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Corona: EMA will neuen Biontech-Impfstoff im Herbst zulassen

| Lesedauer: 23 Minuten
Ampullen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech.

Ampullen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech.

Foto: SEBASTIEN BOZON / AFP

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) strebt die Zulassung eines an Omikron angepassten Biontech-Vakzins für Herbst an. Der Blog.

  • Für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten ist ein Grundsatzurteil gefallen
  • Die EMA will den Omikron-Impfstoff von Biontech im Herbst zulassen
  • Das RKI meldet am Mittwochmorgen 72.737 Corona-Neuinfektionen – die Inzidenz sinkt weiter
  • Die Kritik an den Corona-Schutzplänen des Bundes für die kalte Jahreszeit dauert an
  • Die Gesundheitsministerinnen und -minister haben über die geplanten Corona-Regeln beraten
  • Lauterbach steht wegen Äußerungen zur vierten Impfung in der Kritik

Berlin. Trotz der in Deutschland derzeit sinkenden Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen gibt das Robert Koch-Institut (RKI) in der Sommerwelle keine Entwarnung. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI bis Mittwochmorgen 72.737 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 87.681) und 213 Todesfälle (Vorwoche: 210) innerhalb eines Tages.

Das RKI gab die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz von Infektionen mit dem Coronavirus am Mittwochmorgen mit 366,8 an. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 381,5 gelegen (Vorwoche: 477,9; Vormonat: 672,9). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen.

Corona-News von Mittwoch, 10. August – Krankenhausgesellschaft will Korrekturen an Corona-Schutzplänen

16.54 Uhr: Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, fordert in der Corona-Pandemie Nachbesserungen am geplanten Infektionsschutzgesetz. "Wir begrüßen, dass eine Maskenpflicht in Innenräumen weiter möglich sein soll", sagte Gaß der "Rheinischen Post“ (Mittwoch). "Die Ausnahmen für Geimpfte sind aber völlig unpraktikabel und widersprechen deshalb dem Ziel eines guten Infektionsschutzes." Auch die für Kliniken geplanten Regeln seien nicht umsetzbar: Den Krankenhäusern werde mit den neuen Regeln ein so nicht umsetzbarer, zusätzlicher Aufwand aufgebürdet.

"Vorgesehen ist, dass zukünftig alle in den Krankenhäusern Beschäftigte sowie Besucherinnen und Besucher nur mit einem aktuellen Test oder einem höchstens drei Monate alten Impfnachweis (nach dreifacher Impfung) und in beiden Fällen einer FFP2-Maske ein Krankenhaus betreten dürfen", erklärte Gaß.

Grundsatzurteil für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten gefällt

15.52 Uhr: Arbeitgeber müssen Beschäftigte grundsätzlich weiter bezahlen, wenn sie härtere Quarantäneregeln als behördlich vorgeschrieben für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten erlassen. Das entschied das Bundesarbeitsgericht am Mittwoch (5 AZR 154/22) in Erfurt.

Den Präzedenzfall für ein weiteres Corona-Urteil des höchsten deutschen Arbeitsgerichts lieferte ein Lebensmittelhersteller aus Berlin. Der Kläger, ein Urlaubsrückkehrer aus der Türkei, hatte ein Betretungsverbot für seinen Betrieb trotz negativem Corona-Test erhalten. Er wehrte sich erfolgreich gegen die betriebliche Regelung, die während der verordneten vierzehntägigen Quarantäne keine Bezahlung vorsah.

EMA strebt Zulassung von Biontech-Impfstoff gegen Omikron-Variante für Herbst an

14.45 Uhr: Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) strebt die Zulassung eines an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffs von Biontech für Herbst an. Die EMA "erwartet einen Antrag für den von Pfizer/Biontech entwickelten an BA.4/5 angepassten Impfstoff, der für eine mögliche rasche Zulassung im Herbst bewertet werden wird", erklärte die Behörde am Mittwoch.

