Portugal

Deutscher Azoren-Auswanderer (60) soll ein Doppelmörder sein

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Yorkshire Ripper: Der Serienmörder Peter Sutcliffe

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Er töte in den 70er-Jahren mindestens 13 Frauen auf brutale Weise. Mit 74 Jahren starb er an den Folgen einer Corona-Infektion. Das war der „Yorkshire Ripper“,

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Ponta Delgada.  Deutscher steht unter Verdacht, zwei Kaufinteressenten für ein Grundstück aus dem Weg geräumt zu haben – weil er keine Nachbarn wollte.

Es gibt keine Leichen, von den zwei Männern fehlt jede Spur. Dennoch sind die Ermittler sicher, dass die beiden Vermissten tot sind – und dass ein Deutscher sie erschossen hat.

Ein aufsehenerregender Kriminalfall erschüttert die Azoren, das abgelegene, zu Portugal gehörende Atlantik-Archipel rund 1400 Kilometer vor der europäischen Küste. Portugiesische Einsatzkräfte haben einen 60-jährigen Auswanderer festgenommen, der verdächtigt wird, einen Doppelmord begangen zu haben.

Der Deutsche sitzt in Untersuchungshaft. Er soll einen 65-Jährigen und einen 74-Jährigen getötet haben, die sich am 10. September in der Nähe seines Hauses auf der Ilha do Pico, der zweitgrößten Azoren-Insel, ein zum Verkauf stehendes Grundstück angeschaut hatten. Seitdem hat niemand mehr die Männer gesehen.

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Portugal, das einstige „Paradies für Mörder“

Das Auto, mit dem sie gekommen waren, wurde später auf dem Parkplatz gefunden, auf dem die Männer es abgestellt hatten, wie unter anderem die Tageszeitung „Correio da Manhã“ berichtet.

Die Leichen werden laut Polizei noch immer gesucht. Es werde vermutet, dass sie vergraben oder ins Meer geworfen worden seien. Die Polizei ist aufgrund der ersten Ermittlungen davon überzeugt, dass die Bekannten erschossen worden sind. Bei dem Deutschen wurden zwei registrierte Schusswaffen gefunden, aber auch mehrere Waffen, die sich illegal in seinem Besitz befunden hatten, zudem mehrere Dolche und ein Schalldämpfer.

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Auf Grundlage eigener Befragungen in dem Hafenstädtchen Madalena, wo der Deutsche bis zu seiner Festnahme lebte, schrieb der „Correio da Manhã“, der Verdächtige sei dort als „gewalttätig“ bekannt gewesen. Er habe in der Vergangenheit bereits potenzielle Käufer von Grundstücken in der Nähe seines Hauses bedroht, „weil er keine Nachbarn haben wollte“, berichtete das Blatt.

Der Fall wird auch unter Auswanderern diskutiert. In Portugal sind rund 15.000 Deutsche gemeldet, 2021 wanderten offiziell 2069 Bundesbürger in das Land auf der Iberischen Halbinsel aus. Weil Portugal zeitweise keine Straftäter auslieferte, wenn ihnen anderswo eine lebenslange Haft drohte, titulierten Medien das Land als „Paradies der Mörder“.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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