Todesfall

Er baute die Louvre-Pyramide: Architekt I. M. Pei gestorben

Glas und Stahl spielen an vielen Bauten von Stararchitekt Ieoh Ming Pei eine große Rolle – auch an der Pyramide im Innenhof des Louvre-Museums in Paris.

Glas und Stahl spielen an vielen Bauten von Stararchitekt Ieoh Ming Pei eine große Rolle – auch an der Pyramide im Innenhof des Louvre-Museums in Paris.

Foto: Christian Böhmer / dpa

New York  Star-Architekt I. M. Pei ist tot. Der Schöpfer der Louvre-Pyramide entwarf in Berlin den Anbau des Deutschen Historischen Museums.

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Er gilt als einer der wichtigsten Architekten der Gegenwart und hat viele Bau-Ikonen geschaffen: Im Alter von 102 Jahren ist der chinesisch-amerikanische Stararchitekt I. M. Pei gestorben.

Berühmt wurde der Träger des renommierten Pritzker-Preises unter anderem mit der Gestaltung der Glaspyramide am weltberühmten Louvre in Paris. Auch in Deutschland entwarf Pei einen Museumsanbau, in dem Glas und Stahl eine große Rolle spielen: den 2003 eröffneten Anbau für das Deutsche Historische Museum in Berlin mit einem spiralförmigen Treppenhaus. Peis Umgang mit simplen geometrischen Formen und das Spiel mit dem Licht prägten seine Arbeit.

Pei lernte auch von Walter Gropius und Marcel Breuer

Pei wurde 1917 im südchinesischen Guangzhou geboren und wuchs in Hongkong und Shanghai auf. Schon mit 17 Jahren ging er in die USA. Die Kunst der Architektur lernte er dort ab 1935 an der University of Pennsylvania, ehe er am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge und 1946 an der Harvard Graduate School of Design Abschlüsse in Architektur machte. Er studierte unter anderem bei den Bauhaus-Architekten Marcel Breuer und Walter Gropius.

Der Zweite Weltkrieg verhinderte Peis Rückkehr nach China. Bald waren Boston, New York und Los Angeles seine neuen Arbeitsplätze. In dieser Zeit schuf er städtische Projekte wie das Mile High Center in Denver, Colorado (1955), den neu gestalteten Hyde Park in Chicago (1959) und den Place Ville-Marie in Montreal (1965). Es folgten prestigeträchtige Aufträge wie der Ostflügel der „National Gallery of Art“ in Washington (1978) und die Bibliothek für den ermordeten Präsidenten John F. Kennedy in Boston (1979).

Mit seiner Frau Eileen Loo, die er schon aus Studienzeiten kannte, hatte Pei drei Söhne und eine Tochter.

Die Jury des Pritzkerpreises urteilte 1983 mit den Worten: „Ieoh Ming Pei hat diesem Jahrhundert einige seiner schönsten Innenräume und äußeren Formen gegeben“. Seine Vielseitigkeit und sein Können beim Materialgebrauch näherten sich dem Niveau von Poesie.

Doch nicht alle erkannten Peis Talent. Die Glaspyramide am Louvre wurde von Kritikern zunächst als „Disneyland-Anbau“, als „Akt der Willkür“ und „gigantische Spielerei“ verschrieen. (dpa)

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