Schlagersänger

Der „Sinatra des Ostens“: Karel Gott wird 80 Jahre alt

Der tschechische Schlagerstar Karel Gott mit den überdimensionalen Trickfilmfiguren "Biene Maja" und "Willi" (Archiv).

Der tschechische Schlagerstar Karel Gott mit den überdimensionalen Trickfilmfiguren "Biene Maja" und "Willi" (Archiv).

Foto: Bernd Wüstneck / dpa

Berlin.  Karel Gott wird an diesem Sonntag 80 Jahre alt und fühlt sich nach seiner Krebserkrankung wieder fit. Nun singt er mit seiner Tochter.

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Es hat ihn oft gefuchst, dass es immer wieder diese Biene war, auf die er zurückgeworfen wurde. Diese Maja, dieses flatterhafte Wesen, deren Titellied er die Stimme geliehen hatte.

Ja, es war ein Erfolg. Aber es war eben auch nur eine Biene, die sich zudem noch herausnahm, seine anderen Welterfolge in den Schatten zu stellen: „Babicka“, „Lady Carneval“, „Einmal um die ganze Welt“. Diese Hits waren es, die ihn zur „Goldenen Stimme Prags“ – oder zum „Sinatra des Ostens“ – erhoben haben, meint Karel Gott, der an diesem Sonntag achtzig Jahre alt wird.

Karel Gott hat den Lymphdrüsenkrebs überstanden


Ein wenig zurückgezogen hatte sich der Sänger, der nach Schätzungen etwa 30 Millionen Tonträger in seinem Leben verkauft hat, in letzter Zeit. Fast war es ein Wunder, dass er überhaupt wieder auf die Beine kam. Denn . , Klinikaufenthalte – „Sorge um Gott“, solche Botschaften beherrschten die Schlagzeilen.

Die Strapazen der Behandlung zeigten deutliche Spuren. Er sah mitgenommen aus. In einem Interview berichtete er darüber, wie schwer der Kampf für ihn war. „Die Ärzte haben gesagt: ,Noch vor 15 Jahren würden Sie schon tot sein‘. Ich bin also nur hier, weil heute die Technik und die Chemie und die Erfahrungen der Ärzte mir mein unglaubliches Überleben ermöglicht haben.“

Mit 68 Jahren heiratete der „ewige Junggeselle“ Karel Gott


Trotz aller Dankbarkeit darüber, geheilt zu sein, wirkte der Sänger lange angegriffen, kraftlos. Doch er hat sich nicht in sein Schicksal ergeben, sondern sich zurückgekämpft.

Erst vor wenigen Wochen rührte er die Welt zu Tränen, als er mit seiner 13-jährigen Tochter Charlotte einen Schmusesong aufnahm: „Srdce nehasnou“, so der Titel, übersetzt „Herzen erlöschen nicht“. Und so kam es, dass er, der in seinem Leben nicht allzu viel mit Youtube zu tun hatte, plötzlich neun Millionen Mal geklickt wurde.

Karel Gott, der bis zu seiner Heirat im Alter von 68 Jahren als „ewiger Junggeselle“ galt und der Legende nach das Bett mit mehr als 3000 Frauen geteilt haben soll, hat zwei uneheliche Töchter, die mittlerweile erwachsen sind.

Zusammen mit Ehefrau Ivana (43) wurde er noch einmal Vater von zwei Töchtern: Charlotte (13) und Nelly (11). Charlotte sei so musikalisch wie er – sie singe von klein auf. Mit sieben Jahren nahm sie in Prag ihre erste Rolle in dem Musical „Mata Hari“ an.

Seine Frau half ihm während der Krebserkrankung


Eigentlich habe er nie heiraten wollen, gestand Karel Gott in vielen Interviews. Er, der gerne mehrere Eisen gleichzeitig im Feuer hatte, fürchtete sich vor der Langeweile: „Ehe, das hieß für mich immer: Karel, du musst die Stromrechnung noch bezahlen.“

Und dann der Paukenschlag: Blitzhochzeit in Las Vegas mit einer Frau, die 37 Jahre jünger ist. Statt sich von Stromrechnungen frustrieren zu lassen, wurde sein Leben ein Himmel voller Geigen.

Nie wird er müde, seiner Frau zu danken: „Ivana ist mein Glück. Seit wir verheiratet sind, hat für mich eine neue Zeitrechnung begonnen.“ Manche Frau hätte es sicher nicht an seiner Seite gehalten, als der Krebs ihn in den Klauen hielt. Doch „meine Frau ist perfekt und sehr praktisch. Sie hat mich ganz selbstverständlich zu Hause gepflegt, als ich aus dem Krankenhaus kam. Hat zu mir gehalten auch in den schwersten Zeiten meines Lebens.“

Mit Bushido bekam er eine Goldene Schallplatte


Dass er je auf solche Hilfe zurückgreifen müsste, hatte er nicht glauben wollen. Noch zu Beginn seiner Ehe fühlte er sich stark, ja unsterblich. Da passte es, dass er mit dem deutschen Skandal-Rapper Bushido den Klassiker „Forever Young“ einsang – auf seine Art: „Für immer jung“. Karel Gott und der Rapper brachten es mit ihrer Version bis auf Platz fünf der Charts und bekamen die Goldene Schallplatte in Deutschland und Österreich.

Eigentlich wollte Karel Gott, mit bürgerlichem Namen Karel Gottar, Maler werden. Das war in den 50er-Jahren. Statt der Kunstakademie wurde es dann eine Elektrikerlehre. Doch weil er so gerne sang, trat er ab 1958 in Prager Tanzcafés auf.

Diese göttliche Stimme wollte mehr. Und bald schon studierte er Gesang am Prager Konservatorium. Der Rest ist Geschichte: Gott wurde zu einem der bekanntesten Sänger und Entertainern und zu einem der beliebtesten Gäste in Schlagershows von Carmen Nebel bis Florian Silbereisen.

Auf Zeichentrickfigur reduziert worden

Und da war natürlich noch . Er sei immer viel zu sehr auf diese Zeichentrickfigur reduziert worden, beschwerte sich Karel Gott oft. Aber sie habe ihm auch mal geholfen. Rocker hätten ihn erkannt, wie er sich auf einer Autobahnraststätte die Füße vertrat. „Plötzlich bauten sich ein paar übel aussehende Burschen vor mir auf.“ Und dann wurde es laut. „Aber nur, weil die Herren in den Lederkutten sangen: ,Und diese Biene, die ich meine ...‘.“

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