionszahlen und einem erneut drohenden Unterrichtsausfall an den Schulen von Herbst an erhebliche wirtschaftliche Langzeitfolgen. Der Ausfall an Wirtschaftsleistung durch Bildungsverluste könnte nach Berechnungen bis zum Ende des Jahrhunderts in die Billionen gehen, sagte Grimm der Deutschen Presse-Agentur. Anhaltender Bildungsverlust sei das größte Risiko einer vierten Corona-Welle in Deutschland. "Das Problem ist, dass man wieder keine Strategie hat, etwa durch Testen vor die Welle zu kommen", sagte Grimm.

Politisch sei es vermutlich keine Option, im Falle stark steigender Infektionszahlen die Schulen ohne Einschränkungen offen zu halten - zumal ein Großteil der Schülerinnen und Schüler nicht gegen Covid-19 geimpft sei. "Das kann signifikante wirtschaftliche Auswirkungen in der langen Frist nach sich ziehen", sagte Grimm. Die Gefahr sei, dass Erfolge auf dem Arbeitsmarkt für die Betroffenen ausblieben und sich der ohnehin schon eklatante Fachkräftemangel noch einmal deutlich verstärke. Es bestehe zudem die Gefahr, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern zurückfalle, in denen solche Einschränkungen nicht notwendig sind oder nicht stattfinden.

Montgomery warnt vor Corona-Eintrag aus Spanien und Italien

9.27 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnt vor einer steigenden Corona-Inzidenz durch Reiserückkehrer. "Spanien und Italien sind beliebte Urlaubsländer vor allem bei jüngeren Menschen, die oft noch nicht zweimal geimpft sind. Der Viren-Eintrag nach Deutschland aus diesen Ländern wird durch die Reiserückkehrer ganz klar steigen", sagte Montgomery der "Rheinischen Post" (Samstag).

Der Ärztefunktionär forderte, mit konsequenter Quarantäne für ungeimpfte Reiserückkehrer und Einhaltung der Corona-Regeln dafür zu sorgen, dass aus der vierten Welle kein "Tsunami" werde. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach riet zur Vorsicht. "Derzeit haben wir die Herdenimmunität noch nicht erreicht, deshalb rate ich, weiter vorsichtig zu sein", sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Das bedeute auch: "Discothekenbesuche nur für Menschen, die geimpft, genesen oder getestet sind und nur mit Maske."

GEW fordert Luftfilter in allen Klassenräumen

9.15 Uhr: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert die Anschaffung von Luftfiltern für alle Klassenräume in Deutschland. "Wenn die Schulen krisenfest werden sollen und es nach den Sommerferien wieder regelmäßigen Präsenzunterricht geben soll, dann sind Luftfilter - neben einem Hygienekonzept inklusive regelmäßiger Tests - in allen Klassenräumen erforderlich", sagte GEW-Chefin Maike Finnern der "Rheinischen Post" (Samstag).

Dreyer fordert neuen Warnwert in der Corona-Politik

9.10 Uhr: Angesichts der wachsenden Zahl der gegen das Coronavirus geimpften Menschen hat sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) für angepasste Bewertungskriterien in der Corona-Politik ausgesprochen. "Wir schauen natürlich auch mit Sorge auf die steigenden Infektionszahlen", sagte sie der "Rheinischen Post" (Samstag). "Dennoch sagt die Inzidenz heute viel weniger über die Gefahr einer Erkrankung und die mögliche Belastung des Gesundheitssystems aus als noch vor einem halben Jahr, weil immer mehr Menschen geimpft werden."

Die Inzidenz bleibe wichtig, aber sie sollte mit der Lage in den Krankenhäusern verknüpft werden, sagte Dreyer. Dazu zähle, wer dort eingeliefert werde und wer auf eine Intensivstation müsse. "Die Bundesländer müssen mit der Bundesregierung zu einem neuen Warnwert kommen. Wir sollten uns rasch auf eine bundeseinheitliche Regelung verständigen." Dreyer lobte ein von der Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), vorgeschlagenes System als "sehr kluges Ampelsystem". "Genau so eine Orientierung brauchen wir bundesweit."

Karliczek ruft alle Erwachsenen zur Corona-Impfung auf

5.30 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat an alle Erwachsenen appelliert, Corona-Impfungen als Akt der Solidarität gegenüber Kindern und Jugendlichen zu begreifen. "Gerade jetzt, wo die Infektionszahlen wieder ansteigen, sollten sich möglichst alle Erwachsenen mit den Kindern und Jugendlichen solidarisch zeigen, indem nicht geimpfte Personen die Impfangebote wahrnehmen", sagte die CDU-Politikerin unserer Redaktion. "Die Solidarität der Erwachsenen wäre ein ganz wichtiger Beitrag, um nach den Sommerferien einen regulären Schulbetrieb zu ermöglichen."

Karliczek gab zu bedenken, dass für die jüngeren Kinder kein Impfstoff zugelassen sei und für die Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren keine Impfung empfohlen werde. "Je weniger das Virus unter den Erwachsenen zirkuliert, desto weniger kann es auch für die Jüngeren zu einer Gefahr werden", betonte sie. Auch Kinder und Jugendliche könnten schwer erkranken, und es sei auch noch zu wenig über Langzeitfolgen bekannt. Das sollten sich diejenigen, die sich noch nicht zu einer Impfung entschließen konnten, vor Augen führen. Zuletzt war die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland gerade bei den Jüngeren stark gestiegen.

