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Corona-News vom 2. Juli: RKI meldet 98.669 neue Fälle

| Lesedauer: 36 Minuten
Auch für den Drei-Euro-Corona-Test gibt es Bedingungen

Auch für den Drei-Euro-Corona-Test gibt es Bedingungen

Corona-Tests sind nur noch für bestimmte Personengruppen kostenlos, zum Beispiel für Bewohner von Pflegeheimen, Kleinkinder und pflegende Angehörige. Anspruch auf einen Drei-Euro-Test haben zum Beispiel Menschen, die eine rote Warnung in ihrer Corona-App haben.

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Berlin  Am Samstagmorgen meldet das RKI eine weiter gestiegene Inzidenz von 696,5 und fast 99.000 Neuinfektionen. Mehr dazu im Corona-Blog.

  • Das RKI meldet am Samstag 98.669 Corona-Neuinfektionen und eine Inzidenz von 696,5
  • Infektionsgeschehen zieht an – BA.5 legt weiter zu
  • Das RKI meldet am Freitagmorgen 113.099 Corona-Neuinfektionen
  • Die Inzidenz steigt weiter auf 682,7
  • Karl Lauterbach verteidigt die neue Testverordnung gegen Kritik
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Berlin. Mit Bangen war sie von vielen erwartet worden – inzwischen rollt in Deutschland die Corona-Sommerwelle. Das Robert Koch-Institut (RKI) registrierte am Samstagmorgen 98.669 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 89.336) und 103 Todesfälle (Vorwoche: 84) innerhalb eines Tages. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist mit 696,5 (Vorwoche: 632,9; Vormonat: 221,4) ebenfalls gestiegen.

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Angesichts der sich zuspitzenden Lage stellt sich die Frage: Wie kann sich Deutschland gegen eine möglicherweise noch stärkere Corona-Welle im kommenden Herbst absichern? Am Freitag legte der Sachverständigenausschuss ein Gutachten vor, in dem Expertinnen und Experten die bisherigen Maßnahmen in der Corona-Pandemie auswerteten.

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Städtetag fordert rasche Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes

13.56 Uhr: Nach der Evaluierung der Corona-Maßnahmen hat der Deutsche Städtetag die Ampel-Koalition zum raschen Handeln aufgerufen. "Die Ampel muss sich noch vor der Sommerpause einigen", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy unserer Redaktion. "Erst im Herbst ein Gesetzgebungsverfahren für ein neues Infektionsschutzgesetz zu starten, kommt zu spät."

Der Bund solle ermöglichen, dass "bei Gefahrenlage Masken tragen in Innenräumen verpflichtend möglich ist", forderte Dedy. "Auch Zugangsregelungen für 2G/3G gehören in den Instrumentenkasten. Wir müssen vorbereitet sein, wenn gefährlichere Virusvarianten auf uns zurollen." Zudem betonte Dedy die Bedeutung der kostenlosen Bürgertests. "Bund und Länder sollten Bürgertests deshalb einfach zugänglich halten, wenn es nötig wird."

Die mit der Evaluierung der Corona-Maßnahmen beauftragte Sachverständigenkommission war in ihrem am Freitag vorgestellten Bericht zu dem Schluss gekommen, dass die Maßnahmen zwar wirken, aber nur begrenzt. Masken helfen demnach nur, wenn sie richtig getragen werden - und ein Lockdown nur, solange die Menschen dazu bereit sind. Die Wissenschaftler beklagten zudem eine mangelhafte Datengrundlage.

Göring-Eckardt: Corona-Vorsorge schnell erarbeiten

11.47 Uhr: Die grüne Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt dringt angesichts steigender Corona-Infektionszahlen auf eine schnelle rechtliche Vorbereitung für eine Herbstwelle. "Die weitere Corona-Vorsorge muss jetzt sehr schnell erarbeitet werden, damit die bewährten Maßnahmen auch im Herbst und Winter bei Bedarf möglich bleiben", schrieb sie am Samstag auf Twitter. "Rechtzeitige Vorsorge ist das Entscheidende in der Bekämpfung einer Pandemie. Für den Fall, dass eine neue Virusvariante auftaucht oder das Gesundheitssystem an seine Grenzen kommt, müssen wir vorbereitet bleiben. Bewährtes muss dann wieder möglich sein."

Sie verweis dabei auf den Sachverständigenrat der Regierung, der am Freitag seinen Bericht zur Bewertung bisheriger Corona-Maßnahmen vorgelegt hatte. Die Wissenschaftler hatten sich dabei teils außerstande gesehen, sich zur Wirksamkeit bestimmter Maßnahmen wie etwa Schulschließungen zu äußern, teils weil Daten fehlten, teils weil sich verschiedene Maßnahmen überlagert hatten und der einzelne Effekt daher nicht klar abgrenzbar war. Anderen bescheinigten sie Wirksamkeit.