BA.4 und BA.5 sind die aktuell dominanten Subtypen der Omikron-Variante des Coronavirus. Die EMA hat nach eigenen Angaben am Montag eine Prüfung der an die beiden Subtypen angepassten Version des Biontech-Impfstoffs gestartet. Ende Juni hatten das Mainzer Pharmaunternehmen und sein US-Partner Pfizer bekannt gegeben, einen wirksamen Impfstoff gegen die Varianten BA.4 und BA.5 des Coronavirus entwickelt zu haben.

Estlands Regierungschefin positiv auf Corona getestet

13.58 Uhr: Estlands Ministerpräsidentin Kaja Kallas ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Der Morgen fing positiv an – leider Covid-positiv", teilte die Regierungschefin des baltischen EU- und Nato-Landes am Mittwoch auf Facebook mit. Auf Anraten des Arztes werde sie die kommende Tage von zu Hause aus weiterarbeiten, mehrere geplante physische Termine müsse sie absagen. Die 45-Jährige rief zugleich ihre Landsleute dazu auf, vorsichtig zu sein, auf ihre Gesundheit zu achten und sich impfen zu lassen. "Es ist gerade viel Covid unterwegs", schrieb Kallas. In Estland wurden zuletzt wie in vielen anderen Länder wieder steigende Neuinfektionen registriert.

Anwälte beantragen Haftprüfung für "Querdenken"-Gründer Ballweg

13.39 Uhr: Die Anwälte des inhaftierten "Querdenken"-Gründers Michael Ballweg wollen erreichen, dass der 47-Jährige schon bald auf freien Fuß kommt. Am kommenden Montagnachmittag werde es einen von ihnen beantragten Haftprüfungstermin geben, sagte der Anwalt Alexander Christ der Deutschen Presse-Agentur. Ein Sprecher des Amtsgerichts Stuttgart bestätigte den Termin.

Dabei solle geprüft werden, ob der dringende Tatverdacht und die Fluchtgefahr weiterhin bestehen, sagte Christ, der innerhalb eines Teams aus Anwälten die Medienarbeit übernommen hat. Sie seien zuversichtlich, dass Ballweg nach der Haftprüfung auf freien Fuß komme. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt wegen Betrugs und Geldwäsche gegen Ballweg. Dieser sitzt seit dem 29. Juni wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. Nach Angaben aus Justizkreisen besteht der Verdacht des Betruges in Höhe von rund 640.000 Euro sowie der Geldwäsche in Höhe von rund 430 000 Euro. Nach Angaben von Christ konnte das Team der Verteidiger mittlerweile Akteneinsicht nehmen.

Faeser: Nur kleine Minderheit ist "sehr radikal unterwegs"

5.45 Uhr: Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) rechnet bei Protesten infolge der aktuellen Preissteigerungen und der Energiekrise mit keiner Eskalation. "Nein, ich glaube nicht, dass es zu Volksaufständen oder ähnlichem kommen wird", sagte Faeser am Dienstagabend bei der Talk-Reihe "RND vor Ort" des „Redaktionsnetzwerks Deutschland" (RND) in Potsdam.

Sicher würden Menschen auf die Straße gehen und protestieren, wie es bei den Corona-Maßnahmen Anfang des Jahres bereits der Fall war, sagte Faeser. Es sei aber lediglich "eine kleine Minderheit, die sehr radikal unterwegs ist".

Weiter Kritik an Corona-Schutzplänen des Bundes für den Herbst

4.59 Uhr: Die Kritik an den Corona-Schutzplänen des Bundes für die kalte Jahreszeit dauert an. Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, forderte Nachbesserungen am geplanten Infektionsschutzgesetz. "Wir begrüßen, dass eine Maskenpflicht in Innenräumen weiter möglich sein soll", sagte er der "Rheinischen Post" (Mittwoch). "Die Ausnahmen für Geimpfte sind aber völlig unpraktikabel und widersprechen deshalb dem Ziel eines guten Infektionsschutzes."