Die Bildungsministerin führte weitere Maßnahmen an, um Schulschließungen zu vermeiden. Dazu gehöre das Testen. "Dort, wo keine Abstände eingehalten werden können, bleibt der Schutz durch Masken wichtig – auch im Klassenraum", sagte Karliczek. Luftfilter könnten ebenfalls einen Beitrag leisten.

Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte kritisiert Stiko scharf

2.30 Uhr: In der Debatte um Corona-Impfungen für Kinder hat der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, die Ständige Impfkommission (Stiko) scharf angegriffen. "Ich ärgere mich über die intransparente Art, wie da im Moment gearbeitet wird", sagte Fischbach dieser Redaktion. "Es wird gesagt, dass man die Datenlage nicht für ausreichend hält, aber nicht warum man das so einschätzt und auch nicht, wann es denn ausreichend wäre." In anderen Ländern, so der Kinderarzt, würden Millionen Kinder über 12 Jahren geimpft. "Es muss inzwischen Daten geben."

Fischbach weiter: "Wir sind immer noch in einer Pandemie-Situation, entsprechend muss entschieden werden." Die Stiko orientiere sich nur daran, ob für das Individuum Nutzen oder möglicher Nachteil einer Impfung überwiege. "Faktoren wie Herdenimmunität oder soziale Auswirkungen wie eine Zunahme von Kindeswohlgefährdungen, wenn es wieder zu Einschränkungen für Kinder kommen sollte, werden nicht berücksichtigt", sagte er dieser Redaktion. Das gelte auch für mögliche neue Schulschließungen, die erheblichen Schaden anrichten würden. "Uns als Pädiater interessiert das natürlich."

Fischbach appellierte auch Erwachsene, sich impfen zu lassen, um Kinder zu schützen: "Es gibt eine zu große Gruppe von Erwachsenen, die unsolidarisch handeln, indem sie sich nicht impfen lassen", kritisierte er. Wer sich impfen lassen könne, müsse sich jetzt impfen lassen, damit nicht im Herbst wieder Kinder die Leidtragenden seien. Die Politik sollte da auch mehr Druck machen, so der Kinderarzt – "kein Urlaub ohne Quarantäne, kein Theater-Besuch ohne PCR-Test, da gibt es Möglichkeiten. Das Risiko ist groß, dass am Ende Kinder und Jugendliche wieder die Fußabtreter sind."

Corona-News von Freitag, 23. Juli: USA kaufen weitere 200 Millionen Impfdosen von Biontech und Pfizer

22.05 Uhr: Die USA kaufen weitere 200 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs der Hersteller Biontech und Pfizer. Damit treffe die Regierung Vorbereitungen für die Impfung jüngerer Kinder und möglicherweise nötige Auffrischungsimpfungen für Erwachsene, erklärte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Freitag in Washington. "Wir bereiten uns auf alle Möglichkeiten vor."

Gut die Hälfte der Dosen soll bis zum Jahresende geliefert werden, der Rest bis April 2022, wie das US-Pharmaunternehmen Pfizer erklärte. Damit seien von der US-Regierung bislang 500 Millionen Dosen bestellt worden. Washington hatte sich vergangenes Jahr Optionen für die Bestellung von bis zu 600 Millionen Dosen gesichert.

Zusätzlich hat die US-Regierung 500 Millionen Dosen bestellt, die an andere Länder abgegeben werden sollen. Sie hat bereits damit begonnen, Impfdosen der Hersteller Moderna, Johnson & Johnson, Astrazeneca und Pfizer/Biontech zu verschicken. Allein in dieser Woche seien 22 Millionen Dosen verschickt worden, sagte Psaki.

Impfpflicht-Gegner gehen in Frankreich erneut auf die Straße

21.18 Uhr: In Frankreich haben Gegner der geplanten Impfpflicht für das Gesundheitspersonal für Samstag erneut zu Demonstrationen aufgerufen. Kundgebungen sind unter anderem in Paris, Lyon, Rennes und anderen Städten geplant. Dabei soll auch gegen den Gesundheitspass protestiert werden, der Aufschluss über eine Impfung oder einen Negativ-Test gibt. Seit dieser Woche ist der Pass in Kinos oder Museen Pflicht, ab August auch in Cafés und Restaurants. Die Regierung will die gesetzliche Grundlage bis Sonntag im Schnellverfahren vom Parlament besiegeln lassen.

Am vergangenen Samstag hatten in Frankreich mehr als 110.000 Menschen vor einer "Gesundheits-Diktatur" gewarnt. Auch Anhänger der "Gelbwesten"-Bewegung und Rechtsaußen-Politiker mischten sich unter die Demonstranten. Die Regierung will mit den neuen Auflagen die massiv gestiegenen Infektionszahlen eindämmen.

Entwarnung nach Corona-Fall im Hamburger "Molotow"

20.30 Uhr: Nach einem Corona-Fall im Hamburger Musikclub "Molotow" auf St. Pauli hat die Gesundheitsbehörde Entwarnung gegeben. Bei den 56 Konzertbesuchern, die zur Reihentestung erschienen seien, habe es keinen weiteren positiven Befund gegeben, sagte Behördensprecher Martin Helfrich der Deutschen Presse-Agentur.