Dürr: Länder sollten bei Corona nicht nur nach Bund rufen

11.12 Uhr: Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen und der befürchteten Herbstwelle hat FDP-Bundestagsfraktionschef Christian Dürr den Ländern vorgeworfen, immer nur nach dem Bund zu rufen, aber selbst zu wenig zur Vorbeugung zu tun. "Die rufen oft nach freiheitseinschränkenden Maßnahmen, aber bereiten sich selbst organisatorisch nicht auf die Herbst-/Winterwelle vor", sagte Dürr am Samstag im Deutschlandfunk. "Ich erwarte eine organisatorische Vorbereitung ohne jede Freiheitseinschränkung zunächst mal, und dann schauen wir uns an, was ist noch nötig, was müssen wir dem einzelnen Bürger noch abverlangen."

Dürr gab zu: "Corona ist sehr gefährlich, und Corona bleibt wahrscheinlich für immer." Und: "Es wird wieder eine Welle geben." Die Bundesländer drängen deshalb quasi geschlossen darauf, frühzeitig vor dem Herbst bundesweite Regelungen zu treffen, nachdem die meisten auf Drängen der FDP ausgelaufen waren und auch der weiter geltende Rechtsstatus für Basis-Schutzmaßnahmen Mitte September ausläuft.

Umfrage: Jeder Zweite für sofortige Verschärfung der Corona-Maßnahmen

9.15 Uhr: Angesichts steigender Infektionszahlen mit der Omikron-Subvariante BA.5 spricht sich fast jeder zweite Bundesbürger für eine schnelle Verschärfung der Corona-Maßnahmen aus. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrage der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstagsausgabe) sind 49 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Corona-Regeln umgehend verschärft werden sollten.

Gegen strengere Vorschriften zum jetzigen Zeitpunkt sprechen sich 43 Prozent aus. Die restlichen acht Prozent antworteten unentschieden auf die Frage: "Sollten die aktuellen Corona-Maßnahmen Ihrer Meinung nach aufgrund der steigenden Infektionszahlen umgehend verschärft werden?" Bei den Über-65-Jährigen fordern 62 Prozent der Befragten rasch schärfere Corona-Maßnahmen. Bei den unter 50-Jährigen ist mehr als die Hälfte dagegen.

Kommunen: Bürgertests spätestens im Herbst wieder kostenlos anbieten

9.01 Uhr: Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert eine baldige Wiederaufnahme der kostenlosen Corona-Bürgertests. "Wir gehen davon aus, dass spätestens im Herbst, wenn die nächste große Corona-Welle droht, es wieder flächendeckend unentgeltliche Tests geben muss", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Die kostenlosen Schnelltests seien ein wichtiger Baustein für die Pandemie-Bekämpfung.

Seit Donnerstag gibt es kostenlose Tests nur noch für Risikogruppen und andere Ausnahmefälle. Für Tests etwa für Familienfeiern, Konzerte oder Treffen mit Menschen ab 60 werden drei Euro Zuzahlung fällig. Wer einen solchen Test will, muss unterschreiben, dass er zu diesem Zweck gemacht wird. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte die Einschränkung unter anderem mit den hohen Kosten für die Tests begründet.

Lauterbach befürchtet "schweren" Corona-Herbst

8.38 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach befürchtet im Herbst eine deutliche Verschlechterung der Corona-Situation. "Es wird ein schwerer Herbst werden, wir müssen vorbereitet sein", sagte der SPD-Politiker am Freitagabend in den ARD-"Tagesthemen". Er glaube, dass "wir mit der BA.5-Variante, die sich jetzt hier ausbreitet, große Schwierigkeiten bekommen werden". Er rechne mit sehr hohen Fallzahlen, was auch zu einer Überlastung der kritischen Infrastruktur führen könne. "Das ist meine Befürchtung", sagte der Minister.

Am Freitag hatte ein Sachverständigenausschuss ein lang erwartetes Gutachten über die Wirksamkeit bisheriger Corona-Schutzmaßnahmen vorgestellt. Demnach können Schutzmaßnahmen wie das Maskentragen auch weiter gegen das Coronavirus hilfreich sein. Hinter vielen anderen bekannten Auflagen setzt der Sachverständigenausschuss aber große Fragezeichen, mangels ausreichender Daten seien keine sicheren Bewertungen möglich.

Lauterbach räumte in der ARD ein, man habe bislang "nicht die perfekten Daten" gehabt. Mit einem Pandemie-Radar in Krankenhäusern und einem Abwassermonitoring gehe er im September aber von einer besseren Datenlage aus. Das Gutachten sei "keine Bibel, aus der zu zitieren ist" und auch "nicht das letzte Wort", betonte der Gesundheitsminister.

Corona-News vo