Auch die für Kliniken geplanten Regeln seien nicht umsetzbar. "Vorgesehen ist, dass zukünftig alle in den Krankenhäusern Beschäftigte sowie Besucherinnen und Besucher nur mit einem aktuellen Test oder einem höchstens drei Monate alten Impfnachweis (nach dreifacher Impfung) und in beiden Fällen einer FFP2-Maske ein Krankenhaus betreten dürfen", erklärte Gaß.

Corona-News von Dienstag, 9. August: Länder sehen Nachbesserungsbedarf bei Infektionsschutzgesetz

22.26 Uhr: Die Gesundheitsminister der Länder sehen Nachbesserungsbedarf beim Entwurf des Bundes für das künftige Infektionsschutzgesetz. Die vorgesehenen Ausnahmen von der Maskenpflicht in Innenräumen für frisch Geimpfte und Genesene seien „in der praktischen Umsetzung nur schwer kontrollier- und umsetzbar“, hieß es in einer nach den Beratungen der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) am Dienstag veröffentlichten Erklärung. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verwies darauf, dass die Maskenpflicht in Innenräumen bei einer angespannten Pandemielage die Regel sein solle.

Die Vorlage von Lauterbach und Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) sieht vor, dass die geplante Maskenpflicht bei Freizeit, Kultur oder Sport sowie in der Gastronomie entfällt, wenn ein negatives Testergebnis vorgelegt wird oder die letzte Impfung nicht länger als drei Monate zurückliegt.

Lauterbach: Maskenpflicht soll bei angespannter Lage innen Regel sein

18.07 Uhr: Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) im Fall einer deutlich verschlechterten Corona-Lage im Herbst und Winter auf eine Maskenpflicht in Innenräumen einstellen. "Klargestellt ist, dass Maskenpflicht in Innenräumen bei einer angespannten Pandemielage die Regel sein soll", sagte Lauterbach nach einer Schaltkonferenz der Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern am Dienstag.

Mehrere Länder hatten im Vorfeld Kritik an geplanten Ausnahmen geübt. Hierbei geht es um den Plan, Menschen von Maskenpflichten in Restaurants oder bei Kultur- und Sportveranstaltungen zu befreien, wenn ihre Impfung nicht älter als drei Monate ist.

Lauterbach sagte: "Nur in Ausnahmefällen soll davon abgewichen werden können." Dadurch werde die Notfall-Regel noch sicherer. "Von einem frisch Geimpften geht selbst dann ein relativ geringes Infektionsrisiko aus, wenn er keine Maske trägt."

Die Länder hätten wichtige Anregungen zu dem Corona-Konzept gegeben, das er mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) vorgeschlagen hatte. Den Wunsch nach einem bundeseinheitlichen Vorgehen begrüße er. Lauterbach rief die Länder auf, die Möglichkeiten des geplanten Infektionsschutzgesetzes zu nutzen.

Lauterbach wegen Äußerungen zu vierter Corona-Impfung erneut in der Kritik

15.23 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zieht mit seinen Äußerungen zur vierten Corona-Impfung erneut Kritik auf sich. "Es wäre besser, wenn Lauterbach seine Zunge etwas besser im Griff hätte", sagte Stiko-Mitglied Rüdiger von Kries am Dienstag im TV-Sender Welt. "Ich halte das Drängeln von Herrn Lauterbach hier für fehl am Platz", sagte auch der FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann.

Eine zweite Auffrischungsimpfung gegen Corona - insgesamt dann die vierte Spritze im Impfschema - wird von der Ständigen Impfkommission (Stiko) derzeit für Menschen über 70, Vorerkrankte und Pflegepersonal empfohlen. Lauterbach hatte schon im Juli gesagt, dass vier Impfungen auch für jüngere Menschen in bestimmten Fällen sinnvoll sein könnten, insbesondere wenn sie "ganz viele Kontakte" hätten. Der 59-Jährige ist selbst viermal geimpft.