Anfang der Woche hatten die Gesundheitsämter wegen eines möglichen Kontakts mit einer Corona-infizierten Person für 90 Besucher des "Molotows" Quarantäne angeordnet. Zuvor war eine Person, die in der vergangenen Woche ein Konzert in dem Club am Nobistor besucht hatte, positiv getestet worden. Die Vielzahl der Quarantäne-Anordnungen war der Behörde zufolge wegen einer "unübersichtlichen Kontaktsituation" in dem Lokal nötig gewesen.

Corona-Neuinfektionen in Türkei auf höchstem Stand seit Mitte Mai

19.35 Uhr: In der Türkei ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten gestiegen. Das Gesundheitsministerium meldete am Freitag 11.094 Neuinfektionen - so viele wie seit Mitte Mai nicht mehr.

Innerhalb eines Tages starben 60 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19. Das 82 Millionen-Einwohner-Land hatte Anfang Juli alle Ausgangsbeschränkungen wegen der Pandemie aufgehoben. Seitdem steigen die Fallzahlen wieder.

Linken-Co-Vorsitzende Wissler lehnt Impfpflicht ab

19.09 Uhr: Die Co-Vorsitzende und Spitzenkandidatin der Linken für die Bundestagswahl, Janine Wissler, lehnt eine verpflichtende Corona-Impfung ab. "Ich finde, wir müssen versuchen, die Menschen zu überzeugen", sagte sie im Sommerinterview des Hessischen Rundfunks (HR).

"Es gibt ja auch die Beispiele, wo Menschen skeptisch waren gegenüber Impfungen und dann durch Aufklärungsgespräche, wo sie alle ihre Fragen stellen konnten, auch überzeugt werden konnten", sagte Wissler. Deshalb sei sie nicht für eine Impfpflicht, sondern für ein niedrigschwelliges Impfangebot.

Barbesucher auf Sylt mit Corona infiziert – Dutzende Gäste betroffen

18.20 Uhr: Auf der Insel Sylt müssen Dutzende Besucher einer Bar in Corona-Quarantäne, weil ein Gast positiv auf das Virus getestet wurde. Wie der Kreis Nordfriesland am Freitag mitteilte, waren in der fraglichen Zeit in der Nacht zum Mittwoch etwa 80 Gäste anwesend. Da es wegen eines technischen Fehlers der Luca-App nicht gelinge, die gespeicherten Daten der Besucher abzurufen, rufe das Gesundheitsamt des Kreises alle Gäste, die in der Nacht ab 0.38 Uhr länger als zehn Minuten in dem Lokal waren, öffentlich auf, sich in Quarantäne zu begeben. Sie müssten entweder in ihrer Wohnung oder in ihrem Urlaubsquartier bleiben.

"Dies gilt automatisch - auch ohne, dass wir dies den Betroffenen gegenüber direkt angeordnet haben", erläuterte die für Gesundheit zuständige Fachbereichsleiterin Nina Rahder. "Es besteht das Risiko, dass die anderen Anwesenden sich infiziert haben, zum Beispiel über Aerosole." Die Betroffenen seien zudem verpflichtet, sich unverzüglich per E-Mail beim Kreisgesundheitsamt unter corona-pcr@nordfriesland.de zu melden.

Corona-Infektionen in Italien deutlich gestiegen

17.15 Uhr: In Italien sind die Corona-Infektionszahlen deutlich gestiegen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert erhöhte sich auf landesweit durchschnittlich 41 Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, in der Vorwoche waren es noch 19. Vor allem bei jungen Menschen seien mehr Infektionen verzeichnet worden, hieß es am Freitag im wöchentlichen Corona-Lagebericht des Gesundheitsministeriums in Rom. Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen blieb Experten zufolge auf ähnlichem niedrigem Niveau wie in der Vorwoche.

Die ansteckendere Delta-Variante breite sich in Italien weiter aus und sei inzwischen vorherrschend. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi hatte am Donnerstagabend bereits mit strengeren Coronaregeln reagiert. Ab dem 6. August ist in dem Land für zahlreiche Aktivitäten im Innenbereich ein Impfnachweis, ein negativer Corona-Test oder ein Genesungsnachweis notwendig. Zudem wurde der Notstand bis zum 31. Dezember verlängert.

Reiseverband: Spanien-Entscheidung macht Urlaubspläne zunichte

16.50 Uhr: Der Reiseverband DRV hat die Entscheidung der Bundesregierung kritisiert, Spanien vom 27. Juli an als Corona-Hochinzidenzgebiet einzustufen. Dies mache mitten in der Ferienzeit "zahlreichen Reisenden und insbesondere vielen Familien mit Kindern die Urlaubspläne zunichte", sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig am Freitag. Die von der Corona-Krise hart getroffene Reisewirtschaft befürchtet, dass eine drohende Quarantäne Menschen verunsichert, die gerade im Urlaub sind oder kurz davor stehen.

Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

Fiebig forderte: "Wir müssen weg von der reinen Inzidenzbetrachtung bei der Einstufung von Zielgebieten." Stattdessen sollte die tatsächliche Gefährdungslage für Reisende sowie die Belastung des Gesundheitssystems in den Mittelpunkt der Überlegungen gerückt werden. Dies sollte bei der ohnehin notwendigen Anpassung der Corona-Einreiseverordnung berücksichtigt werden. "Eine ausschließlich an den Inzidenzwerten festgemachte Automatik der Eingruppierung der Reiseländer ist angesichts des Impffortschritts nicht mehr angemessen", argumentierte Fiebig.

Spanien und Niederlande offiziell als Hochinzidenzgebiete eingestuft

16.02 Uhr: Die Bundesregierung stuft Spanien und die Niederlande nun offiziell wegen hoher Infektionszahlen von Dienstag an als Corona-Hochinzidenzgebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt, diese Redaktion hatte zuvor darüber berichtet.

Wer aus einem Hochinzidenzgebiet zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

Moderna für Kinder ab zwölf empfohlen

15.14 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für den Einsatz des Corona-Impfstoffs von Moderna bei Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren gegeben. Der zuständige EMA-Ausschuss empfahl eine Erweiterung der Zulassung. Die finale Entscheidung muss nun noch von der EU-Kommission gefällt werden. Das gilt aber als Formsache.

Mediziner fordern Umkehr von Premier Johnson

15.01 Uhr: Führende Mediziner haben den britischen Premier Boris Johnson zu einer Umkehr in der Corona-Politik aufgerufen. "Es ist Zeit für ein dringendes Umdenken, anstatt auf dem gleichen Weg zu bleiben", sagte der Vorsitzende der British Medical Association, Chaand Nagpaul, dem "Guardian" zufolge. Trotz massiv steigender Infektionszahlen gelten seit Montag in England fast keine Beschränkungen mehr, sogar Abstandhalten und Masken sind an vielen Orten freiwillig.

Diese Strategie führe zu "explodierenden Fallzahlen" und deutlich mehr Patienten in den Krankenhäusern oder in Quarantäne, sagte Nagpaul. Die medizinische Versorgung sei gefährdet und nicht-dringende Behandlungen müssten verschoben werden. "Die Regierung muss aufwachen", so Nagpaul.

Die Zuspitzung der Situation sei eine direkte Folge der fehlenden Maßnahmen einer Regierung, "die dem Virus erlaubt, durch das Land zu ziehen". Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Großbritannien zuletzt bei 488.

Drosten: So kann Deutschland eine vierte Welle verhindern

14.19 Uhr: Der Virologe Christian Drosten, Virologe an der Charité in Berlin, erklärt im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur, welche Maßnahmen in Deutschland ergriffen werden müssen, um einer schweren Winterwelle vorzubeugen. Lesen Sie hier das Interview: Drosten: So kann Deutschland eine vierte Welle verhindern

Gericht: Kneipen in Bayern dürfen auch innen öffnen

13.28 Uhr: Kneipen in Bayern dürfen nach einem Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs ihre Innenräume öffnen. Die Richter begründen das damit, dass zwar zu Beginn der Pandemie erhebliche Unterschiede im typischen Betriebsablauf zwischen Restaurants und Kneipen bestanden hätten.

Inzwischen habe sich das Geschehen - insbesondere der Alkoholkonsum bei geselligem Zusammensein - in Restaurants aber dem Geschehen in reinen Schankwirtschaften so stark angenähert, dass eine unterschiedliche Behandlung nicht mehr gerechtfertigt sei.

Zur Bekämpfung der Pandemie seien auch mildere Mittel möglich, wie Hygienekonzepte oder Sperrzeitregelungen. Zudem dauere die Schließung der Innenräume reiner Schankwirtschaften nun schon sehr lange an. Der Eingriff in die Berufsfreiheit wiege daher sehr schwer.

71 von 100 Teilnehmern auf Ferienfreizeit positiv

12.53 Uhr: 71 von rund 100 Teilnehmern einer von einem Hamburger Träger organisierten Ferienfreizeit haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Die Betroffenen - Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene - stammten größtenteils aus Hamburg, sagte Martin Helfrich, Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa fand die Freizeit in Dänemark statt. "Nachdem die Ferienmaßnahme vor Ort unter Quarantäne gestellt worden war, wird diese nun beendet", sagte Helfrich.

"Die Teilnehmenden kehren nun an ihre Heimatorte zurück, wo sie sich in der eigenen Häuslichkeit isolieren." Auch für negativ getestete Kontaktpersonen und die mit den positiven Rückkehrern in einem Haushalt lebenden Personen werde Quarantäne angeordnet. "Die nach Wohnort örtlich zuständigen Gesundheitsämter in den Hamburger Bezirken und umliegenden Kommunen übernehmen die weitere Betreuung", hieß es.

Medienbericht: Bundesregierung will Curevac-Anteile behalten

12.24 Uhr: Die Bundesregierung will einem Medienbericht zufolge ihre Anteile an dem deutschen Pharmaunternehmen Curevac behalten, obwohl bislang noch kein wirksamer Corona-Impfstoff entwickelt werden konnte. Das "wichtige Bundesinteresse" an der Beteiligung bestehe gegenwärtig fort, zitierte das Magazin "Spiegel" am Freitag aus der Antwort auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion. Die Bundesregierung sieht demnach auch die Curevac-Förderung durch das Bundesforschungsministerium "weiterhin als erfolgversprechend" an.

Ende Juni hatte das Tübinger Unternehmen mitgeteilt, sein Corona-Impfstoff weise laut abschließenden Auswertungen nur eine 48-prozentige Wirksamkeit auf. Curevac setzt wie das Mainzer Unternehmen Biontech auf einen modernen mRNA-Impfstoff. Das Mittel der Tübinger galt lange als höchst vielversprechend.

48,5 Prozent vollständig geimpft

11.24 Uhr: In Deutschland sind inzwischen 48,5 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Nach aktuellen Angaben des Robert Koch-Instituts wurden am Donnerstag 565.235 Impfdosen verabreicht. Damit sind nun rund 40,3 Millionen Menschen vollständig geimpft. Rund 50,4 Millionen (60,6 Prozent) haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

Unter den Bundesländern lag Bremen dem RKI zufolge nach wie vor an erster Stelle mit einem Anteil von 69,5 Prozent mindestens einmal geimpfter Menschen. Auch bei den vollständig Geimpften belegte Bremen mit 55,5 Prozent den Spitzenplatz. Schlusslicht bei den Erstimpfungen blieb Sachsen (51,4 Prozent), genau wie bei den vollständig Geimpften (44,9 Prozent).

Spanien wird Hochinzidenzgebiet - Sorge auf Mallorca

10.28 Uhr: Am heutigen Freitag will die Bundesregierung nach Informationen dieser Redaktion Spanien als Hochinzidenzgebiet rausrufen lassen. Das sorgt für große Sorgen auf Mallorca als liebster Ferieninsel der Deutschen. "Diese Entscheidung wird vor allem Mallorca und den Rest der Inseln (Balearen) treffen", schrieb die Zeitung "Última Hora".

"Das wäre ein weiterer Schlag für den Tourismus", fürchtet auch die Zeitung "Diario de Mallorca". Denn wer nicht vollständig geimpft oder von Corona genesen ist, muss bei der Rückkehr aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland für zehn Tage in Quarantäne, die erst nach fünf Tagen durch einen negativen Test verkürzt werden kann.

Dies wird besonders jüngere Urlauber treffen, von denen viele noch nicht geimpft sind. Aber auch vollständig geimpfte Eltern könnten in Schwierigkeiten geraten, wenn ihre Kinder nach der Rückkehr aus dem Mallorca-Urlaub für mindestens fünf Tage in Quarantäne müssten statt in den Hort oder Kindergarten gehen zu dürfen.

Britische Regierung nimmt Lebensmittelhandel von Isolationspflicht aus

9.30 Uhr: Die britische Regierung hat kurzfristig Ausnahmeregelungen für Mitarbeiter im Lebensmittelhandel eingeführt, die Kontakt mit Corona-Infizierten hatten. Hintergrund sind Personalengpässe und mancherorts leere Supermarktregale. Die Regierung teilte mit, dass Mitarbeiter in Lebensmittel-Verteilzentren nun von der Pflicht zur Selbstisolation ausgenommen seien und stattdessen regelmäßige Corona-Tests durchführen.

Zuvor waren immer mehr Menschen per Corona-Warnapp oder von Mitarbeitern des Gesundheitsdiensts "gepingt" worden, das bedeutet als Kontaktpersonen identifiziert und zur häuslichen Quarantäne aufgefordert worden. Das führt in vielen Bereichen zu Personalengpässen. Beispielsweise wurden Tankstellen geschlossen und Schüler vorzeitig in die Sommerferien geschickt. Britische Medien sprechen daher von einer "Pingdemic".

Italien will wegen hoher Zahlen "Grünen Pass" einführen

8.19 Uhr: Italien will zur Eindämmung der zuletzt wieder stark zunehmenden Corona-Infektionen Immunitätsnachweise bei zahlreichen Einrichtungen und Veranstaltungen verlangen. Gesundheitsminister Roberto Speranza teilt mit, dass ab 6. August der "Grüne Pass" benötigt werde, um beispielsweise Sportstadien, Fitnesscenter, Museen, Kinos, Schwimmbäder und Handelsmessen zu besuchen.

Auch für den Innenbereich von Restaurants müssten die Gäste das Zertifikat vorweisen. Es bescheinigt in Italien, dass eine Person mindestens einmal geimpft, negativ getestet oder genesen ist.

FDP macht Spahn für Impfzertifikat-Stopp der Apotheken mitverantwortlich

7.25 Uhr: Die FDP macht CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für den bundesweiten Zwangsstopp der Ausstellung von digitalen Impfzertifikaten in Apotheken mitverantwortlich. "Wir hätten uns das heutige Chaos und jede Menge Geld sparen können, wenn die Bundesregierung rechtzeitig gehandelt hätte", sagte die FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus der "Augsburger Allgemeinen". Spahn habe es trotz Warnungen versäumt, die Voraussetzungen für einen digitalen Impfpass zu schaffen.

Delta-Gefahr – Ärztepräsident Reinhardt fordert tägliche Corona-Tests an Schulen

3.23 Uhr: Angesichts steigender Corona-Inzidenzen und der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante fordern führende Ärzte- und Lehrervertreter eine Ausweitung der Schutzmaßnahmen zu Beginn des kommenden Schuljahrs. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, sagte unserer Redaktion, um die Infektionsdynamik zu verringern und Wechselunterricht zu vermeiden, seien mehr Tests notwendig. Ziel müsse es sein, "tägliche Testungen vor Unterrichtbeginn zu ermöglichen. Die bisher in vielen Ländern üblichen zwei Schnelltests pro Woche reichen bei weitem nicht aus", betonte der Ärztekammerpräsident mit Blick auf die Zeit nach den Sommerferien. Reinhardt schlug die Nutzung von leicht durchführbaren, sogenannten Lolly-Tests vor. Diese müssten flächendeckend für alle Schüler zur Verfügung gestellt werden.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, sagte unserer Redaktion, zum Schuljahresstart brauche es "eine Phase mit besonderen erhöhten Infektionsschutzmaßnahmen an Schulen". In den ersten ein bis zwei Monaten des neuen Schuljahrs solle etwa "eine vollständige Maskenpflicht auch während des Unterrichts für alle Altersstufen gelten". Zudem sollten die regelmäßigen Schnelltests fortgeführt werden, und zwar "am besten dreimal pro Woche". Dies sei notwendig, "um eine verstärkte Einschleppung der Delta-Variante über ungeimpfte Kinder in die Schulen zu verhindern", sagte Meidinger.

Ärztekammerpräsident Reinhardt führte aus, die gesundheitlichen Folgen der bisherigen Schulschließungen für die junge Generation seien gravierend. Bei Kinder und Jugendlichen gebe es vermehrt "Angststörungen, Konzentrations- und Schlafstörungen, Depressionen, Suizidgedanken sowie eine verzögerte Sprachentwicklung und eine Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten". Ein geregelter Schulbetrieb mit sozialen Kontakten sei für eine gesunde Entwicklung zentral.

Intensivmediziner fordern mehr Impftempo im Kampf gegen Delta-Welle

1.00 Uhr: Angesichts der steigenden Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen fordern Intensivmediziner eine Erhöhung des Impftempos, um eine vierte Welle mit der hochansteckenden Delta-Variante unter Kontrolle zu halten. "Es ist das Wichtigste, dass sich möglichst viele vollständig impfen lassen. Das ist unsere effektivstes Mittel gegen die Pandemie. Nur so lässt sich die vierte Welle abschwächen", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, unserer Redaktion.

Um gegen die Delta-Welle gerüstet zu sein, sei eine Impfrate von 85 Prozent nötig, "davon sind wir derzeit aber noch weit entfernt", sagte der DIVI-Präsident. Zudem forderte Marx, selbst wer geimpft sei, sollte in geschlossenen Räumen weiterhin Maske tragen, um dem Virus keine Chance zur Ausbreitung zu geben. Und wer ungeimpft sei, sollte sich weiterhin testen lassen.

Marx fuhr fort, Delta sei inzwischen die vorherrschende Variante "und es besteht die Gefahr, dass sich bald sehr viele Menschen anstecken. Das macht uns Sorge". Zwar würden aufgrund der Impfungen wohl nicht so viele Menschen so schwer erkranken, dass sie klinisch behandelt werden müssen, "in absoluten Zahlen können es aber durchaus wieder viele werden", sagte Marx mit Blick auf die Lage in den Intensivstationen. Grund sei, dass noch immer etwa 10-Millionen Menschen in Deutschland nicht vollständig und 32-Millionen gar nicht geimpft seien. Sie seien somit "nicht vor der Delta-Variante geschützt”.

Derzeit spielt die Delta-Variante auf den Intensivstationen in Deutschland laut Marx indes noch keine nennenswerte Rolle. Die rund 350 Covid-19-Patienten, die dort aktuell behandelt würden, seien in der überwiegenden Mehrheit Patienten aus der dritten Welle, die sich im Frühjahr mit der Alpha-Variante angesteckt hätten. "Behandlungen von Schwerstkrankten, die sich mit der Delta-Variante infiziert haben, sind derzeit Einzelfälle”, erklärte Marx. Die Erfahrungen aus Ländern wie etwa Großbritannien, Spanien oder Portugal zeigten aber, dass die Zahlen schnell steigen könnten. "Diese Gefahr besteht auch bei uns”, mahnte Marx. Lesen Sie hier: Delta-Variante: Wo die Lage in Europa dramatisch ist

Corona-News von Donnerstag, 22. Juli: Italien verschärft Corona-Maßnahmen - Neue Zutrittsregeln

22.57 Uhr: Angesichts steigender Infektionszahlen verschärft Italien die Corona-Regeln. Ab dem 6. August ist unter anderem für Restaurantbesuche im Innenbereich, in Museen, Fitnessstudios und Schwimmbädern mindestens ein einfacher Impfnachweis, ein negativer Corona-Test oder ein Genesungsnachweis notwendig. Dies gab der italienische Ministerrat am Donnerstagabend bekannt. Der Notstand wurde einer Mitteilung zufolge bis zum 31. Dezember verlängert.

In dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt wieder gestiegen. Experten zufolge wurden vor allem bei jungen Menschen mehr Ansteckungen registriert. "Die Delta-Variante ist bedrohlich, weil sie sich schnell ausbreitet", sagte Ministerpräsident Mario Draghi bei einer Pressekonferenz am Abend. Gesundheitsminister Roberto Speranza betonte, dass sich die Menschen impfen lassen sollten.

Coronavirus: China lehnt WHO-Pläne für Laborinspektionen ab

22.22 Uhr: China stellt sich gegen Pläne der WHO einer Labor-Inspektion in der zentralchinesischen Metropole Wuhan auf der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus. China könne einen solchen Plan nicht akzeptieren, sagte Zeng Yixin, Vizeminister von Chinas Nationaler Gesundheitskommission, am Donnerstag. Er sei überrascht gewesen, als er die neuen Pläne der WHO studierte. Der Fokus auf einen möglichen Laborausbruch zeuge von einer arroganten Haltung gegenüber der Wissenschaft.

Auf der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus hatte die WHO vergangene Woche in einem Brief an die Mitgliedsländer eine neue ständige Arbeitsgruppe angekündigt. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte zudem, dass neben der Untersuchung von Wildtieren und Tiermärkten im chinesischen Wuhan, wo das Virus Ende 2019 zum ersten Mal aufgetaucht war, auch die dortigen Labore inspiziert werden müssen.

Laumann kündigt Verschärfung der Corona-Maßnahmen in NRW an

21.15 Uhr: Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infektionen eine Verschärfung der Schutzmaßnahmen angekündigt. Die Sieben-Tage-Inzidenz liege bei 14,4 (Donnerstag) mit steigender Tendenz. "Ab Montag gilt daher vermutlich für das Land wieder die Inzidenzstufe 1 mit ersten zusätzlichen Schutzmaßnahmen", sagte Laumann dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitagsausgabe).

Während es in der Inzidenzstufe Null keine Kontaktbeschränkungen gibt, treten in der Stufe 1 erste Vorsichtsmaßnahmen in Kraft. So sind Treffen im öffentlichen Raum ohne Test für Angehörige aus fünf Haushalten erlaubt. In einzelnen Städten und Kreisen gilt Stufe 1 bereits, weitere Kommunen folgen ab Freitag.

RKI: Inzidenzanstieg vor allem bei 15- bis 34-Jährigen

20.11 Uhr: Der Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist bisher vor allem bei Menschen zwischen 15 und 34 Jahren zu beobachten. Das schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem wöchentlichen Lagebericht vom Donnerstagsabend.

Die meisten Infektionen würden ebenso wie im europäischen Ausland durch Corona-Varianten verursacht. Der Anteil der ansteckenderen Delta-Variante liegt Stichproben zufolge jetzt bei 84 Prozent. Die Gesamtzahl der pro Woche verabreichten Imfpdosen sei rückläufig. Das RKI wirbt daher dringend für die Impfungen und die Einhaltung der Corona-Regeln.

Sieben-Tage-Inzidenz im Norden klettert weiter

19.54 Uhr: Die Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein klettert weiter. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen stieg bis Donnerstag auf 11,6. Am Mittwoch lag der Wert noch bei 10,5.

Nach Angaben der Landesmeldestelle (Stand: 18.58 Uhr) wurden landesweit 70 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Bis einschließlich Montag (19. Juli) war die Sieben-Tage-Inzidenz länger einstellig gewesen.

Sachsen fördert Forschungsprojekt zu Long-Covid

19.24 Uhr: Der Freistaat Sachsen fördert eine Studie der Universitätsmedizin Leipzig zu den Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung. Dafür werde rund eine halbe Million Euro bereitgestellt, teilte Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) am Donnerstag mit.

300 Menschen werden in der Studie nach einer überstandenen Infektion mit dem Coronavirus untersucht. Von ihnen lägen auch schon Gesundheitsdaten aus der Zeit vor ihrer Erkrankung vor, weil sie bereits Teilnehmer einer anderen Leipziger Studie waren. Das sei ein großer Vorteil dieses Forschungsvorhabens. Zu den Long-Covid genannten Langzeitfolgen einer Erkrankung gehören Erschöpfung, Müdigkeit, verminderte Gedächtnisleistungen und Herzschäden.

EU-Arzneimittelbehörde entscheidet über zweiten Impfstoff für Jüngere

18.09 Uhr: Die EU-Arzneimittelbehörde EMA will eine Vorentscheidung über die Zulassung eines weiteren Corona-Impfstoffs für Kinder treffen. Die Experten der Behörde beraten am Freitag über die Zulassung des Impfstoffes des US-Herstellers Moderna auch für 12- bis 17-Jährige. Die Bewertung von Studien des Herstellers sollten abgeschlossen werden, teilte die EMA in Amsterdam mit. Wenn die Experten grünes Licht geben, müsste nur noch die EU-Kommission zustimmen. Das gilt als Formsache.

Das Präparat "Spikevax" wäre dann der zweite Corona-Impfstoff, der in der EU auch jungen Menschen verabreicht werden darf. Ende Mai war der Impfstoff von Pfizer/Biontech auch für 12- bis 17-Jährige zugelassen worden.

Impfweltmeister Israel führt Beschränkungen wieder ein

17.45 Uhr: Angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen in Israel soll in dem Land der sogenannte Grüne Pass wieder eingeführt werden. Das Corona-Kabinett beschloss am Donnerstag, für Versammlungen von mehr als 100 Menschen erneut Beschränkungen zu verhängen. Teilnehmer, die älter als zwölf Jahre alt sind, müssen demnach am Eingang eine Bescheinigung für Geimpfte oder Genesene vorzeigen oder ein negatives Corona-Testergebnis. Dies soll unter anderem für Sport- und Kulturveranstaltungen sowie Fitnessstudios, Restaurants, Konferenzen und Gebetshäuser gelten.

Die neuen Vorschriften, die auch noch von der ganzen Regierung gebilligt werden müssen, sollen in einer Woche in Kraft treten. Am Mittwoch waren ähnliche Beschränkungen für Festhallen verhängt worden. Die im Juni kurzfristig aufgehobene Maskenpflicht in geschlossenen Räumen gilt inzwischen wieder.

Praxis durchsucht: Falsche Corona-Impfausweise ausgestellt?

16.44 Uhr: Mediziner einer Gemeinschaftspraxis im Landkreis Gifhorn sollen falsche Corona-Impfausweise ausgestellt haben - und zwar in "größerem Umfang". Die Anzahl könne bisher nur gemutmaßt werden, möglich sei eine zweistellige Zahl, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hildesheim am Donnerstag.

Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft durchsuchten die Praxis, Unterlagen und Computerdaten wurden sichergestellt. Gegen die Ärzte wird den Angaben zufolge wegen gewerbsmäßigen Betrugs, der Ausstellung unrichtiger Gesundheitszeugnisse und Körperverletzung ermittelt.

Schleswig-Holstein beschließt neue Lockerungen

16.06 Uhr: Das Landeskabinett in Kiel hat weitere Öffnungsschritte in Schleswig-Holstein beschlossen. So sollen von Montag an etwa wieder größere private Treffen mit bis 25 Personen erlaubt sein, teilte ein Regierungssprecher mit. Mit der neuen Corona-Verordnung gibt es eine Reihe weiterer Erleichterungen. Fortan besteht für den Besuch von Innenräumen in Restaurants keine Testpflicht mehr.

Die Begrenzung der Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen wie Feiern und Empfängen wird aufgehoben, auch die Testpflicht entfällt. Auflagen wie eine maximale Auslastung von 50 Prozent gelten aber weiter. Wer im Hotel übernachten will, muss weiter einen negativen Test nachweisen, der höchstens 48 Stunden alt ist.

Erst 20 Millionen vollständig Geimpfte in Afrika

15.46 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das langsame Tempo der Impfungen gegen Covid-19 in Afrika beklagt. Bislang seien erst 20 Millionen Menschen des Kontinents vollständig gegen das Coronavirus geimpft, sagte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti. Das entspreche 1,5 Prozent der Bevölkerung Afrikas. Moeti wies daraufhin, dass die Menschen in Afrika im Vergleich zu anderen Regionen einen nur sehr eingeschränkten Zugang zu den Impfungen gegen Covid-19 hätten.

Von den 3,7 Milliarden Dosen, die bislang weltweit verimpft worden seien, seien nur 1,7 Prozent in Afrika verabreicht worden. Neben der mangelnden Verfügbarkeit von Impfdosen machte die Regionaldirektorin auch eine Skepsis gegenüber den Vakzinen in Teilen der Bevölkerung für das langsame Tempo der Kampagne verantwortlich.

So will Spanien die Virus-Explosion bremsen

15.23 Uhr: In Spanien infizieren sich vor allem jüngere Menschen, die noch nicht gegen Corona geimpft sind. Die Krankenhäuser füllen sich nun erneut. Lesen Sie hier, wie Spanien die Virus-Explosion stoppen will.

Regierung will Spanien und Niederlande zu Hochinzidenzgebieten erklären

14.22 Uhr: Die Bundesregierung will Spanien und die Niederlande am Freitag zum Hochinzidenzgebien erklären. Das erfuhr unsere Redaktion aus Regierungskreisen. Das bedeutet, dass Rückkehrer, die nicht vollständig geimpft sind, in eine zehntägige Quarantäne gehen müssen, die frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test auf Covid-19 beendet werden kann. In Europa stuft die Bundesregierung zudem das Herzogtum Luxemburg neu als einfaches Risikogebiet ein.

Quarantäne-Folge: Leere Regale in Großbritannien

14.09 Uhr: Nach offiziellen Corona-Warnungen für hunderttausende Beschäftige im Einzel- und Großhandel sind in Großbritannien Regale in Supermärkten leer geblieben. Wie aus Daten der Gesundheitsbehörde NHS hervorgeht, waren fast 620.000 Beschäftigte in England und Wales per App aufgefordert worden, sich wegen Kontakten mit Infizierten zehn Tage in Quarantäne zu begeben. Auch andere Branchen wie die Industrie oder Spediteure bekommen den Personalmangel zu spüren. So machen sich insbesondere bei der Lebensmittelversorgung auch logistische Probleme bemerkbar. Die Fleischindustrie hatte vor einem Zusammenbruch der Lieferketten gewarnt.

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(fmg/dpa/afp/san)

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